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Wieso sollten es immer die großen Informationsportale oder Verlagshäuser sein, die sich über den Kauf von Online-Jobbörsen, neue Einnahmequellen erschließen? Die führende Jobbörse Dänemarks, Jobindex, dreht den Spieß um und hat die dänische Ausgabe der Computerworld samt IDG Denmark von der US-amerikanischen International Data Group übernommen, wie die AIM Group berichtet.

Damit verleibt sich Jobindex nicht nur die jeweiligen Print- und Onlineausgaben der Computerworld ein, sondern auch die auf IT-Stellen spezialisierte Jobbörse Jobworld.dk, die IT-Eventagentur IDG Event, das Meinungsforschungsunternehmen IDG Direct sowie einige weitere Teilunternehmen.

In Deutschland sind übrigens die Blätter und Online-Angebote wie PC-Welt, Computerwoche und das Sims-Magazin der International Data Group bekannt.

Durch die Übernahme von IDG Denmark positioniert sich Jobindex als unumgänglicher Informations-, Weiterbilungs- und Job-Marktplatz für die dänische IT-Industrie.

Im IT-Bereich gibt es in dem Land mit der niedrigen Arbeitslosenquote, einem im europäischen Vergleich überdurchschnittlich hohen Anteil an weiblichen Erwerbstätigen und der so genannten „Flexicurity„-Arbeitsmarktpolitik, die als Vorzeigemodell in der EU gilt, sehr gute Arbeitsmöglichkeiten mit zunehmender Tendenz. Da Informatik-Fachkräfte dazu eher Mangelware sind, hat sich Jobindex nun sehr gut aufgestellt.

Weshalb die Bostoner International Data Group ihre dänischen Geschäfte veräußert hat, wird nicht genannt (genauso wenig wie der Transaktionspreis). Man könnte spekulieren, dass es zum einen darum geht, die „alten“ Medien in die neue Online-Kommunikation einzuführen – oder wie Blogger Soren Hansen es ausdrückt: „Ein guter Tag für die Medien: Nerds übernehmen“. Zum anderen haben vielleicht lokale Gegebenheiten den Ausschlag gegeben. Lokal-strategisch zu agieren ist bekanntermaßen nicht die Stärke der US-Amerikaner.

Diese Entwicklung, Online-Marktplatz übernimmt Medienanbieter, ist sehr interessant. Ich denke jedoch, dass dies eine Ausnahme bleiben wird, und dass sich nach wie vor Medien- und Verlagshäuser Online-Know-how durch Übernahmen hinzukaufen. Jedenfalls, so lange sie die genügenden finanziellen Mittel dafür auftreiben können und den Online-Trend nicht gänzlich verschlafen haben.