Das ist bestimmt ein wenig zu früh orakelt, nachdem Careerbuilder erst gestern in seiner Blogmitteilung bekannt gab, dass sie JobScout24 von der deutschen Telekom Tochter, der Scout24-Gruppe, kaufen werden.

Als HR-Blogger habe ich bereits seit einiger Zeit prophezeit, dass sich die Telekom/Scout24-Gruppe von ihrem Sorgenkind trennen würde – auch, als die Schweizer jobs.ch die Vertragskunden der Jobscout24.ch von der Schweizer Scout24-Gruppe übernommen hatten. Zwar hatte der vor noch nicht einmal einem Jahr neu berufene Geschäftsführer Daniel Smuda 2011 das beste Unternehmensergebnis seit jeher beschert (bestimmt und hoffentlich mit besseren Aktionen als dem Groupon-Deal). Dennoch hat sich die Telekom zum Verkauf entschlossen (oder wurde evtl. die Braut vorher noch etwas aufgehübscht?). Zahlen für die Transaktion werden ja keine veröffentlicht, woraus Thomas schließt, dass der Verkaufspreis gar nicht so dolle sein dürfte.

Wenn man sich jedoch Careerbuilders bisherige internationale Strategie etwas näher ansieht, sollten sich die Münchner Scouties darauf einstellen, dass die Domain bald auf careerbuilder.de umgeleitet wird. Selbst gute Player wie die damals gut laufende niederländische Jobbingmall wurde komplett in CB-Farben gehüllt. Ähnliches Spiel in Schweden. Die griechische Akquisition kariera behielt ihre Domain, so verhält es sich auch bei den Käufen in Frankreich – dort wurden spezialisierte Portale erworben, sodass eine Umbenennung kaum Sinn gemacht hätte.

Careerbuilder hat sich mit dem Kauf von Jobscout24 die Eintrittskarte in die deutsche Top 5 der Jobbörsen für wahrscheinlich recht günstiges Geld gesichert. In Großbritannien wird sogar davon berichtet, dass CB den Eintritt in die Top 3 geschafft hat. Das ist ein wenig zu hoch gestapelt, wenn man sich die aktuellen Google Trends der deutschen Top 5 ansieht. Jobware beispielsweise schneidet zwar in der Auswertung der Domain recht schlecht ab, kann aber dank der vielen Kooperationspartner sehr viele und qualifizierte Zugriffe auf die Stellangebote generieren. Auch stellenanzeigen.de siedle ich qualitativ höherwertiger als Jobscout24 aktuell an.

Careerbuilder hat sich zwar einen bedeutenden Player am deutschen Markt eingekauft, aber die Arbeit, sich am deutschen Markt zu etablieren und zu behaupten, geht für beide, JobScout24 und CB, weiter.
Ich bin gespannt, wie sich das Zweiergespann, zusammen mit seiner Jobsuchmaschine jobs.de entwickelt. Ich kann mir in etwa vorstellen, wo die Reise hingehen wird. Aber warten wir ab.

Viel Erfolg – ein bisschen Bewegung an unserem Markt tut gut!