Jobspotting möchte die deutschen HR Metrics revolutionieren

 

Wolltet Ihr nicht immer schon wissen, wie Eure Stellenanzeigen bei Monster, StepStone, Jobware, stellenanzeigen.de & Co. abschneiden, und welche für Euch die beste Jobbörse ist?

Habt Ihr Euch auch öfters mal gefragt, wie viele und welche Jobs Euer Wettbewerb in den letzten Monaten veröffentlicht hat?

Ist Euch jemals die Lust daran vergangen, ständig zu orakeln, welche Kandidaten sich für Eure Jobs interessieren?

 

Jobspotting, das HR Startup, welches erst dieses Jahr gestartet ist – nachdem sie aber schon eine Weile vorher, unter anderem im Plug & Play Accelerator von Axel Springer, ihre Ideen getestet und weiterentwickelt haben – und kurz darauf einen „höheren, sechsstelligen Investmentbetrag“ meldeten, ist nun mit einem Analysetool an den Markt gegangen, das datengetriebenen Unternehmen und vor allem Personalern viel Spaß und Input bereiten sollte.

Bevor ich Euch das Tool genauer vorstelle, etwas mehr zu Jobspotting:

Wer oder was ist Jobspotting?

 

Jobspotting ist seit Januar 2015 mit einer Meta-Jobsuche am Markt, die Jobsuchenden personalisierte Stellenempfehlungen unterbreitet. Das bedeutet: Der Jobsuchende gibt an, welche Kenntnisse er mitbringt und an welchen Standorten oder bei welchen Unternehmen er sucht und bekommt Vorschläge, die seinem Profil möglichst genau entsprechen (Stichwort: Matching).

Dabei lernt der Algorithmus durch Nutzerfeedback dazu. Die Stellenanzeigen, auf die der Nutzer weitergeleitet wird, stammen von rund 40 Partnerbörsen in Deutschland. Insgesamt ist das Unternehmen in acht Ländern weltweit aktiv, darunter neben Deutschland auch Großbritannien, Österreich und Spanien.

Jobspotting ist auf Jobs in den Bereichen IT, Marketing und Sales spezialisiert.

Das Tool: Jobspotting Analytics

 

Jobspotting hat anhand von frei zugänglichen, aggregierten Daten im Netz 200.000 Unternehmensprofile erstellt. Diese Profile sind im Moment kostenfrei „claimbar“ – also übernehmbar. Dafür guckt Ihr am besten hier, ob Euer Unternehmen schon angelegt worden ist und beantragt anschließend den Zugang.

Arbeitgeber erhalten damit gleichzeitig Zugriff auf Jobspottings Analytics – ein Werkzeug, „mit dem sie Kandidaten besser verstehen, ihre Recruiting-Anstrengungen genau auf die gesuchten Talente ausrichten und Entscheidungen anhand der Marktsituation fällen können“ so Jobspotting-Mitgründer und -Geschäftsführer Robin Haak.

Außerdem können Unternehmen mit übernommenem Profil ihre eigenen Jobs auf der Firmen Karriereseite verlinken – derzeit noch vollkommen kostenlos. Geplant ist für die Zukunft ein Freemium Modell.

Das könnt Ihr unter anderem mit dem Tool machen und sehen:

 

Job Performance

 

Im Bereich Job Performance erhalten Unternehmen beispielsweise einen Überblick darüber, wie viele Nutzer auf die eigenen Anzeigen bei JobSpotting geklickt haben oder wie hoch die Reichweite ist:

 

jobspotting-analytics-jobperformance-uebersicht

Job Performance Überblick – Jobspotting Analytics

 

Das Interessante dabei: Unternehmen können auf alle verfügbaren Daten zugreifen und erkennen, auf welche der Jobbörsen die Kandidaten weitergeleitet worden sind.

 

jobspotting-analytics-jobperformance-quellen-performance

Job Performance von Jobspotting in Richtung Partnerjobbörse

 

Wo diese Daten herkommen, fragt Ihr Euch?

