Bei unserem ersten HR Hackathon in Berlin Ende Mai hatten wir bereits bestehende HR Startups eingeladen, dem Publikum in fünf Minuten ihre Services und Vorzüge zu präsentieren. Insgesamt elf Startups sind unserem Aufruf gefolgt, darunter auch Jobino.

Dort habe ich die beiden Gründer Fabian Henze und Stefan Petzolt kennengelernt, beide sehr schick gekleidet mit auffallend blauer Fliege – wo sieht man das heute noch, vor allem im Tech Startup-Umfeld?

Da Jobino noch nahezu unbekannt ist, freue ich mich, Euch das Startup und die Idee dahinter heute in Form eines Interviews genauer vorzustellen.

Im Gegensatz zu vielen anderen HR-Dienstleistern liegt der Fokus ihres Startups Jobino nicht auf Fach- und Führungskräften, sondern auf Nebenjobbern. Nebenjobs sind für die beiden alle Jobs, die man „neben“ bzw. „zusätzlich“ zu etwas anderem macht. Derzeit sind 7,89 Mio. Arbeitnehmer in Deutschland in solch einem Arbeitsverhältnis beschäftigt.

Die beiden Gründer aus Berlin haben es sich daher zur Aufgabe gemacht, jedem Jobsuchenden den am nächsten gelegenen und bestbezahlten Nebenjob zu finden. Dafür sind sie seit April 2015 mit ihrer Webseite Jobino.de online. Gerade sind sie auf der Suche nach Kooperationspartnern, um ihr Angebot zu erweitern.

Was mir auf Anhieb gefällt, ist die hinterlegte Deutschlandkarte, auf der man die Stellenangebote sofort geographisch einordnen kann. Auch, dass der Stundenlohn direkt einsehbar ist, halte ich für sehr gut. Hier könnte sich so manch großes und mittelständisches Unternehmen eine Scheibe abschneiden, und Gehälter generell in Stellenanzeigen zu nennen. In Österreich ist dies ja schon seit 2012 Pflicht.

 

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Auf geht’s:

Wieso habt ihr beim HR Hackathon blaue Fliegen getragen?

 
Berlin ist groß und es gibt so viele Start-ups, da muss man irgendwie auffallen. Mit den blauen Fliegen wollen wir auffallen und eine Assoziation zu den Unternehmensfarben von Jobino herstellen. Die Leute sollen uns sehen und sofort zuordnen können, für welche Vision wir stehen. Das klappt auch ganz gut. Leute kamen schon auf uns zu und meinten: „Ich habe Euch doch auf der Bühne vom HR-Hackathon gesehen! Ich habe die blauen Fliegen wiedererkannt.“

 

Wieso Nebenjobs?

 

Jobino-Infografik-Mini-und_NebenjobberDer Nebenjobmarkt ist sehr spannend. Nicht nur wegen den ca. 7,89 Mio. Nebenjobbern, sondern auch weil die Nebenjobber einen großen Beitrag in deutschen Unternehmen leisten. Sei es die Verkäuferin, der Kellner oder der Postbote. Aus den verschiedensten Gründen suchen Leute heutzutage nicht nur nach klassischen Arbeitsverhältnissen. Viele suchen explizit nach Nebenjobs, um anderen Verpflichtungen im Leben besser nachkommen zu können.

 

Genauso interessant sind Nebenjobs auch für die Unternehmen. Nebenjobber sind oftmals flexibel einsetzbar und verfügen über eine gesunde Motivation für die Arbeit und bilden so in vielen Unternehmen die Basis für den Erfolg.

 

Gleichzeitig gibt es aber auf dem Job-Markt noch Nachholbedarf. Viele Unternehmen haben, wie auf dem Lehrstellenmarkt, bedingt durch den demografischen Wandel und die zunehmende Akademisierung, große Probleme, genügend Nebenjobber zu finden. Ein Indikator sind beispielsweise die Schaufensteraushänge. Laufen Sie heutzutage mal durch eine Einkaufsstraße oder ein Einkaufscenter und halten Sie dabei die Augen nach diesen Schaufensteraushängen auf. Sie werden erstaunt sein, wie viele es davon gibt.

 

Was macht Jobino besonders und was ist euer Alleinstellungsmerkmal?

 

Heutzutage kann man von Reisen bis zu Versicherungen alles vergleichen. Daher ist es jeder von uns gewöhnt, in kürzester Zeit die wesentlichen Informationen zu einem Produkt zu erhalten.

Das Besondere an Jobino ist, dass das Informationsbedürfnis der Jobsuchenden im Vordergrund steht und ihre Wünsche berücksichtigt werden.

Daher kann man bei uns jetzt auch die Entfernung zum Arbeitsort begrenzen, die gewünschte Arbeitszeit über eine Zeitspanne auswählen und den erwarteten Stundenlohn bei der Suche angeben. Außerdem werden die Jobangebote nicht nach Erstellungsdatum, sondern übersichtlich auf einer Karte und in einer Liste nach Entfernung sortiert. So erreichen wir, dass die Suchenden und Anbieter schnell und unkompliziert zusammenfinden.

 

Was für einen Vorteil versprecht ihr euch mit der Angabe des Stundenlohns?

 

Transparenz und Zufriedenheit auf beiden Seiten.

Arbeitnehmer begrüßen es, wenn ihnen der Stundenlohn von vornherein genannt wird. Viele scheuen sich nämlich mit den Vorgesetzten über den Stundenlohn zu verhandeln und suchen aber gleichzeitig einen gut bezahlen Job, der Ihnen Spaß macht.

Sind die wesentlichen Informationen wie Stundenlohn, Arbeitsort und Arbeitszeit zu einem Nebenjob bekannt, steigen auch die Bewerberzahlen. Das liegt einerseits daran, dass keine unangenehmen Verhandlungen mehr mit dem Vorgesetzten geführt werden müssen. Andererseits ist es oftmals Arbeitnehmern bis dahin gar nicht klar, wie gut bestimmte Jobs eigentlich bezahlt werden. Außerdem bestehen für die Jobsuchenden weniger Unsicherheiten über die sogenannten Hygienefaktoren des Jobs, sodass sich beide Parteien eher auf die Motivatoren wie Anerkennung, Arbeitsinhalte oder Verantwortung konzentrieren können. Wichtig ist auch, dass sich keine Leute mehr mit utopischen oder falschen Gehaltsvorstellungen bewerben.

Wir suchen daher für weitere Kooperationen Unternehmen, die mit uns gemeinsam den Nebenjobmarkt revolutionieren wollen.

 

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg!