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Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mir Steinen werfen – ich weiß. Auch diese Internetplattform, Online-Recruiting.net, ist (noch!) nicht so mobil-optimiert, wie sie es sein sollte. Momentan sind die Zugriffe auf diese Seite jedoch mehrheitlich desktop-basiert (also vom Schreibtisch aus, nehme ich an, was mich bei der Zielgruppe dieses HR-Blogs kaum überrascht).

Bei Jobbörsen, beziehungsweise generell bei Jobportalen, sehen die mobilen Zugriffsdaten allerdings anders aus. Klar, denn dort wird nach Jobs gesucht, was bei Online-Recruiting.net nicht der Fall ist.

Die Befragung:

Nun hat die Personalmarketing Agentur mediaintown eine Studie vorgelegt, welche der Fragestellung nachgeht:

Mobile Recruiting: Wie gut sind Stellenbörsen gerüstet?

Dazu hat mediaintown die großen Jobbörsen und sein eigenes Portal jobsintown zum Status quo bei der mobilen Jobsuche befragt.

Die Ergebnisse sind ernüchternd. Ich meine, seit wann sprechen wir davon, dass die mobile Nutzung steigt, und dass „mobile first“ besonders für Jobbörsen wichtig ist? Doch schon mindestens seit 2012!

Sicher, eine für die Darstellung auf Smartphones optimierte, eigenständige Seite, die ausschließlich die zentrale Jobsuche-Funktion aufweist, bieten viele der Großen an.
Ah, nein, stimmt nicht: Zwar haben alle Jobbörsen (bis auf die der großen Zeitungsverlage (!!!)) eine mobile Darstellung, aber nur 4 von 12 beschränken die Anzeige auf das Wichtigste, nämlich die Jobsuche. Schöne, daumenfreundliche Buttons und so.

Einige Ergebnisse:

1-Angebot_mobile_Kanäle_groß

Den Unterschied zwischen dem, was bei mediaintown „mobile Website“ und „mobile Jobsuchfunktion“ heißt, können Sie hier erkennen:

Mobile-optimierte Darstellung des gesamten Webangebots

Mobile-optimierte Darstellung des gesamten Webangebots

Mobile Jobsuchfunktion, zentral auf die Jobsuche beschränkt

Mobile Jobsuchfunktion, zentral auf die Jobsuche beschränkt

Responsive Design?

Da in der Befragung leider nicht auf responsive Design und dessen verschiedene Abstufungen (adaptiv, fully-responsive,….) eingegangen wird, habe ich auf dem iPad einige der großen Jobbörsen besucht.

Ergebnis: keine der großen Jobbörsen ist Responsive, das heißt, die Darstellung entspricht der Desktop-Version. Bei Monster ist übrigens aktuell eine Beta-Version anzusehen, die auch nicht wirklich responsive erscheint.

Natürlich lässt sich über die Seitenbreite der Desktop-Version auch bei der Darstellung auf einem Tablet-Computer einiges Schöne machen. Hier hat mir besonders gut stellenanzeigen.de gefallen.

Mobile Nutzung der Angebote?

Bei der Frage nach der mobilen Website Nutzung und der Prozentzahl der Smartphone App, wenn vorhanden, sind in der Studie lediglich die Antworten der Anbieter selbst zu lesen. Interessanterweise hat kaum einer die Frage nach der App-Nutzung beantwortet. Ein Schelm, wer Böses denkt.

Mobile Darstellung der Anzeigen?

Auch hier gibt es einige interessante Unterschiede, und nicht jede Jobbörse löst das Problem gleichermaßen. StepStone beispielsweise gibt Jobs nur dann optimiert aus, wenn diese im entsprechenden Format angeliefert werden. Monster gibt vor allem die selbst erstellten Anzeigen optimiert in Responsive aus.

Mobile Bewerbung?

Hier sieht es dünn aus. Nur Jobware und XING (und das ist ja selbstverständlich!) bieten zum Beispiel die Bewerbung mittels eines Business-Netzwerkprofils wie LinkedIn oder XING.

Bei der mobilen Careerbuilder Version können sich Nutzer darüber hinaus nicht einmal mobil registrieren. Hier erhält der Jobsucher die freundliche Aufforderung, sich über einen PC ein Nutzerprofil anzulegen.

Fazit

Mobile First? Von wegen.
Jobbörsen scheinen auch hier einen wichtigen Trend zu verschlafen – Social Media Recruiting gehört ebenfalls dazu, genauso wie Big Data.

Die Möglichkeiten sind groß, und die Konkurrenz ist rund um die Uhr wach. Die Bedrohungen für Jobbörsen liegen nicht nur in (Business) Social Media oder in erfolgreichen Jobsuchmaschinen sondern lauern an anderen Ecken.

Es wird Zeit, einige Strategien zu überdenken und nicht nur irgendwelchen Trends zeitversetzt hinterzujagen.