Der nächste HR Hackathon kommt

 

Countdown bis zum nächsten HR Hackathon!

Heute ein Gastbeitrag von Robindro Ullah, der beim 1. HR Hackathon die Session zum Thema WeChat Integration und mobiles SingleSignOn Verfahren für Bewerbermanagementsysteme gegeben hat.

Das aktuelle HR Hackathon Programm (wird regelmäßiig aktualisiert) findet Ihr hier.

Das HR Hackathon FAQ, also die Antworten zu häufig gestellten Fragen gibt es hier.

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Los geht’s – danke, Robindro, für den Beitrag:

Sind es technische Hürden, Herausforderungen oder stehen wir uns doch nur selbst im Weg?

Die One-Click-Bewerbung und mehr

 

hrhackathon-logoIm Rahmen der Vorbereitungen des Hackathons in Berlin kam Eva Zils auf mich zu und fragte mich nach aktuellen Herausforderungen im Bereich HR IT.

Nachdem ich nun in den vergangenen Jahren bereits mehrere ATS miterleben durfte und das eine oder andere eingeführt habe, Prozesse rauf und runter dekliniert habe, komme ich zu dem Schluss, dass es sich hierbei um eine sehr schwierige Frage handelt.

Bei vielen Herausforderungen in diesem Bereich weiß ich ehrlich gesagt nicht so genau, was die Ursache ist. Können wir nicht oder wollen wir nicht?

Natürlich gibt es immer wieder den Kostendruck, der gern mal die eine oder andere Verbesserung beziehungsweise Innovation verhindert. Aber auch bei den Umsetzungen müssen wir genau hinsehen. Was sind Verbesserungen oder gar Innovationen und für wen.

Aus unserer Perspektive neigen wir gern dazu, uns auf eigene Arbeitserleichterungen zu fokussieren, welche natürlich im Sinne der Effizienzsteigerung ebenfalls ungemein wichtig sind. In diesem Beitrag möchte ich aber auf eine Erleichterung aus Sicht des Bewerbers eingehen. Auch hier kann man gerade aus der IT Perspektive sehr viel meiner Meinung nach bewegen.

China als Role Model?

 

Seit zwei Jahren ist China mein Beispielsarbeitsmarkt. Es gibt kulturelle Unterschiede und andere Traditionen, aber mal auf die technische Seite heruntergebrochen, sehe ich kaum Unterschiede zu anderen Arbeitsmärkten.

Der Content mag sich also unterscheiden, aber die technischen Träger der Informationen sind vergleichbar, wenn nicht sogar die gleichen. Einen kleinen aber feinen Unterschied gibt es dennoch: Die Akzeptanz der Gesellschaft von technischen Veränderungen und Neuerungen ist bei Weitem höher als hier zu Lande.

Dadurch bedingt erscheint mir der chinesische Arbeitsmarkt an vielen Stellen weiter entwickelt als der unsrige. Zumindest lassen sich ganz andere Sachen umsetzen und vorweg auch denken. Ein Beispiel ist mein Wunsch eines Single SignOn Verfahrens für Bewerber, die über WeChat (Chinesisches Social Network) auf unsere Stellen aufmerksam werden.

WeChat, ein Netzwerk mit Zukunft vs. Jobboard mit Klammerstrategie

 

Als kurze Erklärung: WeChat ist eines der erfolgreichsten chinesischen Social Networks und ist wohl am ehesten mit einer Kombination aus WhatsApp und Facebook zu vergleichen. Die Wachstumsraten sind immens, was meiner Meinung nach daran liegt, dass WeChat es geschafft hat, das beste aus beiden Welten zu kombinieren: Messenger und Social Network.

Was zudem auffällig ist, ist, dass WeChat kein Channel einer bestimmten Generation ist, sondern der ganzen Gesellschaft. Zuletzt ist hervorzuheben, dass WeChat im Grunde ausschließlich mobil genutzt werden kann. Es gibt zwar eine Desktop Version, aber auch diese kommt ohne die Anwesenheit des Smartphones zur Verifizierung nicht aus.

Betrachtet man nun auf der anderen Seite den allgemeinen chinesischen Arbeitsmarkt, so muss man sagen, dass ein paar wenige Jobboards diesen beherrschen. Durch die enorme Macht weniger und der zeitgleichen Vielzahl von Bewerbern, die sich dort tummeln, konnten diese Jobboards die One-Click-Bewerbung etablieren.

Der Lebenslauf ist bei der Jobbörse hinterlegt und wird bei klicken des Apply Buttons auf der Stellenausschreibungen direkt an das jeweilige Unternehmen versandt – per E-Mail, sofern nicht teure Schnittstellen, Gebühren oder gar das eigene Bewerbermanagementsystem des Jobboards gebucht wurden.

Nun lassen wir einmal dahingestellt, wie sinnvoll ein One-Click-Prozess für alle Stellen ist. Wichtig ist mir in der Betrachtung, dass der Prozess aus Bewerbersicht maximal einfach ist.

Da man in der Regel bereits im Besitze eines ATS ist und ungern aufgrund eines Marktes zwei verschiedene einsetzen möchte, kommt man schnell auf die Idee, WeChat als alternativen Kanal zur Anmeldung an das Bewerbermanagementsystem zu nutzen. Für WeChat wiederum muss man sich das Thema One-Click neu überlegen.

Die Herausforderung und die Session auf dem Hackathon

 

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Prinzipiell haben wir bei der Überlegung mehrere Herausforderungen:

old-hanging-phones_350Zum einen endet in der Regel One-Click sobald man in ein westliches ATS einsteigt. Das heißt, idealerweise werden zumindest die Basis Netzwerk Daten an das ATS übergeben, es müssen keine weiteren Datenfelder befüllt werden, die ein potenzieller Kandidat bereits einmal für das Social Network WeChat angegeben hat.

Als nächstes lebt WeChat von einer Authentifizierungsmethode, die auf Mobilfunknummern basiert, wohingegen unser ATS eine E-Mailadresse verlangt. Hierzu könnte man auch sagen „Mobile Welt prallt auf altbackene Desktop Ära„.

Zuletzt sollte lediglich eine Anmeldung notwendig sein – nämlich die bei WeChat. Da WeChat eine grundsätzliche InApp Logik verfolgt (laienhaft gesprochen), sollte das Thema Single SignOn gar nicht so unrealistisch sein. Mit InApp meine ich, dass man WeChat nie verlässt. Alle Seiten, alle Anwendungen werden immer innerhalb von WeChat geöffnet.

Die App wird also quasi nur dann verlassen, wenn man diese schließt. Im Bewerbungsprozess bedeutet dies für mich: Der Bewerber sieht eine Stelle auf der WeChat Company Site. Er drückt „Apply“ und das ATS eruiert, ob es bereits ein zu diesem WeChat Account passendes Profil im ATS gibt.

Wenn ja, dann ist die Bewerbung damit abgeschlossen (gegebenenfalls muss noch die eine oder andere Information nachgepflegt werden – leider).

Wenn nein, dann erstellt das ATS auf Basis der Daten aus WeChat ein ATS Profil und lässt den Bewerber anschließend lediglich überprüfen und ergänzen. In unsere Breitengrade übersetzt könnte das eine Art Facebook Login für Karriereseiten sein.

Ich bin gespannt, was die Diskussion bzw. die Session beim Hackathon ergeben wird – für mich sicherlich viele gute Denkanstöße.

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