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Online Recruiting Jahresrückblick 2014

fortune-cookie-job_13903364409_3571533dbb_o-featuredTraditionsgemäß ist der Dezember der Zeitpunkt der Jahresrückblicke. Zeit, Bilanzen und Schlüsse zu ziehen, um sich auf das nächste Jahr vorzubereiten.

Für den Online-Recruiting.net Jahresrückblick 2014 habe ich Ihnen Folgendes ausgearbeitet:

Ausgehend von meiner „wilden Orakelei“ für 2014, überprüfen wir doch mal, ob und was sich tatsächlich davon ereignet hat!

 

Los geht’s:

Vorhersage Nr. 1

 

Mindestens eines der noch verbleibenden Social Media Karrierenetzwerke im Netzwerk (à la BranchOut, Bravenewtalent, …) wird verkümmern.

 

BeKnown, das sich auf Facebook basierende Karrierenetzwerk im Netzwerk von Monster, ist nicht mehr wirklich aktiv. Wozu auch? Schließlich hat Monster WorldWide TalentBin gekauft, und das gleich zu Beginn des Jahres.

Hat dann noch bis zum Sommer gedauert, bis das dann zu finden war – hier stand ursprünglich ein Tweet, aber:
Update (07.01.2015): Dieser Tweet ist zwischenzeitlich geschützt, alle Tweets von BeKnown wurden für nicht bestätigte Follower unsichtbar gemacht.

 

Aber BeKnown ist damit in bester Gesellschaft:

Liegt evtl. auch an einem Update der Facebook AGB (kann mir jemand bitte die Info schicken? Ich meine, da war was), aber die Idee an sich funktionierte eben nicht wirklich.
Außerdem hat Facebook doch vor kurzem erst Facebook at Work gestartet.

Mal sehen, ob das ein großer Wurf wird. Denke eher nicht – die Jobbörse war ja auch schon ein Flop.

 

Fazit für die erste Orakelei:

Das Thema Karrierenetzwerke im Netzwerk ist abgehakt!

Vorhersage Nr. 2

 

Der eh schon kleine osteuropäische Jobbörsenmarkt wird sich weiter konsolidieren.

Ende 2013 haben Monster Worldwide und Alma Media ein bedeutendes Joint Venture angekündigt, und dieses haben sie 2014 vorangetrieben, eine neue Einheit namens AlmaCareer gebildet und ein zentrales Portfolio geschaffen.

Das geht aber noch weiter, denn erst vor einigen Tagen hat Alma Media das Immobilienportal City24 abgestoßen. In der Pressemeldung gibt Raimo Mäkilä, Senior Vice President und Head of Alma Media Marketplaces, bekannt, dass man sich mehr auf das Online Recruitment Business außerhalb Finnlands konzentrieren werde.

Das Osteuropa Joint Venture Ringier Axel Springer übernimmt die marktführende ungarische Jobbörse profession.hu.

 

Fazit

 

Kleiner Markt wird immer kleiner – also, von Wenigen dominiert.

Vorhersage Nr. 3

 

Eine bekannte, aus der DACH-Region stammende Stellenbörse wird verschwinden, entweder durch Verkauf oder durch Übernahme mit gleichzeitigem “Eingestampft-werden” oder durch Bankrott.

JobScout24.de?

 

Fazit

 

Gilt, oder?

Vorhersage Nr. 4

 

Es werden mindestens 4 internationale Online-Recruiting Player den deutschen Markt betreten, wenigstens einer davon mit erfolgreichen Aussichten.

 

Ich zermartere mein Hirn und blättere durch meine übers Jahr angehäuften Notizen. Hab ich was verpasst?

So richtig lauthals hat dieses Jahr in Deutschland niemand gelauncht.
Zwar sind Anbieter wie Madgex, Multiposting, Cammio und Connexys stärker präsent, aber es bahnen sich eher Neustarts fürs nächste Jahr an.

Z.B. Glassdoor, auf deren Deutschlandstart ich dieses Jahr spekuliert hatte (kam dafür gleich Anfang 2015 – mehr oder weniger gelungen…). Dafür sind sie seit kurzem in Frankreich online.

Oder auch Qandidate und smartrecruiters.

 

Fazit

Der deutsch(sprachig)e Markt hat seine Tücken. Zudem findet eine starke Konsolidierung statt und gleichzeitig eine Gründungskultur mit neuartigen Ansätzen.
Und wer weder der deutschen Sprache mächtig ist noch genügend kulturelles Know-how hat, kann sich einige der vergangenen internationalen Pleiten ansehen und überlegen, ob sich ein Start rechnet.

 

Vorhersage Nr. 5

 

Ein bisher unbekanntes Startup bringt eine mobile Recruiting App auf den Markt, das alles bisher da Gewesene revolutioniert.

Hier fallen mir zwei ein:

Über eines, truffls, habe ich bereits geschrieben.

Der Beitrag zu Mobilejob.com wird folgen – wohl eher im kommenden Jahr. Ich finde die App samt Ansatz sehr interessant.
Dafür haben die Betreiber rund um Gründer Steffen Manes letzte Woche den Zuschlag für eine High Tech Gründerfonds Finanzierung erhalten.

Glückwunsch!

 

Fazit

Wenn ich mir den Pool an neuen mobilen Recruitment-Apps, Sites und Ideen ansehe, den ich über das Jahr hinweg fleißig angesammelt habe, wird klar: Mobile is King!
Interessiert die Recruiter aber immer noch wenig, und da wird auch ein Candidate Experience Seminar kaum Abhilfe schaffen, hehe.

