Einfach mal anders denken

Wer bin ich, was kann ich, und was will ich tun?

Jeder Mensch hat Fähigkeiten, Kompetenzen, Fertigkeiten – erlernte, erworbene und solche, die irgendwie in unserem persönlichen Charakter und Temperament drinstecken.

Gerne sprechen wir heute auch neudeutsch von den „Skills“, die wir haben oder nicht haben.

Welche sind Ihre fünf Top-Kompetenzen? Welche sind die „Skills“, die Sie tagtäglich in Ihrer Arbeit, in Ihrem Privatleben und in der Freizeit einbringen?

Können Sie diese benennen?

Wahrscheinlich wird Ihnen das nicht leicht fallen. Ich denke, das ist ziemlich normal.

Kürzlich schrieb mich ein Vertreter des 2017 in Paris gegründeten HR Tech Startup Boost.rs an. Daraufhin sprach ich mit einem der vier Gründer, Vincent Lebunetel.

Da ich die Funktionsweise der Plattform sehr gut, intuitiv und für einen wirklichen Mehrwert für sowohl Arbeitgeber als auch Jobsuchende halte, stelle ich Boost.rs heute in einem eigenständigen Post vor.

Boost.rs – die Menschen dahinter, Idee und Förderung

Die Menschen

Vincent berichtet mir, dass er und seine drei Mitgründer aus verschiedenen Fachrichtungen und Ausbildungsgängen stammten. Das Gründungsteam vereint drei Nationalitäten (französisch, rumänisch und spanisch) sowie mehr als 13 Jahre Berufserfahrung pro Gründungsmitglied und Kompetenzen in Business Development, Strategie Consulting, AI Expertise und Informatik-/Programmierkenntnissen.

Er selbst war Manager mit Personalverantwortung in großen Konzernen und verfügt über nationale und internationale Berufserfahrung.

Heute besteht das Boost.rs Team aus insgesamt 15 Mitarbeitern.

Die Idee

Was er und seine Mitstreiter am HR Tech Markt vermissten, war ein Tool, das nicht nur den Arbeitgebern dient, sondern auch den Jobsuchenden.

Die Idee hinter Boost.rs wurde rasch dorthin entwickelt, das Talentmanagement zu demokratisieren.

Was bedeutet das?

Das heißt zum einen, dass Vincent und seine Kollegen finden, dass ALLE Mitarbeiter eines Unternehmens individuell gefördert werden sollten. Aktuell werden lediglich die unternehmenseigenen High Potentials für eine Weiterentwicklung in Betracht gezogen. Dabei schlummern mit Sicherheit noch viele andere Talente in den Talentpools.

Zum anderen bedeutet die Demokratisierung, dass Talente, Mitarbeiter und Jobsuchende ihre Daten in der Boost.rs Plattform eingeben und dieses Kompetenzprofil ihrem Arbeitgeber zur Verfügung stellen können, wenn letzter Boost.rs zum Zweck des internen Talentmanagement nutzt. Datenhoheit und -übertragbarkeit liegen – u.a. dem Datenschutzgesetz DSGVO gedankt – beim Arbeitnehmer. Dieser ist also immer Herr oder Herrin des Kompetenzprofils.

Förderung und Investments

Seit Oktober 2017 wird Boost.rs im Inkubator „Rhizome“ von Paris&Co gefördert. Dieser Inkubator kümmert sich ausschließlich um Unternehmen der HR Tech Branche.

Eine Investitionsrunde von insgesamt 1,5 Mio Euro kann Boost.rs aktuell vermelden. Business Angels und einige institutionelle Geldgeber haben diese Summe zusammengetragen.

Seit knapp 14 Tagen steht die Plattform auch französischen Arbeitssuchenden im „Emploi Store“ von Pole Emploi – dem französischen Arbeitsamt – zur Verfügung.

So funktioniert Boost.rs – die vier Hauptfunktionen

1. Kompetenzprofil

Der Plattform liegen sowohl die europäischen ESCO-Klassifikationen für Fähigkeiten, Kompetenzen, Qualifikationen und Berufe zugrunde als auch die des US-amerikanischen Pendants O’NET.

