mobileJob – das mobile Startup mit SMS Bewerbung

 

In meinem Jahresrückblick auf 2014 hatte ich mobileJob bereits kurz angedeutet, nun kommt die detaillierte Version zu dem vielversprechenden HR Startup aus Deutschland (andere finden Sie hier, hier und hier), das darüber hinaus im Dezember eine Anschlussfinanzierung durch den High-Tech-Gründerfonds erhalten hat.

 

Das macht mobileJob und die Idee dahinter

 

mobilejob.com befasst sich mit einem vereinfachten Prozess zur Rekrutierung gewerblicher Mitarbeiter.

Die Gründer, Steffen Manes und Kai Daniels, haben im Vorfeld tatkräftig Recherche betrieben:
In zahlreichen Gesprächen mit Personalverantwortlichen haben die beiden zunächst die wesentlichen Recruiting-Schwierigkeiten identifiziert.

Das Ergebnis: insbesondere im gewerblichen Bereich bestehen erhebliche Defizite, ausreichend und effizient Personal zu rekrutieren.

Laut Steffen Manes liegt das zum einen häufig daran, dass in vielen Lebensläufen von Jobsuchenden im gewerblichen Bereich für Recruiter wichtige Informationen fehlten. Anders formuliert erscheint es logisch, dass Bewerber in bestimmten Berufsgruppen eben kein Riesen-CV anlegen. Macht einfach wenig Sinn.

Meistens kommt es auf bestimmte Voraussetzungen und Kenntnisse an, die auch anders abgefragt werden können.

 

So funktioniert’s

 

Und genau das macht MobileJob, und zwar per SMS Interview.

 

wie-MobileJob-funktioniert

 

Kandidaten senden zunächst eine SMS mit dem in der Stellenanzeige befindlichen JobCode, um ihr Interesse an der Stelle zu bekunden.

Jobs werden dort platziert, wo sich die besonders mobile Zielgruppe (ist eigentlich jeder, wenn bereits an die 90 Prozent der Jobsuchenden mobile nach Jobs sucht…) der gewerblichen Mitarbeiter aufhalten, also draußen auf Plakaten, auf Aushängen, … oder auch in Social Media.

Danach bekommen sie 5-10 vorab definierte Interviewfragen, die sie per SMS beantworten, zum Beispiel die Fragen nach Führerscheinklasse, nach der Möglichkeit von Schichtarbeit, notwendige Zertifikate oder Verfügbarkeit.

Die Antworten landen dann direkt im Recruiter-Backend, und der Recruiter erhält – nehem ich mal an – eine SMS mit dem Hinweis, dass eine Bewerbung da ist.

Stimmen Interesse einerseits und fachliche „Passung“ andererseits, wird ein Termin zum Bewerbungsgespräch vereinbart.

 

Vermeidung der „No-Shows“

 

Der Clou dabei (und leider tatsächlich ein Phänomen unserer Zeit): Da es nach der Terminvereinbarung zu 70-80 Prozent „No-Show“ – bedeutet: der Bewerber erscheint nicht zum Gespräch – kommt, versendet MobileJob rechtzeitig eine Erinnerung per SMS. Dies reduziert die „No-Show-Rate“ auf 30-40 Prozent.

Abgesehen davon, dass ich generell einen „No-Show“ ohne vorherige Absage für eine absolute Frechheit, ein „No-Go“ halte, ist das trotz allem ein gutes Ergebnis und beschert dem Recruiter etwas weniger unnötig verschwendete Zeit.

 

Einige Zahlen zu mobileJob

 

tiger-photo-1417722009592-65fa261f5632_320mobileJob beschreibt weiterhin, dass seit Start vor einem Jahr mehr als 2.000 Kandidaten an über 70 Arbeitgeber vermittelt worden sind.

Das Kundenportfolio erstreckt sich aktuell über alle Bereiche der Blue Collar-Branche, wie etwa dem Einzelhandel oder einem internationalen Modekonzern, der Logistikbranche genauso wie Hersteller oder dem Facility-Management.

 

Das Investment und dessen Verwendung

 

Neben der Startup-Schmiede etventure, hat sich mobileJob wie eingangs beschrieben, im Dezember eine Anschlussfinanzierung durch den High-Tech-Gründerfonds gesichert.

 

Die Gründer sagen:

Das Investment stecken wir vor allem in die technische Weiterentwicklung der Plattform.

Über eine Software-as-a-Service-Lösung, ist es bereits jetzt möglich, die Bewerbungskampagnen über einen direkten Unternehmenszugang individuell zu steuern. Zukünftig wird es weitere
Integrationsmöglichkeiten in gängige HR-Managementsysteme geben, sodass sich das mobile Recruiting nahtlos in die Gesamtstrategie einbinden lässt. Die Marschrichtung für mobileJob ist jedenfalls klar: Das Ziel ist es, die Standard-Lösung für Personalvermittlung im gewerblichen Bereich zu werden.

 

Gute Sache, und vor allem, dass sich mobileJob auf den gewerblichen Arbeitsmarkt konzentriert, ist sehr interessant. Denn viele dieser Stellenangebote sind heutzutage noch das Primat der lokalen Printblätter und sorgen dort noch für gute Werbeumsätze. Auch für Ausbildungsplätze eignet sich mobileJob.

A propos Umsätze: Die Preisliste für mobileJob Kampagnen finden Sie hier.

[Update – August 2015: mobileJob erhält weiteres Investment]

 

Fazit und Fragen

 

Bleibt für mich nur noch eine Frage: Wer bezahlt für die Verbreitung der Anzeige zum Beispiel auf Plakaten, U-Bahnen, Straßenbahnen, auf Aushängen in der beliebtesten Dorfkneipe oder in den sozialen Netzen?

[Update 08.01.2015] – Die Antwort von mobileJob dazu lautet: „Die Kosten für Produktion der Plakate sind im Basis-Paket enthalten, die Distribution aber übernimmt der Kunde.“

Dann interessiert mich noch, was die modernen Bewerber von einem SMS-Interview halten. Amüsant finde ich in dem Zusammenhang diese Diskussion auf einer US-amerikanischen Forenseite.

Dass die vereinfachte mobile Kandidatenfindung im gewerblichen oder Mini-Job Umfeld Sinn macht und Potenzial hat, zeigt übrigens auch das neue Riesen-Investment in den USA für die mobile Kiosk-App Apploi.com: 7 Millionen US-Dollar haben die Macher dahinter zum Ausbau erhalten.

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