Einfach mal anders denken

Google for Jobs, Job Search Discovery, Google Hire, Google Profile Search -> Cloud Talent Solution

Ehrlich gesagt wird es zeitweise schwierig, den Google Produktneuheiten in Sachen Jobsuche, Bewerbermanagementsystem, Indexing API und neuerdings auch Google Profile Search und Candidate API zu folgen: Nicht nur, dass es am laufenden Band Neuheiten gibt, die für die HR Tech Branche wichtig sind. Nein, Google ändert auch regelmäßig die Produktnamen.

Doch nun scheint man sich auf einen übergreifenden Namen geeinigt haben: „Google Cloud Talent Solution„.

So weit, so gut.

Auf der letzten Konferenz „Google Cloud Next ’18“ in San Francisco vom 24.-26- Juli wurden einige Neuheiten und Neuerungen speziell für die Job- und Kandidatensuche vorgestellt.

Das dazu gehörende Video der Keynote gibt es auf Youtube zu sehen.

Mich hat dabei besonders das an genau jenem Tag im Juli gelaunchte Produkt (in Beta, of course) „Profile Search“ interessiert, das gegen Ende in der oben verlinkten Keynote präsentiert wird.

Die zugrunde liegende „Candidate Search API“ (parallel zur Jobs Search API) wurde von einigen ausgewählten Unternehmen getestet.

In diesem Beitrag werde ich

Das ist Google Profile Search

In vielen Studien steht immer wieder, dass Bewerber und Kandidaten, deren Lebensläufe in einem unternehmenseigenen Talentpool schlummern, eine gute Vorauswahl für neue Jobs darstellen.

Die Kandidaten haben bereits Interesse am Unternehmen gezeigt und haben sich vielleicht ein- oder mehrmals auf eine ausgeschriebene Vakanz beworben. Möglicherweise waren sie bereits auf einer „Shortlist„, aber aus irgendeinem Grund kam es zu keiner Einstellung.

Meistens „verkümmern“ diese potenziellen neuen Mitarbeiter in der eigenen Datenbank, weil niemand daran denkt, dort nach neuen Mitarbeitern zu suchen. Eventuell ist aber auch die Suchfunktion innerhalb des Talentpools mangelhaft und versteht die Suchanfrage des Recruiters nicht.

Genau hier kommt die Google Profile Search ins Spiel:

Anhand der Candidate Search API analysiert Google die eingegebenen Suchanfragen, „versteht“ diese in ihrer Komplexität und gleicht diese mit den vorhandenen Kandidaten Profilen ab.

Bildlich dargestellt kann das zum Beispiel so aussehen:

Recruiter müssen keine komplexen Boolean Strings mehr eingeben, Google versteht und analysiert die Anfrage und lernt dazu

Recruiter müssen keine komplexen Boolean Strings mehr eingeben, Google versteht und analysiert die Anfrage und lernt dazu

Dass dahinter eine ganze Reihe von Prozessen ablaufen, ist klar.

Das System lernt mit der Zeit dazu, denn es basiert auf „künstlicher Intelligenz“ und „Machine Learning„.

Google analysiert seit Jahrzehnten viele Suchanfragen im Netz und versucht, diese semantisch zu deuten. Durch den Prozess des Verstehens kann Google damit andere Informationen logisch verknüpfen und kann damit intelligentes „Matching“ betreiben.

Darüber hinaus werden die aufgefundenen Profile zum Beispiel höher gerankt, wenn es bereits eine oder mehrere Kontaktpunkte zwischen Kandidaten und Unternehmen gab.

Erste Testergebnisse der Google Profile Search

In der Google Cloud Next Keynote berichtet Jason Weingarten von Yello, dass zwei seiner größten Kunden (Bloomberg und Quest Diagnostics) mehr als 50 Prozent bessere (58 und 73 Prozent, um genau zu sein) Suchergebnisse dank Google Profile Search aufweisen konnten. Die Resultate waren relevanter, und diese Kandidaten befanden sich bereits in deren Talentpools.

Steve von Openlogix sagt, dass Google Profile Search im Google-eigenen ATS „Google Hireautomatisch passende, bereits existierende Kandidaten in der Datenbank vorschlägt, wenn ein neuer Job im Bewerbermanagementsystem angelegt wird. Dies hat bei ihm dazu geführt, dass eine „Quality Engineer“ Stelle bei ihm binnen eines Tages besetzt werden konnte – anstatt in vier Wochen.

Was bedeuten Google Profile Search und Candidate API für Recruiter und Sourcer

Ich denke, Google Profile Search kann das Leben von Recruitern und Sourcing Spezialisten einfacher machen: Die API lernt, Angebot und Nachfrage zu verstehen und fördert das passende Talent aus der eigenen Bewerberdatenbank hervor.

Selbstverständlich muss dazu das verwendete Bewerbermanagementsystem mit der Google Candidate API arbeiten und diese in das System integrieren.

Lassen Sie uns die Idee noch ein wenig weiter spinnen: Während Sie mit der Candidate API in Ihren eigenen „Kandidaten-Gewässern“ fischen, könnte man sich die Technologie auch als „Open API“ vorstellen, die das gesamte Internet nach passenden Kandidatenprofilen absucht. Kein Erlernen von komplexen Boolean Strings mehr nötig, die Software übernimmt das für Sie, und macht es sogar noch besser als Sie es sich erträumt hätten.

Vielmehr: Google könnte ein entsprechendes Produkt dafür auf den Markt bringen.

Aber das hat es ja bereits: Google Hire

Lassen Sie uns sehen, wie sich Google auf dem HR Tech Markt weiter entwickelt. Das könnte spannend werden – für alle Marktteilnehmer.