Mit dem neuen Jobposting-Tool CandidateReach von Wolfgang Brickwedde vom Institute for Competitive Recruiting in Kooperation mit German Personnel ist es den Anbietern tatsächlich gelungen, eine Marktlücke zu entdecken: Mit Hilfe des Systems werden per einmaligem Knopfdruck Stellenangebote auf mehr als 250 Partnerplattformen, hauptsächlich Jobsuchmaschinen wie beispielsweise kimeta.de, indeed.de, jobrapido, careerjet, etc. veröffentlicht.

Wolfgang Brickwedde weiß, wovon er spricht: die aktuellen Ergebnisse der CrossPro Umfrage haben wieder gezeigt (und auch ich muss mich wohl mit dem Gedanken anfreunden), dass Jobsuchmaschinen, so genannte „Job-Aggregatoren“ bei den Bewerbern beliebt sind. Warum das so ist? Ganz einfach: Die Jobsuchmaschinenbetreiber sind in der Regel gute SEO-Spezialisten, sodass bei einer Jobsuche über Google die ersten Suchresultate von Aggregatoren stammen. Das bedeutet wiederum, dass Jobsucher nicht zwingend auf eine Jobbörse gehen, um sich eine neue Stelle zu suchen, sondern zuerst Google anstrengen.

Daher haben Firmen nun die Möglichkeit, über CandidateReach durch einen Knopfdruck an die 50 Jobsuchmaschinen auf einmal zu beschicken.

„Ja halt!“ werden Sie sagen, „solche Kooperationen haben doch auch die Jobbörsen, die ich nutze“. Stimmt, aber bei diesen müssen Sie zunächst einmal dem Anzeigenpreis entrichten, um dann eventuell auf einer oder zwei Jobsuchmaschinen (je nach Kooperation) dabei zu sein.

CandidateReach hat zwar auch seinen Preis, aber der liegt deutlich unter denen der großen Generalisten.

Eine Sache noch: Das Produkt CandidateReach ist bewusst auf maximal 500 Kunden limitiert, um den Reichweiteneffekt beizubehalten. Es eignet sich gut für KMUs, die darüber hinaus ein Bewerbermanagementsystem mitbenutzen können, um die eingegangen Bewerbungen zu bearbeiten – oder sie können ihr bestehendes System mittels Schnittstelle integrieren (oder umgekehrt).

Noch eine kurze Beobachtung zum Schluss: Besteht die Kooperation zwischen XING und kimeta nicht mehr? Ich finde weder auf XING noch auf kimeta irgendwelche Hinweise, geschweige denn gegenseitige Jobs…

[Update 2014]: XING hat zwischenzeitlich eine Jobsuchmaschine übernommen, allerdings Jobbörse.com, nicht kimeta.