Das Data Science HR Tech Startup hiQ aus den USA

 

Es gibt interessante Neuigkeiten aus der US-amerikanischen Rechtsprechung bezüglich des Aggregierens von öffentlich zugänglichen, personenbezogenen Daten aus dem Internet: LinkedIn verliert die erste Runde gegen das 2012 gegründete HR Tech Startup hiQ Labs.

hiQlabs-LogoWer ist hiQ Labs, und was bietet dieses HR Startup HR und Recruiting Managern in den USA?

Im Crunchbase Profil beschreibt sich das Data Aggregation Tool folgendermaßen:

hiQ Labs is the Global Standard for People Analytics. hiQ Labs is fundamentally changing the enterprise workforce by using predictive analytics to make sophisticated employee decisions. hiQ Labs’ elite data teams apply data-driven science to the evolution and development of your workforce and individual employees work lives.

 

hiQ Labs hat den Betrieb im Jahre 2012 in Kalifornien aufgenommen und ist heute am Standort San Francisco ansässig.

Aus der Investment Historie auf Crunchbase ist zu sehen, dass hiQLabs einige Millionen US Dollar erhalten hat.

 

hiQ Labs Produktschwerpunkte: Retention Management und Skills Database

 

Die Produktpalette von hiQLabs nimmt sich genau dieses HR Problems an:

How can technology stop talent from leaving a company? Why do recruiters often know more about an employee than an employer using their own HR systems? How can data science help HR?

 

Stichworte: vermeidbarer Personalabgang und Fähigkeiten und Kenntnisse der unternehmenseigenen Mitarbeiter.

hiQ Labs möchte HR die Antworten liefern zu Fragen wie: Wie kann mein Unternehmen die Top Fach- und Führungskräfte im Unternehmen halten, bevor sie kündigen? Über welche Fähigkeiten und Kenntnisse (Skills) verfügen meine Mitarbeiter?

Um diese Probleme zu lösen aggregiert hiQ Labs im Internet öffentlich auffindbare Daten und wertet diese – auf wissenschaftlichen Kriterien beruhend – systematisch aus.

Anhand der Auswertungen stellt hiQ Labs fest, welche Mitarbeiter des eigenen Unternehmens (und wahrscheinlich auch die der Konkurrenten) am ehesten wechselwillig sind. So wie ich das verstehe, kann hiQ Labs auch die möglichen Gründe für die Wechselwilligkeit des Arbeitnehmers herauslesen. Daraufhin gibt die Software Tipps, was getan werden sollte, um den Mitarbeiter zu halten.

Des Weiteren werden die Kenntnisse und Fähigkeiten einer Organisation eines Mitarbeiters in einem Profil zusammengetragen. Damit lässt sich schließlich auch erkennen, welche Talente eine Firma insgesamt in seiner Belegschaft vereinigt.

Das sieht dann beispielsweise so aus:

hiQLabs-SkillMapper

 

LinkedIns Klage gegen hiQ Labs, 1. Runde: Goliath verliert gegen David

 

Microsofts LinkedIn kann es natürlich kaum recht sein, dass ein „data-driven“ HR Tech Startup wie hiQ Labs seine Daten verwendet, um diese für genau diese Art von Service zu interpretieren, wie ihn LinkedIn mit seinen Recruiter Produkten auch bietet. Daher leitete LinkedIn im Mai 2017 erste rechtliche Schritte gegen hiQ Labs ein und forderte das Data Startup auf, LinkedIns Daten nicht mehr zu aggregieren.

Vor einer Woche entschied jedoch ein US Gericht gegen LinkedIns Aufforderung und gegen die technischen Barrieren, die LinkedIn dem Startup hiQ Labs in den Weg gelegt hatte, um das „Data Scraping“ zu blockieren (Bericht bei Reuters):

A U.S. federal judge on Monday ruled that Microsoft Corp’s LinkedIn unit cannot prevent a startup from accessing public profile data, in a test of how much control a social media site can wield over information its users have deemed to be public.

Eine LinkedIn Sprecherin küdigte an, diese Entscheidung anzufechten.

Wie auch immer dieser Fall ausgeht, Experten sehen die rechtliche Auseinandersetzung als wichtige zukünftige Richtlinie an, wenn es darum geht, welche Hoheit ein Unternehmen über öffentlich zugängliche Daten auf seinen Servern hat.