 

Vorhersage Nr. 6

 

Mindestens eine deutsch sprachige Nischen Jobbörse wird den nationalen Top 5 Platzhirschen so richtig Bammel machen und für Furore am Markt sorgen.

Wenn ich mir die monatlichen Auswertungen der Marktanteile neue Jobs auf deutschen Jobbörsen ansehe, fallen einige Stellenbörsen auf:

 

Fazit

So richtig Bammel machen diese Jobbörsen den deutschen Top 5 nicht.

Möglicherweise ist die Entwicklung von Stellenmärkten in regionale und branchenspezifische Player eine interessante Sache, die sich auf Dauer gegen die Generalisten behaupten wird?

In der Schweiz haben sich immerhin einige spezialisierte Jobbörsen zusammengetan, um Expertenjobs an den Start zu schicken.

 

 

Zwei HR-Agenturen (Posting-Agentur oder Personalmarketing) kaufen oder launchen eine Jobbörse.

Nein, das wäre aber wirklich ein Griff daneben gewesen, wenn das jemand gemacht hätte! Hat jemand? Ich hoffe nicht.
Agenturseitig hat sich eher ein anderer Trend bemerkbar gemacht:

Job-Posting Agentur übernimmt Personalmarketing Agentur. Jaja, es nennt sich Kooperation, aber bei softgarden und 1000jobboersen war anfangs ja auch von einem Merger die Rede.

Und die Königsteiner hat sich AWS-PWU geschnappt.

Fazit:
Wir werden im Agenturumfeld noch weitere Konsolidierung sehen.

10% der DAX-Firmen werden bis Juli 2014 eine mobile-optimierte Karriereseite haben (aktuell sind’s knapp 7%)

Es sind sogar laut der Wollmilchsau Studie und meiner eigenen Social Media Recruiting Studie 20 Prozent!

Fazit:
Richtig eingeschätzt, sogar besser als erwartet – aber immer noch zu wenig!

Eine Jobsuchmaschine wird in Deutschland für Wirbel sorgen, weil sie mehr Reichweite ausweisen kann als die beiden reichweitenstärksten deutschen Jobportale.

Nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz!

Fazit:
Die Auswertungen basieren auf ComScore Zahlen und beziehen sich auf einzelne Monate.
Dennoch extrem spannend: Der Traffic-Lieferant der Jobbörsen nimmt den Jobbörsen Traffic weg…

Das sollten Sie über die Feiertage mal in Ruhe meditieren.

Auch in der DACH-Region kauft eine Jobbörse einen spezialisierten Print-Verlag.

Fällt mir keine ein. Ihnen?

Fazit:
Falsche Vermutung. Nix passiert.

Social Media Recruiting und entsprechende Angebote für Unternehmen werden zunehmend von Jobportalen übernommen.

Nein, hat sich leider immer noch nichts Wegweisendes getan. Verschenktes Potenzial.
Wenn das eine/r richtig macht, wird’s gemütlich.

Fazit:
Könnte und sollte besser sein.

XING vs. LinkedIn – nee, beim besten Willen, da gebe ich keine Prognose ab. LinkedIn wird XING aber immer noch nicht kaufen.

Aber vielleicht wird LinkedIn ja Viadeo kaufen.

Fazit:
Der Kampf der Business-Netzwerk Giganten um den deutschen Markt ist noch nicht entschieden, aber ein Trend ist bemerkbar.

Und 2015?

Neben den üblichen Trends, den alle Säue vom Dach pfeifen (oder so ähnlich) – also Big Data, Mobile Recruitment, Employer Branding, Generation Y, Social Media Recruiting und Candidate Experience (ja, ich habe dieses „Candy Date“ wirklich gefressen), werden wir nächstes Jahr bestimmt einige interessante Technologien näher vorgeführt bekommen.

HR Tech Startups werden bei Vielen stärker auf dem Radar auftauchen – u.a. deshalb, weil diese endlich den HR-Staub etwas aufwirbeln. Dann kann die Branche wieder eine Menge Konferenzen und Kongresse organisieren können (der HR Hackathon ist natürlich die einzig sinnvolle Alternative…).

Auch wenn aktuell der Fachkräftemangel in vielen Unternehmen noch nicht genügend drückt bzw. Realität ist, werden Firmen beginnen (wollen), sich auf die heranwachsende Generation zukünftiger Mitarbeiter einzustellen. „Digital Transformation“ ist ein schönes Wort. Solange ich aber Personalern erklären muss, was ein „Browser“ ist, sollte man zunächst über einen Grundlagenkurs „praktikables (und verständliches) Online-Wissen“ nachdenken.

Reine Job-Posting Agenturen und Paketvermarkter werden zunehmend kalte Füße bekommen, wenn sie auf dem Stand bleiben wie vor 5 Jahren.

Axel Springer und Co. werden mehr Umsatz machen möchten, um noch mehr international einzukaufen. Sprich: Preiserhöhungen stehen an. Ob das im deutschen Markt sinnvoll ist?

stellenanzeigen.de streben nach noch mehr Relevanz im Markt. Nicht nur „mobile“, sondern generell „Digital First“ scheint hier die Devise zu sein.

Tja, und indeed und andere Jobsuchmaschinen,…

… doch zu all dem im nächsten Jahr mehr!

So wünsche ich Ihnen an dieser Stelle bereits frohe Festtage, einen guten Rutsch und alles erdenklich Gute für 2015!

Bleiben Sie uns treu!

Viele Grüße aus Straßburg,
Eva Zils

Bild: Fortune Cookie – Job by Flazingo Photos – Lizenz: BY-SA 2.0