Laut Vincent gibt es derzeit 3.000 „Unique“ Berufszuordnungen.

Wenn ich nun ein Kompetenzprofil erstellen möchte, fordert mich Boost.rs auf, eine Berufsbezeichnung auszuwählen.

Praktischerweise erscheinen danach direkt die Kern-Kompetenzen, die zu diesem Métier dazu gehören. Anhand eines Schiebereglers bewerte ich die einzelnen, aufgelisteten Fähigkeiten. Ich bewerte damit meine eigenen Skills selbst, aber wer hier ehrlich sein möchte, kann das zum Beispiel in einem Gespräch mit Kollegen, Vorgesetzten oder auch Freunden und Bekannten vertiefen.

Anschließend bewerte ich meine zwischenmenschlichen und persönlichen Fähigkeiten wie beispielsweise Empathie, Überzeungskraft, eigenständiges Arbeiten, Durchhaltevermögen, usw.

Schließlich kann ich weitere Fertigkeiten angeben, Hobbies, bisherige berufliche Laufbahn und meine beruflichen Erfolge oder Karriere Milestones.

So kann dann ein halbwegs ausgefülltes Profil im Übersichtsdashboard aussehen:

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Zum Vergrößern anklicken

 

2. Lebenslauf optimieren

Boost.rs hilft damit Jobsuchenden, ihr Talent und ihre Fähigkeiten zu visualisieren und ihre Kompetenzen einzuordenen. So können Kandidaten zum Beispiel ihren Lebenslauf konkreter gestalten und ihre Top-Skills in ihr berechtigtes Licht rücken. Auch die selbst errungenen beruflichen Erfolge helfen Jobsuchenden dabei, ihren Marktwert gezielt darzustellen.

Boost.rs ist damit ein Werkzeug, das hilft, die eigene berufliche Laufbahn zu reflektieren und sich einem potenziellen Arbeitgeber optimal präsentieren zu können.

3. Karriereplanung

Damit nicht genug: Auch eine berufliche Weiterentwicklung kann ich mit Hilfe von Boost.rs angehen. Boost.rs möchte ebenfalls ein „Digitaler Karrierecoach“ werden.

Gebe ich beispielsweise meinen innigsten Karrierewunsch an, zeigt mir Boost.rs auf, welche Kern-Fähigkeiten ich dazu bereits habe, welche noch stärker herausgearbeitet werden müssen und welche Kompetenzen ich noch erwerben muss.

4. Interne Stellen- und Projektbesetzung

Jetzt wird es für Arbeitgeber interessant, und hierauf setzt das Geschäftsmodell (monatlicher Tarif je nach Firmengröße) von Boost.rs auf:

Sind alle Angestellten eines Unternehmens mit einem Boost.rs Profil unterwegs und geben dieses ihren Arbeitgebern frei, können zuständige (HR) Manager die Kompetenzen ihrer Belegschaft sehen. Damit besetzen sie intern ausgeschriebene Jobs oder Projekte mit den Kompetenzen und Menschen, welche die Arbeit stemmen können.

Damit erinnert mich Boost.rs auch an unseren 2. Platz des HR Hackathon aus dem Jahre 2015 (!), als das Projekt TIRCLE genau ein solches Talentpool Mapping präsentierte.

Fazit

Ich habe Boost.rs getestet und finde das Tool sehr intuitiv und einfach zu bedienen.

Für Jobsuchende, aber auch für jeden, der sich in Ruhe einmal Gedanken machen möchte, was er kann, worin sie gut ist oder wohin sich jemand entwickeln möchte, ist es ein ideales Werkzeug.

Für Unternehmen bietet es Gelegenheit, die eigene „Workforce“ und deren Kompetenzen darzustellen und damit interne Stellen oder Projekte zu besetzen.

Mein Tipp: Einfach mal ausprobieren, ein Profil anlegen (Boost.rs gibt es auch in englischer Sprache) und damit herumspielen. Dauert maximal fünf Minuten.

Unternehmenszugang / Demo

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