Schon wieder eine Facebook Recruiting und Karriere App! Sie hört auf den Namen Talent.me. Ich kann’s ja bald nicht mehr hören, wie viele Anbieter inzwischen nun die Daten und Netzwerke von Facebook und LinkedIn anzapfen, um sich einen Namen im Social Media Recruitment zu machen.

Abgesehen davon, dass jede dieser Apps von ach so tollen und steigenden Nutzerzahlen spricht, habe ich noch nie etwas von einer wirklich erfolgreichen Bewerber-Kontakt-Anbahnung geschweige denn von einer konkreten Einstellung eines neuen Mitarbeiters über ein solches Netzwerk-im-Netzwerk gehört. Keine Social Media Best Practice Cases von den Warten der Beknowns, BranchOuts oder BraveNewTalents. Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, dass dies daran liegt, dass beispielsweise LinkedIn Monster und BranchOut den Zugang zur API abgedreht hat.

Zudem erhalte ich gerade über die Monster BeKnown App viele Netzwerk Anfragen von Leuten, die ich nicht kenne (und bestimmt nie kennen lernen werde oder möchte). Die meisten stammen aus den USA und arbeiten – surprise, surprise – bei Monster! Daneben erhalte ich auch weitere dubiose Anfragen von Leuten, die weder bei Monster noch sonstwo arbeiten. Daher empfinde ich das Netzwerk sogar derzeit als Kontakt-SPAM-Schleuder und überlege gerade, ob ich es nicht einfach abschalte.

Was mir bei den Facebook Karriere Apps schließlich noch auffällt ist, dass sie zwar ein bewerbungstüchtiges Profil bar aller Partyfotos, peinlicher Kommentare, etc. auf Facebook ermöglichen. Aber leider geht dabei auch der ganze Spaß an der Social Network-Sache drauf! Dieser liegt ja darin, dass man sich mit den Leuten dort austauscht, unterhält, Links und Bilder teilt, etc. Nur scheinen die „sozialen Aktivitäten“ auf den Recruiting Apps nicht wirklich stattzufinden. Bei Monsters BeKnown oder auch bei Talent.me können Nutzer zwar interne Netzwerk-Status abgeben, aber keine weiteren Inhalte wie Fotos teilen. Gut, das ist zwar nicht der tiefer liegende Sinn eines Karrierenetzwerks, aber es gehört nun mal zum virtuellen Small-Talk dazu. Daher finden diese Aktivitäten weiterhin und beinahe ausschließlich auf den jeweiligen Facebook Profilen selbst statt.

Ich muss gestehen, dass mir der Sinn dieser Apps verborgen bleibt. Wenn ich ein ordentliches Karriere- und Business Netzwerk aufbauen und nutzen möchte, halte ich mich lieber an XING oder LinkedIn direkt. Nach Jobs suche ich dann am liebsten auch dort oder aber auf den jeweiligen Stellenbörsen (auch wenn die sich in den kommenden Jahr(zehnt)en darauf einstellen müssen, dank Google überflüssig gemacht zu werden -> toller Post von Marcus übrigens!).

Gerne lasse ich mich aber von den App-Betreibern und -Nutzern (vor allem Unternehmen, die diese einsetzen) eines Besseren belehren – zum Beispiel mit einem Gastartikel auf meinem Social Media Recruiting Blog!