Boosts Your Marketing for and to HR

Der Trend zur „Zweit-App“ bei Netzwerken ist seit einiger Zeit deutlich zu erkennen (Facebook Messenger, Facebook Slingshot,…), und auch XING, so las ich Anfang des Jahres in einem Interview mit CEO Vollmoeller, möchte einige der Netzwerk Funktionen als eigenständige mobile Apps auskoppeln. Kürzlich gab’s da ja auch eine Meldung zu Contaxt, der App für mobile Mini-Netzwerke, die XING gestartet hat.

Von einer Job-App war bei XING bisher noch nicht offiziell die Rede, was ich nach wie vor mit aktuellem Stand der Dinge für sinnlos halte (dazu später mehr), aber nun geht LinkedIn mit eben einer solchen an den Markt in den USA – weitere Länder werden folgen. Bähm!

Und die App soll sogar „Privacy“ können, wobei hier vor allem die Aktionen, die ein Jobsuchender in der App betreibt, gemeint sind, wie Produktmanager Daniel Ayele versichert.

Everything you do within the app will be completely private and not shared with your network.

Eine separate Job-App anzubieten, macht bei LinkedIn im Moment aus verschiedenen Gründen sehr viel mehr Sinn als bei XING. Hier möchte ich ein paar Gründe nennen, die auf der Hand liegen:

  • LinkedIn wird viel mehr Jobs anbieten können, weil seit Juni auch freie Stellen von Unternehmensseiten eingesammelt und ausgegeben werden (wieder zuerst in den USA).
  • indeed hat auch eine mobile Job App
  • Mit der Jobsuch-App wertet LinkedIn auch die verkauften Listings auf und hat zusätzliche Vermarktungsmöglichkeiten (Anzeigenpreise dürften sich zukünftig verteuern)
  • LinkedIn Apply aus der App heraus mit dem LinkedIn-Profil – Nutzer werden motiviert, ihr Profil aktuell zu halten -> frische Daten, …
  • Da lässt sich mit Sicherheit auch auf Unternehmensseite einiges in die Bewerbermanagement Software integrieren, und alle Direct (Active) Sourcing Fans werden sich freuen (die Kandidaten wohl eher nicht).
  • Auch Monster wird demnächst in den Gefilden des CPC unterwegs sein und Kandiaten-Profile und Jobs aggregieren.
  • Recruitment Advertising ist ein gutes Business mit, man mag’s kaum glauben (Ironie beabsichtigt), noch immer vorhandenen Wachstumschancen.
  • Internes oder externes Mitarbeiter Empfehlungsmarketing kann darüber ausgesteuert werden.
  • Das Tool, welches LinkedIn Nutzerdaten, Werdegänge, „Candidate Rankings“ und Unternehmensdaten auswertet, kann da bestimmt auch eine Rolle spielen.

XING kooperiert zwar in Deutschland mit kimeta.de, aber mit aggregierten Jobs hat das nichts zu tun.

Darüber hinaus besteht ein guter Teil der Stellenangebote auf XING von weiteren Kooperationspartnern (auch wenn dies in den Wertungen zu Marktanteilen neuer Jobs in Deutschland gar nicht auffällt), sodass eine eigene mobile App nicht als wirklicher Renner erscheint. Aber, man weiß ja nie, was XING noch so vorhat im Rahmen des neuen Company-Claims „For a better Working Life“.

Interessante Entwicklungen am Online-Recruiting-Markt mit zunehmender Verdichtung und Zusammenführung von Services und Datenauswertungen bei gleichzeitiger Diversifizierung der Produkte. Das klingt nach einem Widerspruch, ist aber keiner. Denken Sie’s durch 😉

Viel Spaß dabei!