73 Prozent der Franzosen fühlen sich laut einer Umfrage (OpinionWay im Auftrag von 20minutes.fr) von dem Lärmpegel der Vuvuzelas während der WM-Übertragungen belästigt. Der französische Pay-TV Sender CanalPlus hat gestern angekündigt, einen speziellen Soundfilter zu nutzen, um dem elenden Getröte im Fernsehen den Garaus zu machen (aber wen stört das denn noch, wenn Frankreich demnächst aus der WM 2010 ausscheidet… ;-)).

Aber einer konnte sich seit Beginn der Coupe du Monde mit den südafrikanischen Nervtröten so richtig bereichern: José Pecci hatte den Einfall, zwei Tage vor Beginn der WM eine Internetseite zu starten, auf der er Vuvuzelas anbot. Er ist Chef eines kleinen Unternehmens (4 Angestellte) und war der Erste, der in Frankreich diese Instrumente anbot.

Inzwischen erreichen ihn 200 Bestellungen von Privatleuten pro Stunde, im B2B-Bereich werden an die 10.000 pro Tag gebucht. Darunter z.B. auch einer Gewerkschaft aus dem Süden Landes, das die Dinger bald für ihre Demonstrationsmärsche verwenden möchte (und davon wird es mit Sicherheit in den kommenden Monaten einige geben, da die französische Regierung das Renteneintrittsalter von 60 auf 62 Jahre anheben wird, doch dazu später mehr).

José Pecci kann diesem Andrang bald nicht mehr standhalten und erwägt nun, seine Internet-Bestellseite zu verkaufen.

Aber was motiviert die eigentlich durch den Lärm der Vuvuzelas gestörten Franzosen, die Höllentröten en masse zu kaufen? Reine Rachegelüste! So sagt Pecci, dass ihn besonders eilige Kunden anrufen und ihm sagen: „Ich brauche meine Vuvuzela sofort, damit mich meine Nachbarn hören!“ Typisch französisch!

Vielleicht findet Pecci bald ja den nächsten Verkaufstrend, um die hitzigen, südländischen Gemüter abzukühlen. Er war ja bereits der erste Importeur für Sex-Toy Automaten in Frankreich…. 😉