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Diese Neuigkeit ist schon ein paar Tage alt: Axel Springer hat einen Teil seiner Printsparte an die Funke Mediengruppe verkauft. Die Funke Mediengruppe, deren URL übrigens immer noch unter waz-mediengruppe ansurfbar ist, obwohl die Gruppe bereits im März umbenannt wurde, hat bei dem Deal Axel Springer das Hamburger Abendblatt, die Berliner Morgenpost sowie einige Programm- und Frauenzeitschriften für 920 Millionen Euro abgekauft.

Wer bitte kauft in der heutigen Zeit noch Printtitel auf? Gut, wenn man sich das näher ansieht, dann wird bemerkt, dass Axel Springer der Funke Mediengruppe ein Verkäuferdarlehen von immerhin 260 Millionen samt wohl saftigem Zinssatz gewährt hat. Dazu kommen dann auch verschiedene neue Joint Ventures, die eine gemeinsame Vermarktung der Medienangebote on- und offline vorsehen – unter Leitung eines Axel Springer Mannes. Die Funke Mediengruppe ist umgehend rührig geworden und firmiert seit 26.07. unter der Geschäftsform KGaA, als „[…]wichtige Voraussetzung für weiteres Wachstum des Unternehmens. Auf dieser Grundlage konnte z.B. auch die UniCredit als Partner bei der Finanzierung des Erwerbs der Regional- und Zeitschriften-Titel von der Axel Springer AG gewonnen werden“, wie Thomas Ziegler, Geschäftsführer der Funke Mediengruppe in der Pressemitteilung betont.

Was ich sehe ist, dass Axel Springer, nachdem das Konzernziel, 50 Prozent des Gewinns (Umsatzes?) mit Digital zu machen, erreicht worden ist, nun die 100 Prozent digital anstrebt. Meiner Meinung nach zu Recht. Die Finanzmärkte waren der selben Ansicht, die Axel Springer Aktie schoss unmittelbar nach der Ankündigung in die Höhe und hält sich seither recht gut da oben. Ich sehe auch, dass Springer trotz des Verkaufs die Finger noch sehr nah am Ball behält. Und ich hätte gerne gesehen, was mit der Funke Aktie passiert wäre, wenn es eine gegeben hätte.

Natürlich kann man jetzt von Printsterben erzählen und es bedauern, dass der gesamte Markt und auch die Vertriebsstrukturen einbrechen, wieder Redaktionen geschlossen werden, viele Journalisten arbeitslos werden und so weiter. Das ist in der Tat sehr schade. Jetzt ist es aber auch so, dass es das Internet nicht erst seit gestern gibt.

Schon seit Jahren sinken die Auflagenzahlen, dazu kommt noch, dass die Zeitungen hohe Umsatzeinbußen verkraften müssen, weil der überregionale Stellenmarkt ins Internet abwandert. Aber das ist doch schon seit mehr als 10 Jahren so! Einige Verlagshäuser haben diese Wende geschickt bewältigt und sich an guten Rubrikenmärkten, beispielsweise Jobbörsen, beteiligt oder diese aufgekauft. Axel Springer hat das frühzeitig auch gemacht – immerhin sind sie schon 2004 bei StepStone eingestiegen.

So, jetzt aber nur nicht auf den Lorbeeren ausruhen! Springer hat auch hier weiter gedacht und sein Portfolio sukzessive „digitalisiert“. Andere tun das nicht. Und andere kaufen Printtitel.

Schlagen wir nun mal den Bogen zu einem meiner Lieblingsthemen: Jobbörsen! Die Funke Mediengruppe ist Teil eines Gemeinschaftsunternehmens namens „Marktgruppe„, dem auch die Verlagsgruppen Dr. Ippen und Holtzbrinck ProServ Medien Service GmbH angehören. In der Marktgruppe befindet sich die Stellenbörse stellenanzeigen.de, aber z.B. auch Immowelt, die – nebenbei bemerkt – nun auch den Schweizer Markt angehen.

stellenanzeigen.de ist unter anderem für seine Online-Print-Kombinationen bekannt. Werden nun Stellenangebote auch in den neu erworbenen Springer-Titeln platziert – sowohl online als auch im Druckprodukt? Leider habe ich auf diese Frage noch keine Antwort erhalten. Aber womöglich regelt sich das alles bald von selbst.

Wobei auch die Frage berechtigt sein dürfte, was mit Online-Stellenmärkten zukünftig geschehen wird. Social Media, mobile Recruiting, technische Innovationen wie Jobsuchmaschinen und semantische Suchmechanismen, … das sind große Herausforderungen, aber es sind jobbörsenseitig keine tatsächlichen Lösungen in Sicht.

Print hat die Online-Wende verschlafen, sehen Sie zu, dass Online nicht den generellen Digital-Trend verpennt!
Die Truppen mobilisieren sich in allen Richtungen, und vor allem spezialisierte Player sind im Anmarsch. Die IT-Job-Board-Übernahme durch Dice, die ebenfalls deutlich den zentraleuropäischen Markt im Visier hat, ist ein interessantes Beispiel. Oder auch in der Dänemark, in deren Staat nichts faul ist, bereitet man sich auf diverse Attacken vor. Und wer weiß, wann die Dänen dann auch hier auftauchen – aber nein, sie sind ja schon mitten unter uns!