Jobbörsen Vergleiche werden gern gelesen

 

Heute ein paar Worte zu der Jobbörsen Studie, die DEUTSCHLAND TEST (Marke von Focus Money) gemeinsam mit dem Kölner Analyse- und Beratungshaus ServiceValue unter 2.538 Jobbörsen Nutzern (also: Kandidaten?) im April 2014 durchgeführt hat. Vielmehr kamen bei der bundesweiten Befragung per Online Panel insgesamt 2.538 Bewertungen zusammen.

Das Studien Setting

 

Bewertet wurden pro Jobbörse insgesamt 12 Teilaspekte. Die Benennung der Aspekte finden sich etwas versteckt im Focus Money Artikel, wenn man die einzelnen Bereiche zum Lesen aufklappt. Die Teilaspekte fassen sich wiederum in 3 „Themenfelder“ zusammen, welche jeweils auf Jobbörsen Generalisten, Nischenseiten und Jobsuchmaschinen anzuwenden sind.

  1. Internet-Seite: Erscheinungsbild, Übersichtlichkeit, Bedienungsfreundlichkeit, mobile Nutzbarkeit
  2. Stellensuche: Suchfunktionen (zum Beispiel Umkreissuche oder Berufserfahrung), Übersichtlichkeit der Suchergebnisse, Anzahl der veröffentlichten Stellenanzeigen, Passgenauigkeit der Ergebnisse
  3. Service: Qualität des allgemeinen Kundenservice, Zusatzinformationen für Bewerber (zum Beispiel Tipps für Bewerbungen, Lebensläufe oder Vorstellungsgespräche), Erstellung von Suchprofilen, vorhandene Dienste für Smartphone-Nutzer

Die Auswertung

 

Die Tatsache, dass jeder Teilnehmer maximal bis zu drei Jobbörsen (besser: Jobportale, immerhin sind hier auch Jobsuchmaschinen dabei), die er in den vergangenen drei Monaten besucht hat, bewerten konnte (eine pro Typologie – Generalisten, Spezialisten, Jobsuchmaschinen?) zeigt, dass bei 2.538 Bewertungen dann bundesweit doch nur 846 Teilnahmen zu verzeichnen waren. Hm.

Immerhin hat im Schnitt jedes Jobportal 110 Bewertungen abbekommen: 2.538 Bwertungen für insgesamt 23 Websites.
Ich gehe davon aus, dass sich die Rohzahlen der Bewertungen pro Jobportal deutlich unterscheiden. Schließlich hat zum Beispiel nicht jeder der Teilnehmer auf einer bestimmten Nischenseite nach einem Job gesucht. Angaben dazu sind im Focus Money Artikel leider nicht zu finden. Da ist die CrossPro-Profilo Studie transparenter – was jedoch nicht zwingend zu deren Vorteil ist. Aber das ist ein anderes Thema.

16 der 23 bewerteten Portale haben es ins End-Ranking geschafft. Ausschlaggebend dafür waren laut Artikel „dass die Anbieter entsprechende Marktanteile/Reichweite besitzen und dass eine ausreichende Anzahl von Bewertungen eingesammelt werden konnte“.

Ja, wie? Beides auf einmal, eines von beiden oder eine zusammen gezimmerte Mischung nach bestimmten Kriterien?

Die verschiedenen Rankings, Gewinner usw. sind hier nachzulesen.

Die generellen Ergebnisse im Überblick

 

Internetseite

 

Egal, wie – die Arbeitssuchenden sind grundsätzlich zufrieden mit dem Angebot im Internet. Ein Großteil der Anbieter im Test wurde mindestens mit „gut“ oder „sehr gut“ bewertet. Ein deutliches Indiz dafür, dass es nicht nur mit der Suche geklappt hat, sondern anschließend auch mit dem neuen Job.

Na, das ist doch schon mal was. Die guten Old-School-Jobbörsen können wohl doch noch bei den Jobsuchenden punkten.

