Passend zur heutigen Veröffentlichung der Ergebnisse unserer Social Media Recruiting Umfrage Deutschland und Schweiz – hier geht’s zum PDF-Download – möchte ich darauf zurück kommen, was ich im letzten Beitrag zu Marktanteilen neue Jobs auf deutschen Jobbörsen und im Artikel zur neuen XING Job App angekündigt habe: die Zahlen zu LinkedIns neu geposteten Jobs etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Ende Mai 2014 ließ LinkedIn verlauten, ähnlich wie Monster kurz davor, dass es Jobs von allen online zugänglichen Quellen aggregieren würde, und diese in Form eines so genannten „Limited Listings“ Jobsuchenden im Netzwerk verfügbar machen würde – zuerst startete das Vorhaben in den USA, im September 2014 schließlich weltweit.

So richtig aufgefallen waren mir die aggregierten Jobs in der Vergangenheit nicht, und auf meine Nachfragen bei LinkedIn gab es leider keine eindeutigen Aussagen.

Aber siehe da: Ab November 2014 gingen die Zahlen in den Jobfeed Auswertungen für LinkedIn deutlich nach oben. Zunächst Platz 3, im Dezember Platz 2, und im Januar 2015 hatte LinkedIn plötzlich den Platzhirsch StepStone verdrängt?

Einsichten, Analysen und Quellcodes

Das kam mir letztlich so seltsam vor, dass ich etwas genauer in die Statistiken in Jobfeed und in die HTML-Quellcodes der LinkedIn Anzeigen gesehen habe. Mit höchst interessanten Einblicken.

Denn die limitierten Listings scheinen der Grund zu sein, weshalb die Jobfeed Statistiken bei Linkedin plötzlich in die Höhe schnellten. Jobfeed weist diese leider nach wie vor als neue Jobs aus. Ich empfehle, hier mittelfristig zu entscheiden, ob LinkedIn – und auch XING seit Übernahme der Jobsuchmaschine Jobbörse.com – noch weiterhin als Jobbörse in Jobfeed geführt werden sollte.

Denn beide nähern sich zunehmend dem Modell einer Jobsuchmaschine, und diese werden von Jobfeed normalerweise nicht berücksichtigt. Das Gleiche gilt übrigens auch für Monster, wenn hier die aggregierten Jobs zukünftig wie neu geschaltete Jobs eingeordnet werden.

Inaktive, vermeintlich neue Jobs

Im Dezember kam zunächst zum Vorschein, dass viele der als neu deklarierten Jobs gar nicht mehr aktiv waren, beziehungsweise Jobfeed hatte diese Jobs als neu veröffentlichte Jobs eingeordnet.

2015012123-linkedin-job-outdated

Der Fehler ist seitens Jobfeed zwischenzeitlich behoben.

Allerdings wurden immer noch sehr viele neue geschaltete Vakanzen auf LinkedIn ermittelt, sodass dieses Jobportal im Januar auf dem ersten Platz der Top 10 landete.

Der Blick in den Quellcode

So sieht der Quellcode einer bezahlten Job Anzeige bei LinkedIn aus, das Wichtige ist rot umrandet:

20150302-linkedin-paid-listing-sourcecode

Und hier die Darstellung im Quellcode eines „Limited Listing“ – man beachte den Zusatz „basic“:

20150302-linkedin-very-limited-listing-sourcecode

Über eine Quellcode Suchmaschine habe ich versucht herauszufinden, wie viele dieser „basic_jobs-biew-job“ Anzeigen auf LinkedIn zu finden sind. Allerdings konnten diese Suchmaschinen tatsächlich kaum den Quellcode auslesen. Aber die Anzahl dieser Limited Listings ist sehr hoch, wie Sie in den nächsten Zeilen erfahren werden.

Darstellung der Limited Listings

So richtig abenteuerlich wird es, wenn man sich die Darstellung der von anderen Webseiten aggregierten Jobs ansieht.

Man erkennt, dass bei den aggregierten Jobs die Anzeigentexte jeweils nur eine bestimmte Anzahl an Zeichen herübergezogen wurde:

20150302-linkedin-darstellung-limited-listing

Das erinnert mich an die aggregierten Jobs bei Glassdoor beim Deutschlandstart.

StepStone und adzuna die Arbeitgeber mit den meisten Jobs in Deutschland?

Damit nicht genug, denn gerade im Februar fiel mir in Jobfeed auf, dass plötzlich unter den Arbeitgeberfirmen eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Jobs von den Arbeitgebern StepStone und adzuna stammte:

20150402-jobfeed-stepstone-adzuna-arbeitgeber

Also bin ich einigen der Links gefolgt, und habe Folgendes entdeckt:

20150402-jobfeed-stepstone-arbeitgeber-linkedin-jobad-aggregriert-bsp-berlin

Durchweg alle Anzeigen mit diesen Arbeitgebern verlinkten auf Anzeigen bei LinkedIn. Darüber hinaus wurde wohl etwas schlampig aggregiert: die eigentliche arbeitgebende Firma wird nicht erkannt, die gecrawlte Jobbörse als Arbeitgeber betitelt, der Text abgeschnitten, ohne Punkt, Strich oder Komma eingesogen und mit Logo und Firmenbeschreibung der Jobbörse versehen.

Bei einer adzuna Anzeige sah das so aus – dazu wurde diese anscheinend erst vor 3 Tagen veröffentlicht, aber bewerben konnte man sich nicht mehr:

20150402-jobfeed-stepstone-arbeitgeber-adzuna-jobad-aggregriert-bsp-kardex-gruppe

Wie geht’s weiter?

Bisher noch wie gehabt, und es werden immer mehr Jobs von Jobbörsen, Personaldienstleistern und -beratern sowie von Arbeitgebern mit sehr vielen Stellenanzeigen eingesogen und auf LinkedIn ausgespien. Nur von StepStone aggregierte Anzeigen auf LinkedIn habe ich für die vergangenen 8 Wochen sehr viel weniger bei Jobfeed ausgemacht als noch vor zwei Monaten.

Für meine Auswertungen der Marktanteile neu geschalteter Jobs auf deutschen Jobbörsen werde ich jedoch zukünftig sowohl LinkedIn als auch XING wie Jobsuchmaschinen behandeln und diese in der Top 10 nicht mehr berücksichtigen.

Die Entwicklung bei den Monster Anzeigen werde ich weiter im Auge behalten. Sollten dort immer mehr aggregierte Jobs auftauchen, wird auch das Monster aus der Betrachtung verbannt.