Dass es bei der Gestaltung von Stellenanzeigen wichtig ist, sich an gewisse „Usability“-Regeln zu halten, belegt nicht nur die Jobware Eye-Tracking Studie, aus der sich übrigens sehr gute Praxistipps herauslesen lassen.

Auch Monster, die seit einiger Zeit die Jobs ihrer Kunden im Responsive Design programmieren und veröffentlichen, hat sich an das Thema Eye-Tracking gemacht und zählt dabei auf die wissenschaftliche Unterstützung der Goethe-Universität Frankfurt.

Monster-Employer_und_Standard_StudieEine Gesamtgruppe von insgesamt 180 Teilnehmern wurde in eine Gruppe A und eine Gruppe B unterteilt. Gruppe A setzte sich mit einer „normalen“ Standard-Anzeige auseinander, wie sie in Deutschland am ehesten auf Jobbörsen zu finden ist – wobei ich hier anmerken muss, dass diese Anzeige, auch wenn sie HTML-programmiert ist, eher einer reinen Textanzeige gleicht (s. Grafik rechts; zum Vergrößern klicken).

Gruppe B nahm Monsters Anzeigenprodukt „Employer Branding Anzeige“ genauer unter die Lupe. Das sind die Anzeigenformate, die sich mit der erweiterten Darstellung von Online Stellenausschreibungen befassen.

Wie zu erwarten, schneiden die Employer gebrandeten Anzeigen in der Wahrnehmung und Erfolg besser ab als die Standardanzeigen. Die genauen Umfragebedingungen und -ergebnisse sind bei der W&V zu lesen.

Während ich die Ergebnisse für absolut plausibel halte – mehr Image, mehr Bilder, mehr Interaktionsmöglichkeiten sind immer gut und stellen das rekrutierende Unternehmen positiv dar – denke ich, dass diese Art erweiterter Anzeigenprodukte auf Jobbörsen relativ wenig Sinn machen, da ich sie für zu teuer halte. Die Grund-Anzeigenpreise sind in Deutschland im europäischen Vergleich unter den teuersten 5. Dazu kommt, dass die meisten Jobbörsen – aber auch hier gibt es Ausnahmen – einen Aufpreis für die Veröffentlichung solcher Anzeigen verlangen, unabhängig davon, ob die Anzeige angeliefert wird oder durch die Stellenbörse programmiert wird.

Da würde ich als Geschäftsführer, Einkäufer oder Recruiting-Budget Entscheider lieber die Investition in andere Online-Recruiting-Employer-Branding Aktivitäten stecken, z.B. in eine umfassende Mediaplanung, oder, so wie STIHL es gemacht haben, indem sie in ein selbst konzipiertes, multidimensionales Anzeigendesign investiert haben.

Anzeigen in einer Jobbörse sind für mich lediglich „Kontaktanbahner“ zwischen potenziellem Kandidat und Bewerber. Überzeugt werden muss der Jobsucher zunächst, bevor er überhaupt eine Anzeige in der Jobbörse zu Gesicht bekommt, mit dem Stellentitel und dann mit dem Inhalt der Stellenanzeige. Das Ziel muss sein, den Jobsucher auf die firmeneigene Karriereseite zu bekommen (und, ja, Henner betont das anscheinend noch nicht oft genug 😉 , diese Seiten sind meistens leider kaum zu finden oder grottenschlecht.)

Von daher: Investieren Sie Ihr eh schon viel zu knappes Recruiting-Budget in das Texten von ordentlichen Stellenanzeigen, der Optimierung Ihrer Karriereseiten, und, wo wir schon dabei sind, machen Sie das doch gleich im Responsive Design. Wenn Sie dann noch wissen möchten, wo Ihre Anzeige am besten aufgehoben ist, rufen Sie mich doch einfach kurz an.

In diesem Sinne: immer locker bleiben!