Nach der 3. Recruiting Convention in Zürich letzte Woche legte der Schweizer Jobbörsen Marktführer jobs.ch gleich am Tag darauf mit der Vor-Präsentation der CVcloud nach.

In den jobs.ch Büros (übrigens ein ehemaliges Spital, in dem anscheinend einige der „Jöbsler“ zur Welt gekommen sind oder dort ihre Kinder geboren haben) fand sich also eine illustre Runde aus HR-Bloggern, Recruitern, Headhuntern, Journalisten und Agenturvertretern zusammen, um sich das ab 24. Oktober zur Verfügung stehende Produkt im Detail erklären zu lassen.

Active Sourcing ist spätestens seit der Zukunft Personal sehr trendig, was man auch an den verschiedenen neuen Produkt-Relaunches oder Kooperationen sehen kann.

jobs.ch – unter der neuen Dach-Gesellschaft zwischen Ringier und Tamedia, der JobCloud AG – haben wie gewohnt die Trends ein wenig um die Ecke gedacht: man möchte als Jobbörse (welche an sich dem fast schon tot-geglaubten Recruiting-Instrument 1.0 entspricht *Ironie*) nicht zwingend das Rad neu erfinden, sondern das Bestehende weiter entwickeln und verbessern. Demnach erhebt die CVcloud auch gar keinen Anspruch, wie ein soziales Netzwerk zu funktionieren geschweige denn LinkedIn oder XING als Rivalen ausstechen zu wollen.

Nein, es geht einfach darum, aktiv Jobsuchende dazu zu bewegen, sich in die Lebenslaufdatenbank einzutragen, nach Belieben die Daten aus XING oder LinkedIn zu importieren und in der CVcloud weiter anzupassen und dann mit Recruitern in Kontakt zu treten. Den Kompetenzen („Skills“) des Bewerbers wird dabei besondere Aufmerksamkeit geschenkt, denn der Kandidat kann bis zu 10 Kompetenzen zu seinem Profil hinzufügen. Selbstverständlich können ein PDF-Lebenslauf und/oder Zeugnisse zusätzlich hochgeladen werden.

Wenn das Profil des Bewerbers 3 Monate lang in der Datenbank verbracht hat und selbst nach Aufforderung nicht mehr aktualisiert wird, wird es gelöscht. Schluss. Aus. Amen. Damit soll es keine „Kartei- bzw. Profilleichen“ in der CVcloud geben. Das ist konsequent und gut. Um die Datenbank zu füllen, werden einige Maßnahmen betrieben: Eine fiel mir direkt am Basler Bahnhof SBB auf, wo eine entsprechende Werbe-Leuchtwand die Reisenden animiert, ihren Lebenslauf in der CVcloud zu speichern. Wirkungsvoll (und bestimmt teuer).

Recruiter können also davon ausgehen, dass die Kandidaten, die sich in die Datenbank eingetragen haben, aktiv auf Jobsuche sind. Im Übrigen können – ähnlich wie beim XING Talentmanager – Stellenangebote entweder in das Backoffice der CVcloud hochgeladen und semantisch ausgelesen (Stichwort: Parsing) werden oder man verwendet die bereits live geschaltete Stellenanzeige auf jobs.ch. Passende Kandidaten werden dann, wiederum wie beim XTM, vorgeschlagen.

Andernfalls gibt es natürlich ein Sucheingabefeld, und zwar ein einziges. Dieses funktioniert im Prinzip wie bei Google. Suchanfragen können einfach gestrickt sein oder aus komplexen „Search Strings“ bestehen. Damit kommen auch gewiefte Boolean Active-Direct-Sourcers auf ihre Kosten.

Findet ein Recruiter ein passendes Profil, kann er dem (oder der) Auserwählten eine Anfrage mit der Bitte um Freigabe der Kontaktdaten senden: Einen vorgegebenenn Standardtext gibt es jedoch nicht – jedenfalls nicht in der aktuellen Version. Da muss sich der Sourcer etwas Eigenes einfallen lassen – wobei er dabei hoffentlich keinen in Word vorgefertigten Massentext kopiert…

Der Kandidat hat schließlich die Wahl: Er (oder sie) kann dem Recruiter sein Interesse an der vorgeschlagenen Stelle bekunden oder auch ablehnen, wenn der Job nicht passt. Als allerletzte Möglichkeit gibt es den „Death-Button“ (den nenne ich jetzt mal ganz frech so): Sollte sich der Bewerber von den Recruiter Anfragen genervt fühlen, kann er diesen komplett blockieren. Das gilt dann als endgültig und kann nicht rückgängig gemacht werden. Sprich: Bewerber sollten sich gut überlegen, ob sie das tun.

Andererseits werden Absagen und Blockier-Aktionen von der CVcloud getrackt und geben damit dem Recruiter, aber auch seinen Team-Kollegen oder Vorgesetzten, Aufschluss darüber, wie effizient seine Ansprache ist. Das scheint ein richtiger Schritt in das Qualitätsmanagement bei der Bewerberansprache zu sein.

Und mobile? Anscheinend, so verriet jobs.ch auf der 3. Recruiting Convention, arbeitet man an einem mobilen „Apply Button“. Mehr dazu in ungefähr sechs Monaten.

Interesse an einem CVcloud Probelauf ab dem 24.10.? Teilen Sie’s mir mit, ich kümmere mich darum.