Active, Direct oder auch einfach „nur“ Sourcing ist aktuell eines der Top-HR-Buzzwords schlechthin.

Sehr beliebt, und rechtlich in vielen Fällen weniger bedenklich als ein „Cold Call“ direkt in das Unternehmen, in dem der identifizierte Wunschkandidat arbeitet, ist die Kontaktanbahnung mittels Nachricht.

Davon kann man, je nach Netzwerk und gebuchter Option, so einige abdrücken. Bei LinkedIn ist es darüber hinaus so, dass Recruiter, die einen Job posten, 5 InMails – das sind Nachrichten an Mitglieder, die nicht im direkten Netzwerk sind – oben drauf bekommen. Andernfalls sind diese Nachrichten sehr teuer (10 USD pro inMail). Das ist eine durch LinkedIn bewusst gesetzte Hürde, um die Mitglieder vor SPAM zu schützen.

Sehr löblich.

Natürlich gibt es immer „workarounds“ – oder in aktuellerem Neudeutsch: „Hacks“ – um diese Hürden zu umgehen, zum Beispiel über Kontaktanfragen. Bis Januar war es Nutzern des LinkedIn Recruiter Produkts auch möglich, Kontakte 2. oder 3. Grades per inMail in Gruppen zu versenden, in denen beide Partien vertreten waren. Hier wäre es interessant zu sehen, wie die Ratio Recruiter/Nicht-Recruiter in manchen Gruppen aussieht…

Das hat LinkedIn dann aber im Januar abgeschafft, zumindest für die LinkedIn-Recruiter Nutzer. Das Versenden von kostenfreien Nachrichten in Gruppen war nämlich doch noch möglich, aber eben nicht mehr direkt aus dem Recruiter-Tool heraus.

Trotzdem, so können wir auf dem LinkedIn Talent Blog lesen, stieg die Response-Rate seither um 25 Prozent.

Nun legt LinkedIn noch einen oben drauf:

We’re determined to improve the member and recruiter experiences. So in January we stopped enabling Recruiter users from sending free InMails to Group members who are second- and third-degree connections. Since then, overall InMail response rates have increased 25 percent. And starting in August:

  • We’ll notify Recruiter users if their InMail response rate drops below 13 percent on 100 or more InMails sent over a 14-day period, and give them tips to help increase it.
  • After this one-time notification, users who continue to have a less than 13 percent response rate will only be able to send one-to-one InMails for a 14-day period.
  • After the 14-day period, users who meet the threshold will be able to send bulk InMail messages. Users who don’t will not be able to send bulk InMail messages for another 14-day period.

Recruiter müssen sich also einiges einfallen lassen, um ihre Ansprache interessant zu machen und den Kontaktierten dazu zu bringen, auf die Nachricht in irgendeiner Form zu reagieren (Interessensbekundung oder Absage – bloß kein „Not Interested“).

Ich finde das gut und denke, davon könnten sich jedes Netzwerk, jeder Anbieter und auch jedes Jobportal eine Scheibe abschneiden: Lehnt doch mal tatsächlich ein paar vor Bullshit-Floskeln triefende Stellenanzeigen ab!

Und, liebe Recruiter, na klar, überprüfen Sie Ihre Anzeigentexte auf die üblichen „Bullshit“-Floskeln und machen Sie sich wirklich Gedanken, wie Sie mit den potenziellen Kandidaten kommunizieren möchten. Setzen Sie sich hin und arbeiten ein handfestes Konzept in dieser Richtung aus.

Das würde der Branche mal Beine machen!

Oder?

Zur Inspiration für effektive InMails, bitte hier lang.