Das habe ich gleich mal Robin Haak gefragt, und er sagte, das wären die Klicks auf Joblinks, welche dann auf die Partnerbörsen weiterleiteten.

Wobei ich mich nach wie vor frage, wo diese gezählten Klicks stattfinden:

  • auf der Jobspotting Plattform in Richtung Partnerjobbörse?
  • auf sowohl der Jobspotting Plattform in Richtung Partnerjobbörse UND auf der Partnerjobbörse auf diesen speziellen Job insgesamt?
  • oder sind das die Klicks, welche generell auf der Partnerjobbörse auf den speziellen Job generiert werden?

Ich frage nochmals nach und poste die Antwort so bald wie möglich.

Hier das versprochene Update: Es handelt sich bei den Klicks, wie im zweiten Satz unterhalb der Grafik angedeutet, ausschließlich um die Klicks, die VON der Jobspotting Plattform AUF die verlinkten Anzeigen bei der Partnerjobbörse getätigt werden.

Demnach sagen diese Zahlen (leider) nichts darüber aus, wie häufig die Stellenanzeigen bei der jeweiligen Partnerjobbörse, also der kommerziellen „End-“ Jobbörse, aufgerufen werden.

Und damit belegen diese Zahlen allenfalls, inwieweit Jobspotting Bewerber-Traffic zu den (und zu welchen) Jobbörsen weiterleitet.

Über die ganzheitliche Performance der End-Jobbörse kann damit also nichts gesagt werden.

Schade, das hätte ich sehr gut gefunden, wobei es mir – wie unten im Fazit geschrieben – seltsam vorkam, weshalb Jobbörsen komplette Anzeigen-Klickdaten an Jobspotting zu nahezu öffentlichen Analysezwecken übermittelten, während sie diese Daten sonst nirgendwo anders herausrücken.

 

People Analytics

 

Unter People Analytics gibt es Informationen zu Interessen, Erfahrungslevel und Standorten von Kandidaten wie auch Followern des Unternehmensprofils. Dieser Bereich dient dazu, zu verstehen, welchen Typen von Bewerbern sich für die ausgeschriebenen Stellen interessieren und entsprechend Anstöße liefern, wie man sie mit den eigenen Anzeigen besser erreicht.

Die hier abgebildeten Daten sind anonym und setzen sich aus den Profildaten der Nutzer zusammen, die im eingeloggten Zustand auf Jobs geklickt haben.

 

People Analytics - welche Bewerber interessieren sich für den Job

People Analytics – welche Bewerber interessieren sich für den Job

 

Market Insights

 

Bei Market Insights können Arbeitgeber schließlich Wettbewerber und relevante Themen beobachten. Das lässt Rückschlüsse zu, welche Fähigkeiten aktuell im Trend sind und welche Kandidaten bei der Konkurrenz gefragt sind:

 

Market Insights Companies

Market Insights Companies

 

Und Insights in die ausgeschriebenen Jobs der Firmen:

 

jobspotting-marketinsights-jobs

 

Fazit

Cool, oder?

Ich meine, das wird so manchem HR Verantwortlichen (oder eher: dem Praktikanten, der diese Aufgabe übernehmen darf) die Suche nach Daten ungemein erleichtern, um den Wettbewerb überblicken und einschätzen zu können.

Sehr spannend finde ich die Übersicht zu Klickdaten auf Jobs pro Jobportal, wobei ich wie gesagt hier noch einige offene Fragen dazu habe – siehe Update oben. Leider handelt es sich bei diesen Klickdaten nicht um die ganzheitlichen Daten pro Job und Jobbörse.

Aber diese Frage richtet sich je nach Antwort von Robin auch an die Partnerjobbörsen von Jobspotting: Wieso werden hier solche Klickdaten zur Verfügung gestellt, die den direkten Performance Vergleich mit anderen Jobbörsen zulassen, während man als Unternehmen oder Agentur diese Daten nicht bekommt? Diese Frage hat sich damit dann auch geklärt (s. Update oben).