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Das Stellenanzeigen Forschungsunternehmen index – den meisten besser bekannt unter dem Produktnamen Anzeigendaten – hat den Stellenanzeigen Report 2015/2016 für Deutschland herausgebracht. Auf meinem Daily Press Blog habe ich einen Teil der Ergebnisse bereits diskutiert.

Heute möchte ich nach Darstellung des Umfrage Settings und des Teilnehmerkreises einige der Resultate und die Studie an sich etwas detaillierter präsentieren.

Stellenanzeigen Report Aufbau und Methode

In der Einleitung der Studie (hier kann sie gegen Angabe der E-Mail Adresse heruntergeladen werden) wird folgende Vorgehensweise präzisiert:

Knapp 400 deutsche Unternehmen haben die Fragen für den index Stellenmarkt Report 2015 beantwortet, wobei index bei jeder Grafik die Anzahl der Teilnehmer, die die jeweilige Frage tatsächlich gegeben haben, genau aufgeführt hat. Ich finde das begrüßenswert (und gehe übrigens bei meinen Studien genauso vor).

Die Studie wurde in Deutschland im Zeitraum vom 23. Juni bis zum 31. Juli 2015 als Online-Umfrage durchgeführt.

Zur Umfrage eingeladen wurden Unternehmen, die in den vorangegangenen sechs Monaten mindestens fünf Stellenanzeigen geschaltet hatten.

Damit ein einheitliches Meinungsbild aus jedem Teilnehmer-Unternehmen gewährleistet ist, konnte pro Unternehmen jeweils nur eine Person den Fragebogen beantworten.

Die Teilnehmer

66% der deutschen Teilnehmer kommen aus der Personalabteilung. 43% der Unternehmen beschäftigen 50-249 Mitarbeiter, 21% der Firmen haben 10-49 Mitarbeiter. Dazu kommen 16% mit zwischen 250 und 499 Mitarbeitern und jeweils 8% der Teilnehmer mit einer Unternehmensgröße von 500-999 bzw. über 1.000 Mitarbeitern.

Die genaue Branchenaufteilung entnehmt Ihr der Gesamtstudie.

Die 10 Top Ergebnisse im Kurzüberblick

Hier zunächst die wichtigsten Ergebnisse als Liste. Nachfolgend einige Grafiken und Kommentare

  • im Jahre 2014 hat index rund 6,8 Millionen Stellenanzeigen in allgemeinen und spezialisierten Jobbörsen, Print-Medien und auf Unternehmen-Karriereseiten erfasst
  • Das dafür aufgewendete Brutto Budget (ohne Rabatte einzubeziehen) errechnet index auf ungefähr 1,7 Milliarden Euro
  • Beinahe die Hälfte aller offenen Stellen wird mittels Stellenanzeigen (Print und Online) besetzt
  • 32 Prozent der Firmen werden im nächsten das Budget für Stellenanzeigen (Print und Online) anheben
  • Heute werden bereits 50 Prozent des Recruitingbudgets für Online Stellenanzeigen Schaltungen aufgewendet
  • 20 Prozent übrigens in Print
  • Und 34 Prozent der Befragten geht davon aus, dass die Stellenanzeige in den nächsten 5 Jahren ihre Bedeutung beibehalten wird
  • Anzeigen Schaltagenturen spielen für 13 Prozent eine große Rolle für Firmen, wobei der direkte Draht zu Jobbörsen von 43 Prozent als wichtig angesehen wird.
  • Dennoch nutzen insgesamt 75 Prozent der 255 Antwortenden häufig bis gelegentlich Stellenbörsen Paketangebote (hier übrigens mein Leitfaden zur optimalen Stellenpaket Auswahl)
  • Bei den Printtiteln stehen regionale Blätter für Anzeigenschaltungen im Vordergrund, gefolgt von Fach- und Branchenzeitschriften

Einige Ergebnisse genauer betrachtet

1,7 Milliarden Euro für Stellenanzeigen (Brutto)

index-bruttoausgaben-stellenanzeigen-deutschland

Ganz schön viel, was? Nicht vergessen: Hier sind auch die Brutto Anzeigenpreise von 186 Printtiteln inkludiert.

index weist auch nochmals darauf hin, dass es hier um die Anzeigen Bruttopreise geht, und dass man von ca. 60 Prozent des genannten Milliardenbetrags ausgehen sollte, um der Wahrheit des Wertes des deutschen Stellenanzeigen Marktes am nächsten zu kommen.

Das wären meinen Berechnungen zufolge 1,02 Milliarden Euro. Hübsch.

