Letzten Dienstag und Mittwoch war es endlich soweit: Der HR Tech World Congress öffnete morgens früh um 7h30 die Pforten im Pariser Palais des Congrès!

3.500 Kongressteilnehmer registrierten sich an den beiden Tagen. Am ersten Tag ging die Registrierung extrem langsam – anscheinend aufgrund eines technischen Fehlers bei den Druckern. Auch das WLAN konnte man eher als W-LAHM bezeichnen, und so wurde aus meinem geplanten Live-Tweeten zur Opening Keynote eben ein verlangsamtes Tippen auf dem Smartphone über 3G.

Aber das war schließlich gut so, denn so widmete ich meine Konzentration voll und ganz Yves Morieux‘ Eröffnungsrede. Als begnadeter und auch TED-gekürter Redner bringt er die Dinge sehr gut auf den Punkt, was ihm denn auch folgenden Tweet bescherte:

Morieux monierte, dass es bereits seit Jahrzehnten (HR) Technologien gäbe, aber dass diese bisher vor allem dafür gesorgt hätten, für mehr Verwirrung zu stiften und damit mehr Arbeit zu verursachen, als dass sie dem Menschen wirklich dienlich gewesen wären. So sagte er:

Die Produktivität der Unternehmen und der verschiedenen Länder sei allerdings in den letzten Jahren trotz zunehmender Technologisierung von Arbeitsprozessen nicht gesteigert worden:

Klar, dass da so manchem HR Tech Anbieter Kaffee und Croissant erst mal im Halse stecken blieben…

Aber damit war Morieux noch lange nicht am Ende.

Produktivitätssteigerung, sagte er, könne nur dann erreicht werden, wenn Mitarbeiter und Management kooperierten – wirklich kooperierten.

Wenn es zum Beispiel ein Problem zwischen dem Front-Office und dem Back-Office gäbe, nütze es gar nichts, ein „Middle-Office“ zu eröffnen, das zwischen beiden Parteien vermittle. Hier ginge es um Face-to-Face Kommunikation, also etwas, das keine Maschine, keine Mitarbeitberfragung oder ein psychologisches Gutachten, welches bescheinigt, dass es in der Tat (welche Überraschung!) ein Problem gäbe, übernehmen kann.

Kooperation, also gute Zusammenarbeit, sei ein Wirtschaftlichkeitsfaktor. Sein aus dem echten Leben gegriffenes Beispiel ist exzellent:

If I did not love my wife and if we did not cooperate, we would have to buy 2 TVs! That’s more expensive.

Ein moderner Mann!

So bringt er also die (zwischen)menschliche Kommunikation als wichtige Komponente in der digitalen Umwälzung (Stichwort: Transformation) der Unternehmen zurück. Ein so genannter „No-Brainer“, der aber gerne in den heutigen Diskussionen um das Thema Digitalisierung, Wirtschaftlichkeit und Produktivität vergessen wird.

Es klingt ja auch alles sehr gut: Face-to-Face Kommunikation, Missverständnisse ausräumen, Teamspirit und Teamarbeit, Unternehmenskultur, … Aber vor lauter Reportings, Meetings und anderen „Management“-Aufgaben, haben die Manager kaum noch Zeit, sich um solche Themen zu kümmern.

Was dann geschieht, so überspitzt es Morieux treffend: dann gibt es eben noch mehr Meetings, eine neue Mitarbeiterbefragung und eine überarbeitete Arbeitgebermarke.

Teufelskreis oder Teufelszeug?

Ist HR Tech, beziehungsweise Technologie generell, dann fauler Zauber?

In der Closing Keynote, in welcher uns der fantastischer Schweizer Cyber Illusionist Marco Tempest verdeutlichte, dass Magie darauf abzielte, das menschliche Hirn auszutricksen (aber das wussten wir ja schon), sagte er, dass Zauberer immer schon durch ihre dargestellten Illusionen der Technologie Nährboden geboten hatten. Nährboden, den Erfinder und Entwickler dann in die Realität übersetzt hätten.

So schloss sich der thematische Kreis zwischen HR Technologie und Zauberei – und wir dürfen nach wie vor von dem einen HR-Tool träumen, das alles kann und tatsächlich die Produktivität steigert: One Tool to rule them all (frei nach Tolkien).

hrhackathon-logoWas meint Ihr?

HR und Technologie: Vereinfacht Technologie die HR-Arbeit?

Diskutiert mit, und wer beim nächsten HR Hackathon selbst und aktiv an der Entstehung von HR Tech mitarbeiten möchte, der trage sich schnell hier in die Mailingliste ein. Voraussichtlich nächste Woche gibt es einige spannende Details per Mail. In der Zwischenzeit könnt Ihr gerne den HR Hackathon Tumblr besuchen. Dort werden auch die aktuellen Sponsoren genannt!