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Kurz vor Jahresende ein Überblick aus dem aktuellen Hays HR-Report zu zwei Trend-Themen: Work-Life Balance und Gleichstellung der Geschlechter in der Arbeitswelt. Autor: Frank Schabel, Head of Marketing, Hays AG.

In der Öffentlichkeit werden beide Themen breit diskutiert: Frauen seien auf dem Vormarsch, ob mit oder ohne Frauenquote. Und Work-Life-Balance, also ein gesunde Mischung zwischen Arbeit und Privatleben, sei der Trend schlechthin für viele Hochqualifizierte. Wenn wir auf empirische Daten schauen, die der HR-Report 2011 liefert, sieht die reale Welt jedoch etwas anders aus. (Der HR-Report wurde vom Institut für Beschäftigung und Employability im Auftrag des Personaldienstleisters Hays durchgeführt und basiert auf einer Online-Befragung von über 400 Führungskräften.)

Trotz der zunehmenden Egalisierung des Bildungsniveaus zwischen den Geschlechtern sehen nur etwas mehr als ein Drittel der Befragten eine starke Einflussnahme des zunehmenden Anteils von Frauen in Führungspositionen auf ihre Unternehmens- und Personalpolitik. Generell wird der große gesellschaftliche Trend Geschlechter- und Rollenverständnis in Unternehmen weniger stark wahrgenommen als andere Megatrends, wie z.B. die Globalisierung oder Digitalisierung der Arbeitswelt. Dies gilt insbesondere für mittelständische Betriebe. Dagegen schlägt sich in Großunternehmen der steigende politische Druck, die Geschlechteregalität umzusetzen, eher nieder.

Ähnliches lässt sich für das derzeitige Hype-Thema Work Life Balance sagen. Nicht einmal der Hälfte der Befragten im Rahmen des HR-Report 2011 sind der Ansicht, dass dem Thema „Work-Life-Balance“ in ihrem Unternehmen eine hohe Bedeutung beigemessen wird. Trotzdem bieten fast alle Unternehmen bereits flexible Arbeitszeiten und immerhin zwei Drittel gesundheitsfördernde Maßnahmen an.

Interessant ist dabei, dass die Befragten aus der Unternehmensleitung sowie die Führungskräfte aus den Fachbereichen deutlich weniger Maßnahmen zur Work-Life-Balance benennen als die HR-Verantwortlichen. Die Thematik, so unsere These, werde von HR in Richtung Topmanagement und Fachbereiche noch nicht hinreichend kommuniziert. Gerade im Falle der Führungskräfte, die Maßnahmen zur Work Life Balance mit tragen und ihren Mitarbeitern als Ansprechpartner zur Verfügung stehen müssen, ist dies nicht gerade zielführend.

D.h., die Rolle des Personalbereichs als Business Partner – ein Modell, das in den letzten Jahren entstanden ist – scheint in der Organisation von Unternehmen noch nicht verankert zu sein. Hier besteht noch eine große kommunikative Aufgabe, die anderen Bereiche zu überzeugen, sich auf die großen gesellschaftlichen Trends einzustellen und Maßnahmen aktiv mitzutragen und zu gestalten. Also viel (Legitimations-)Arbeit für den HR-Bereich.

Autor-Bio: Frank Schabel ist seit 2006 Head of Marketing der Hays AG. Zuvor war er Mitglied der Geschäftsleitung / Vice President Marketing Communications der danet GmbH und bis 2005 Leiter Unternehmenskommunikation der CSC Ploenzke AG. Von 1995 bis 1999 war er im Bereich Corporate Communications und Corporate Industry Marketing der SAP AG tätig. Er studierte Politik, Geschichte und Germanistik in Freiburg im Breisgau.

Damit wünsche ich allen Lesern dieses Blogs ein gutes Jahresende, eine schöne Silvesterfeier und ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr 2012! Sorgen Sie für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit.