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IT und Techie Jobbörse Dice stellt Europa Aktivitäten ein

Zum 31. August 2018 stellt das US-amerikanische Stellenportal Dice, in den USA langjähriger Jobbörsen Marktführer im Tech-Segment, alle Aktivitäten in Großbritannien und Deutschland ein.

Die Dice Jobbörse in Deutschland ist offiziell 2015 gestartet, nachdem die amerikanische Mutter das damalige IT Job Board übernommen hatte, um sie dann unter dem Namen Dice der Dachmarke laufen zu lassen.

Warum verlässt die DHI Group (die Holding hinter Dice, etc.) mit ihren Jobbörsen Angeboten Europa?

Eine Unternehmenssprecherin sagt dazu, dass man sich in Europa – aber auch weltweit – stärker auf eFinancialCareers fokussieren wolle.

Andere Stimmen berichten, dass DHI möglicherweise einen Verkauf anstrebe.

Wir erinnern uns, dass sowohl Monster als auch Careerbuilder ihre Online Präsenzen und Filialen verschlankt hatten, bevor sie schließlich verkauft wurden.

Auch die Zerschlagung von Evenbase, und die Tatsache, dass in der Jobportal-Welt in den vergangenen Monaten wieder mehr gekauft, verkauft, angepriesen und konsolidiert wird, scheint darauf hinzudeuten, dass „etwas im Busch“ ist: Indeed/Recruit kaufen Glassdoor und den ehemaligen kanadischen Stellenmarktführer Workopolis, in Frankreich übernimmt der private Jobbörsen Marktführer Régionsjob die Jobsuchmaschine Jobijoba und so weiter und so fort.

Ja, irgendetwas scheint die Jobbörsen Landschaft zu beschäftigen, denn es ist viel Bewegung in den Markt gekommen. Bereits vor zwei Jahren hatte ich hierzu eine Annäherung und Analyse gewagt.

Haben wir es mit den vielen, verschiedenen Bewegungen an den Jobportal Märkten mit einem „Jobbörsen Exodus“ zu tun, bei dem jeder Portal-Betreiber versucht, seine Schäfchen trocken durchs Meer zu führen? Oder bereitet sich der Markt auf das „gelobte LandGoogle for Jobs vor? Kann Google for Jobs überhaupt das gelobte Land sowohl für Jobsuchende als auch für Stellenanbieter werden?

In diesem Artikel werde ich auf diese Fragen eingehen und sie von meiner Warte aus beleuchten.

Google for Jobs – Stand der Dinge heute

Vielleicht haben Sie es Mitte Juli vernommen: Google for Jobs ist offiziell in Großbritannien gestartet. Bis dato war die Jobsuchmaschine aus dem Hause Google in Europa lediglich in Spanien verfügbar gewesen. Weltweit ist Google for Jobs in den USA und Kanada, in einigen afrikanischen Ländern, in Indien und in Lateinamerika vertreten.

Warum noch nicht auf anderen, sehr lukrativen Märkten wie Deutschland oder Frankreich? Oder in den Niederlanden, die technisch stets versiert sind?

Nun ja, dazu lässt sich lediglich spekulieren. Tatsache ist, dass es Google for Jobs hierzulande (noch) nicht gibt.

Das bedeutet jedoch nicht, abzuwarten, bis Google in diesen Ländern startet. Alle notwendigen Informationen und Dokumentationen gibt es dazu bereits.

Auch für Jobportal Betreiber stellt sich die Frage, was geschehen wird, sollte Google for Jobs hierzulande aktiv werden: Vielleicht doch das Jobboard verkaufen? Noch mehr in Werbung investieren? Alle Aktivitäten einstellen? Mit Google for Jobs zusammenarbeiten und damit ein „Premium Partner“ werden?

Diese Frage muss jeder selbst klären und für sich beantworten.

Eines erscheint heute jedoch sicher: Google for Jobs wird kommen.

Panikmache, und die Sache mit dem Employer Branding

Mir ist bewusst, dass der letzte Satz im vorherigen Abschnitt als Androhung oder Panikmache interpretiert werden kann.

Dabei möchte ich weder Panik noch Drohungen verbreiten.

Es wird eben einfach so sein, dass Google for Jobs irgendwann auch hier verfügbar sein wird.

Das ist alles.

Wie Sie damit umgehen, ist Ihre Entscheidung. Zumindest aber haben Sie die Möglichkeit, eine Entscheidung zu treffen. Das ist viel wert.

Darüber hinaus höre ich ab und an Stimmen aus der Employer Branding und Personalmarketing Beraterbranche, dass sich Google for Jobs Stellenanzeigen (genauso wie Anzeigen bei Indeed, Glassdoor oder auch Facebook) nicht zu Employer Branding Zwecken eignet, da die Anzeigen reine Textwüsten sind.

Das stimmt, Bilder sind in diesen Anzeigen bisher nicht gebräuchlich. Das wird bestimmt auch niemals der Fall sein.

Google for Jobs kommt es ausschließlich auf die Texte und die hinterlegten strukturierten Daten im HTML-Code an (mehr dazu hier).

Ein Grund mehr, den Anzeigentext gut zu überdenken und dem potenziellen Kandidaten relevante Informationen zur Stelle zu bieten. Das sollte ja sowieso in einer guten Stellenanzeige der Fall sein.

Bilder, Videos und Employer Branding können nach wie vor auf der eigenen Karriereseite platziert und betrieben werden.

Viele Jobportal Betreiber berichten schließlich, dass die Jobsuchenden, die über Google for Jobs zu ihren Anzeigen gelangen, besser vorqualifiziert sind als vorher. Die Ratio Website Besucher / Bewerbung habe sich verbessert. Ergo: Zufriedene Jobsuchende geben motivierte und interessierte Bewerber.

Ist Google for Jobs das gelobte Land für HR?

Verstehen wir uns richtig: Die Umstellung Ihrer Stellenanzeigen auf die von Google for Jobs anerkannten strukturierten Daten ist eine Herausforderung. Besonders für jene, die sich noch nie damit auseinandergestzt haben und / oder keine Online Marketing Abteilung im Unternehmen haben.

Google for Jobs kann nur so gut als gelobtes Land für HR und Jobsuchende fungieren, wie es die aufbereiteten Daten der (Job-)Suchmaschine erlauben.

Sprich: Sind Texte und Daten mangelhaft, ist auch die Ausbeute über Google mangelhaft.

Jedoch sehe ich ein nicht zu verachtendes Potenzial: dank Googles Marktmacht einerseits (die ich natürlich auch kritisch betrachte) und dem Bestreben Googles andererseits, das Internet durch klare Strukturen „aufzuräumen„, kann hier ein echter Mehrwert für alle Internetnutzer entstehen.

Wir erinnern uns an den Versuch, den Standard HR-XML für alle Stellenausschreibungen im Internet durchzusetzen: hat nicht funktioniert.

Google hat den Einfluss, hier tatsächlich etwas zu bewegen – und Sie als Stellenanbieter und Jobsuchender übrigens auch!

Und was denn nun?

Der Begriff „gelobtes Land“ ist selbstverständlich zu hoch gegriffen, wenn es um (Online) Recruiting und Google for Jobs geht.

Jedem steht es frei, sich den Google for Jobs Standards anzupassen oder nicht.

Die Welt wird sich auf jeden Fall weiter drehen.

Vielleicht möchten Sie ja auch zukünftig Ihr Personal immer weniger über Internet und Anzeigen ansprechen, sondern wieder mehr „offline“ suchen und den Talenten persönlich begegnen?

Warum nicht, das wird bestimmt auch wieder stärker in Mode kommen.

Sie als Arbeitgeber könnten jedenfalls beispielsweise beim Deutschland– beziehungsweise Österreich– und Schweiz-Start die an Google for Jobs angeschlossenen Jobbörsen als „Übergangsmedium“ verwenden. Entweder solange, bis Sie die entsprechenden Kompetenzen dafür aufgebaut haben, oder solange, bis Ihnen Google ein direktes Angebot zum Pushen Ihrer Jobs unterbreitet…

Sie haben die Wahl – machen Sie das Beste für sich und Ihr Unternehmen daraus.

 

Sollten Sie in der Zwischenzeit Jobs auf Jobbörsen veröffentlichen möchten:

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