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Die allgemeinen Jobbörsen (Generalisten) schlossen beim Erscheinungsbild am besten ab (Durchschnittsnote 1,98). Dagegen wurde die mobile Nutzbarkeit mit 2,07 dagegen am schlechtesten bewertet.

Das Schlecht-sein bei mobile scheint allmählich zum negativen Trend zu mutieren. Wollt Ihr das wirklich?

 

Obwohl Absolventa.de unter den Spezialisten bei der mobilen Nutzbarkeit und bei der Bedienungsfreundlichkeit vorn liegt, reicht es am Ende nicht für den ersten Platz in der Kategorie – Stellenmarkt.de kann sich mit knappem Vorsprung durchsetzen, was vor allem den überaus positven Bewertungen bei der Übersichtlichkeit der Seite geschuldet ist.

Aha, seit wann ist Stellenmarkt.de eine spezialisierte Jobbörse??? Muss mir entgangen sein? Dieser Generalist arbeitet aktuell mit einem responsiven Webdesign, Absolventa (noch?) nicht.

Ansonsten zeigt sich dasselbe Bild wie bei den Generalisten: Der größte Nachholbedarf besteht aus Sicht der Nutzer bei der mobilen Nutzbarkeit. Dieser Umstand trifft auch auf die Job-Suchmaschinen zu. Die Seite Indeed.de liegt bei der mobilen Anwendung und bei der Bedienungsfreundlichkeit aber vorn, was unterm Strich zum Gesamtsieg in dieser Kategorie führt.

Ich wiederhole: Liebe Jobportale, werdet endlich mobile

 

Stellensuche

 

Nicht immer passt die vorgeschlagene Stelle offenbar zum vorher eingegebenen Profil.

-> da ist noch was zu tun! Matching!

 

Thema „Anzahl der Anzeigen“:

Insgesamt am besten schneiden in diesem Testfeld allerdings die Suchmaschinen ab.

Wen wundert’s? Hier wird ja fleißig aus dem Netz und anderen Jobbörsen aggregiert…

 

Service

 

Bei den Generalisten fällt ein weiteres Mal auf, dass die Internet-Seite Arbeitsagentur.de in jedem der vier Bereiche weit schlechter als der Durchschnitt bewertet wurde – und auch überall den letzten Platz belegt.

Immerhin hat es die Arbeitsagentur noch ins Ranking geschafft, was mir ein Rätsel ist. Denn andererseits ist beispielsweise die Jobsuchmaschine kimeta.de hier nicht unter den Top-Jobportalen zu finden. Seltsam.

 

Im Bereich der Smartphone-Dienste liegt Jobware.de vorn.

Bestätigt ein wenig das, was mediaintown in ihrer Übersicht herausgefunden haben. Die App ist wirklich schön gestaltet. Aber wer nutzt sowas wirklich? Dann doch lieber die Smartphone App einer Jobsuchmaschine: more jobs!

Fazit

 

Als der Focus Artikel herauskam, veröffentlichten einige der Sieger fleißig Pressemitteilungen.
Lustigerweise schienen dennoch nur wenige über das Ranking, die Untersuchung und den Beitrag in Focus Money Bescheid zu wissen. Wurden die Jobportale im Nachhinein nicht darüber unterrichtet? Wieso?

Gibt es das „Gütesiegel“ pro Themenfeld (Internetseite, Stellensuche, Service) für die Jobbörsen zukünftig als Aushängeschild?
Wie repräsentativ sind die Ergebnisse? Wo sind die Detailergebnisse einsehbar?

Wozu überhaupt diese Bewertung? Handelt es sich hier etwa um eine Auftragsstudie, aus der man nebenbei noch redaktionell Profit schlägt?

Schließlich: Focus Money ist ein Blatt des Burda Verlags, welcher an XING die meisten Anteile hält. Und XING hat diese Woche – hoppla – den erweiterten Stellenmarkt gelauncht.

Ein Schelm und so – aber Ihr wisst schon…

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