Und wie viel davon kann man den Online Jobbörsen zurechnen? Abgesehen davon, dass ja Gewinne von anderen Job Plattformen, zum Beispiel Jobsuchmaschinen, die auf Cost-per-Click Basis Umsätze erzielen, hier leider nicht gemessen werden können, da sich index Anzeigendaten auf kommerzielle Jobbörsen beziehen.

Jedenfalls lassen sich anhand dieser und weiterer Daten und Analysen einige spannende Umsatz Szenarien, auch für verschiedene, große Online Stellenmärkte ermitteln.

Interesse?

eine individuelle Stellenmarkt Umsatzanalyse anfragen

 

2,3 Millionen Jobs auf Online Jobbörsen im Jahre 2014

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2,3 Millionen Jobs auf 35 deutschend Jobbörsen (Anzeigendaten untersucht überwiegend kommerzielle Jobbörsen, ohne Jobsuchmaschinen) im Jahre 2014. Hier wurden Stellenanzeigen Doppelungen („Duplikate“) mit eingerechnet, um den Gesamtbestand abzubilden.

Im Jobfeed Tool, von welchem alle kommerziellen Jobbörsen gecrawlt werden (wobei hier auch leider einige SPAM-Jobportale und Jobsuchmaschinen zu finden sind), werden für 2014 insgesamt 4,7 Millionen Online Anzeigen auf Stellenbörsen entdeckt. Lasst uns davon gut 1,5 Millionen Jobs abziehen, um ungefähr auf das tatsächliche Job-Level zu gelangen.

Bleiben noch 3,2 Millionen Jobs, sodass knapp 72 Prozent des Online Job Bestands auf kommerziellen Jobbörsen von den 35 durch index getrackten Online Stellenmärkten ausmachen.

 

Erfolgreiche Recruiting Wege

index-recruitingwege

Stellenanzeigen (Print und Online) sind die effektivsten Recruitingwerkzeuge. 48 Prozent der 277 antwortenden Unternehmensvertreter bezeugen dies.

Aber woher wissen die das? Nur sehr wenige Firmen beschäftigen sich mit so etwas wie Recruiting bzw. Hiring Metrics.

Immerhin „gestehen“ die meisten, dass ihre Karrierewebsite offensichtlich ein sehr schwacher Recruiting Kanal ist: Nur 6 Prozent der Einstellungen kommen (anscheinend -> wie gesagt, kaum einer trackt das zuverlässig…) über die Karriereseite zustande. Noch weniger über Social Media. Aber auch hier gilt: Wer misst das und wenn ja, wie?

Nun ja, bleibt noch viel zu tun!

Wer übrigens seiner Karriereseite zu etwas mehr Traffic und Bewerberkonversionen dank gezielten, strukturierten und vor allem passenden Inhalten verhelfen möchte, für den habe ich bald etwas:

Mehr zum neuen Inbound Recruiting Workshop erfahren

 

Wer schaltet Print, wer Online?

Die nachfolgende Grafik hat mich doch ein wenig überrascht, aber nur ein wenig.

index-anzeigendaten-keine-ueberschneidungen-online-printanzeigen

Bei allen existierenden Print-Online Kombinationen, bei den vielen Anzeigen- und Paketagenturen, die es gibt, bin ich einerseits erstaunt, dass es angeblich nur 26 beziehungsweise 30 Prozent Überschneidungen in beiden Medien für eine Vakanz geben soll.

Andererseits müsste man gegebenenfalls genauer betrachten, um welche Art von Anzeigen es sich handelt, die ausschließlich in dem einen oder dem anderen Medium geschaltet werden.

Handelt es sich beispielsweise um so genannte gewerbliche Jobs, bin ich nicht verwundert, dass Unternehmen diese nur in einem regionalen Anzeigenblatt inserieren. Auch bei sehr speziellen Stellen, die in einem Fachmagazin gut aufgehoben sind, kann ich mir vorstellen, dass man diese nicht in den großen Online Stellenbörsen ausschreibt. Der Bewerbertraffic ist hier einfach zu verwässert.

Umgekehrt gilt natürlich das Gleiche: Gewerbliche Stellen funktionieren auf den meisten großen kommerziellen Jobportalen nicht. Hier wären zum Beispiel Anbieter wie MobileJob für den gewerblichen Bereich vorzuziehen, oder für Nebenjobs auch Jobino.

 

Fazit

Sehr spannende Zahlen, wobei eine noch breitere Datenbasis toll wäre. Auch wäre es begrüßenswert, wenn die Umfragemethode von Online Befragungen auf telefonische oder Einzelgespräche ausgeweitet werden würde.

Die Umsatzzahlen sind gute Indikatoren und Anhaltspunkte, wobei Leser und Analysten beachten müssen, dass hier lediglich ein Teil – wenn auch ein großer – des Anzeigenmarktes für Stelleninserate dargestellt wird.