Die App ist da

Das wurde aber langsam echt mal Zeit! Also nicht, dass die armen Jobsucher aus noch mehr Jobportal Apps auswählen müssen, die sie nach dem Download eh nicht mehr benutzen. Nein, XING hat eine separate Job App gelauncht.

Immerhin hat LinkedIn seine Jobsuche Smartphone App schon vor letztem Sommer herausgebracht. Damals hielt ich eine Job App für XING ziemlich sinnlos, denn XING hatte noch nicht die „Job-Offensive“ gestartet. Also weder den XING-Stellenmarkt für die Öffentlichket geöffnet, noch die Jobsuchmaschine Jobbörse.com übernommen.

Aber XING scheint eben doch ein wenig hinterher zu hinken, was die neueren (HR-)Technologien angeht. Obwohl das, wenn man vom größten deutschen Business Netzwerk spricht, schon etwas anachronistisch klingt…

Aber nicht zu früh freuen, liebes LinkedIn, denn zu der LinkedIn Job-„Offensive“ habe ich hier ein paar Zeilen geschrieben.

Zurück zur mobilen (iOS only) XING Stellenmarkt App: Man könnte ja vermuten, dass XING, wenn der App-Launch schon so frühzeitig angekündigt wird (ich hatte die Vorabmeldung samt PR-Sperrfrist seit letzten Freitag im Postfach), den über 50 Prozent betragenden mobilen Besuchern der XING-Seiten (oder wenigstens denen des Online-Stellenmarkts) beim heutigen mobilen Besuch der Website mit einem schönen „Prompting“ begegnet, damit sie die neue Job App herunterladen.

Ist aber nicht. Nada.

XING macht mobil, bei Arbeit, Sport und Spiel?

Eine mobile Optimierung sowohl des gesamten Webangebots oder gar des Stellenmarkts: Fehlanzeige.

Und das, wo sich das Responsive Design als „State of the Art“ mobile Optimierung in Deutschland (und auch der Schweiz) durchsetzt: Dazu übrigens am Donnerstag in einer Woche mehr, denn da veröffentlichen wir die aktuellen Ergebnisse der Social Media Recruiting Umfrage 2015!

Ein kurzer Test

Nun denn, werfen wir einen Blick in die App, in der Jobsuchende auch gleich die kununu-Bewertungen in den Jobs einsehen können. Aber so muss das auch sein. Wozu hätte man denn sonst kununu gekauft?

Also eben eine kleine Suche gestartet mit „Social Media“ und Einsatzort „Offenburg„.
Ergebnis: Keine Treffer.

Gut, Offenburg ist nicht gerade die Job-Metropole Südbadens – Freiburg ist das allerdings auch nicht wirklich. Dann eher noch Karlsruhe in den nördlicheren Teilen des schönen Badnerlandes.

20150331-xing-job-app-prospective-anzeigeWurscht, den Treffer-Radius auf 200 km Entfernung hochgeschraubt, und siehe da: Eine offene Stelle in Zürich! Bei den Kollegen von Prospective. Und das mit Social Media. Cool.

Direkt angeguckt. Und was sehe ich da (zum Bild Vergrößern, darauf klicken): eine 6 Monate alte Pressemitteilung von Prospective über ihr neues Produkt „pro Audience„.

Auf der XING-Desktop Version sehe ich, nachdem ich die Suche dort nachgebaut habe – und dabei teilweise ganz andere Resultate finde (Ergebnisse eventuell location- oder profil-abhängig?), den kleinen Zusatz am Ende der vermeintlichen Anzeige:

Entdeckt auf Jobbörse.com„.

Hm, das hatte ich mir zwar schon gedacht, aber gut zu wissen, dass sich die Mischung aus Intuition und gewissem Job-Portal-Technik-Know-how wieder aufs Neue bewährt.

Klar passieren solche Crawling-Fehler bei Jobsuchmaschinen alle Nase lang (oder Prospective fährt hier eine sagenhaft geniale Guerilla-Marketing Aktion, indem sie die Pressemitteilung gekonnt von Job-Crawlern als Stellenanzeige finden lassen – Reschpekt!), und dass mir genau dieser Fehler auch noch bei meinem ersten Test als erstes in die Hände fällt, ist heute sicher etwas ungünstig für XING.

Aber nun ja, Optimierungspotenzial ist definitiv und generell beim Crawling und Aggregieren vorhanden.

Das betrifft übrigens auch andere Jobportale. Zum Beispiel Glassdoor oder auch LinkedIn (dazu demnächst, wie gesagt, mehr). Und ich frage mich, wie das mal bei Monster aussieht, wenn die endlich mal anfangen Jobs einzusaugen, um sie auf Monster wieder auszuspucken…

On verra. We’ll see. Wir werden sehen.

Mobile Apply, mobile Apply!

Den Button „Interesse bekunden“ gibt es ja seit einiger Zeit bei XING-Anzeigen für die Kunden, welche diesen verwenden wollen.
Das ist ja auch schon praktisch als Bewerber: Einmal Daumen drauf, und schon ist das Profil unterwegs zum Recruiter. Fast schon truffls-mäßig einfach.

Ich nehme an, dass sie das theoretisch wirklich ernst meinen, die Recruiter, die diesen Button einsetzen.
Nur leider sieht die Realität meistens anders aus, wie ich einerseits mehrfach vernahm und andererseits am eigenen Leibe erlebt habe: nämlich bei einer Anzeige vom Arbeitgeber XING AG.

Kein Witz (oder verfrühter Aprilscherz). Vor zwei Jahren hatte ich mich bei XING über eine Anzeige auf XING für eine Stelle in Hamburg beworben, indem ich auf den „Interesse bekunden“ Button gedrückt hatte. Der war damals noch ganz neu, aber einen Versuch war es wert, zumal die Anzeige ja von XING selbst war.

Rückmeldung: Keine.

Also habe ich nach ca. 14 Tagen die in der Anzeige genannte Recruiterin über XING direkt angeschrieben.

Rückmeldung: Keine.

Was bleibt zum Schluss?

Weitermachen wie bisher, weiter optimieren und hoffen, dass die Lösung für mobile Recruiting irgendwo da draußen ist – oder halt nicht.