Evenbase, das britische Online-Recruiting-Powerhouse, das sich seit der Übernahme der Jobsuchmaschine Jobrapido als eine der weltweit agierenden „Digital Recruitment Brand“ an fünfter Stelle wähnen darf, hat Ende 2012 einen umfassenden Report in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse nun vorliegen.

Darin wurden die Recruitingmärkte von insgesamt zwölf Ländern unter die Lupe genommen und anhand spezieller Kriterien in eine Rangfolge gebracht – Deutschland befindet sich übrigens an achter Stelle, das Evenbase-Mutterland Großbritannien kommt zusammen mit Mexiko gerade noch auf den zehnten Platz (Good Old Germany!). Frankreich befindet sich nicht in der Top Ten, aber das ist bei dem, was sich gerade hier abspielt und in Zukunft abspielen wird, kein Wunder.

Das sind die Kriterien, die zur Bewertung herangezogen worden sind:

  • Das voraussichtliche BIP-Wachstum innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre
  • Die Größe und Entwicklung der Erwerbsbevölkerung, Time-to-hire, Gehälter
  • Innovationspotenzial in Sachen Online Recruitment (Social, mobile)
  • Internetnutzung
  • Umsatzpotenziale durch Online-Anzeigen
  • Potenziale für Personalberater

Alles in allem ein sehr interessantes, nur 11 Seiten umfassendes (sehr gut verständliches!) Papier, dessen Lektüre sowohl für Personaler als auch für HR-Dienstleister, die international expandieren möchten, absolute Pflicht ist.

Auf den ersten Rängen befinden sich, wie zu erwarten war, die meisten Vertreter der so genannten BRIC-Staaten, wobei Russland „nur“ an neunter und die USA an vierter Stelle rangieren. Hier die detaillierte Liste:

  1. Brasilien
  2. Indien
  3. China
  4. USA
  5. Australien
  6. Japan
  7. Kanada
  8. Deutschland
  9. Russland
  10. Mexiko / UK

Wie Evenbase zu Recht darauf hinweist, eignen sich nicht zwingend alle Märkte, die im Report ganz vorne auftauchen, dazu, aus dem Ausland heraus beackert zu werden. Man erinnere sich an die Barrieren die beispielsweise China Internetriesen wie Google oder Facebook in den Weg legt. Auch Russland ist kein Markt, in dem man eben mal eine nationale Version eines europäischen Giganten launcht. Brasilien: selbes Spiel.

Daher liefert der Report, wie Felix Wetzel, Strategy Development Director bei Evenbase betont, „frisches Denkmaterial für die gesamte Online-Recruiting-Industrie über eine Sichtweise, wie sich die Branche in den nächsten zehn Jahren entwickeln wird.“ Dieser Ansatz soll Diskussionsmaterial liefern und zum Nachdenken und Weiterentwickeln anregen, so Wetzel.
Na dann wollen wir mal sehen, welche Diskussionen in Gang kommen. Ich denke, dass dieser Report eine Zusammenfassung einer viel größer angelegten Studie zum zukünftigen Evenbase-Expansionskurs ist und auch als Grundlage für internationale Evenbase-Beratungsmandate dient.

Immerhin haben sie erst Ende 2012 in ein erfolgreiches brasilianisches StartUp investiert, ihre Präsenz in den USA und Australien gestärkt, weitere Märkte – vornehmlich Deutschland – mit dem Zukauf von jobrapido in Angriff genommen…

Weiteres wird da nicht lange auf sich warten lassen, wir mir Felix versicherte.

Zum Schluss eine Grafik, die wiederum zeigt, dass Jobbörsen weder tot sind noch dass Social Media Recruiting das NonPlusUltra der Hire-Zukunft ist -> ich sag’s ja nur so nebenbei, aber setzen Sie halt nicht alles auf ein und dasselbe Pferd! Zumal die Daten ja nicht verraten, was genau mit „Social Media Recruiting“ gemeint ist.

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