So, das wird bestimmt wieder einige Social Media Recruiting Berater und Analysten auf den Plan rufen, was ich heute zu berichten habe, denn StepStone räumt auf, getreu dem Gebot: Du sollst im online Stellenangebot neben dem Link zur Homepage keine weiteren Links haben.

StepStone hat vor kurzem die AGB geändert, und darin steht unter den „Produktbezogenen Geschäftsbedingungen Anzeigen“ unter Punkt 1.2, erster und zweiter Spiegelstrich Folgendes:

 

step-agb-auszug

 

 

Es dürfen also neben den allgemeinen Links zu der Firmen Homepage keine weiteren Links in der Anzeige platziert werden. Das schließt bereits die Verlinkung auf die firmeneigene Karriereseite aus, da das ja eine Unterseite ist.

Darüber hinaus dürfen keine eventuellen Social Media Auftritte wie z.B. Facebook Karriereseiten, Twitter HR-Accounts, Youtube-Kanäle oder gar der unternehmenseigene Karriereblog in der online Stellenanzeige verlinkt werden.

In den heutigen Zeiten, in denen Social Media Recruiting in vielen Unternehmen aktiv diskutiert wird und so ziemlich jeder Berater empfiehlt, diese Web 2.0 Präsenzen wo immer möglich publik zu machen, ist das schon ein ziemlicher Hammer. Gerade im Internet, wo es doch so viele Möglichkeiten gibt, mit Links zu arbeiten (share the link love!). Ich habe mich bei StepStone selbstverständlich sofort erkundigt, weshalb man diese Links verbietet, aber leider nach einer Woche noch immer keine Antwort erhalten. Sehr schade!

Was bezweckt StepStone mit dieser Regelung also? Da uns keine Antworten zur Verfügung stehen, lassen Sie uns ein paar Hypothesen in den Web 2.0 Raum werfen – machen Sie gerne mit:

  • StepStone möchte keine „Linkschleuder“ für karrierebezogene Firmen Social Media Auftritte sein (durchaus verständlich, aber auch in Printanzeigen wird dabei nicht gemeckert, oder?)
  • StepStone mag kein Social Media Recruiting und möchte nicht auf diese Präsenzen verlinken, weil das auf Dauer das Anzeigengeschäft schädigen könnte (Konkurrenz, Angst?). Monster Deutschland geht hier übrigens anders vor: weder werden in den AGB solcherart Links verboten, nein, es gibt ein dediziertes Team, das sich mit Social Media Recruiting beschäftigt und das bestimmte Leistungen dafür anbietet. Careerbuilder bietet ebenfalls Services in dem Bereich an, baut ganze Firmenkarriereseiten und tut sich stark im mobile Recruiting hervor. In den USA hat Careerbuilder – auch dank des guten Europa-Geschäfts 2011 sehr gute Zahlen gemacht. Sprich: innovate statt procrastinate!
  • StepStone plant ein neues Social Media Recruiting Produkt! (Welches? Hoffentlich nicht noch ein Netzwerk im Netzwerk oder eine JobAd 2.0 – sorry, aber ich find das Ding nicht praktikabel und viel zu teuer. Und ganz ehrlich: Baut Euch für den Preis lieber eine ordentliche Karriereseite und verlinkt von den Online Stellenanzeigen darauf, aber halt nicht mehr über StepStone, das geht ja nicht mehr).
  • Oder eine Videoplattform? Da gibt’s ja auch wieder was Neues, Web2nulliges. Aber da wir ja wissen, dass Personaler eh keine fünf Minuten Zeit für eine Bewerbung haben, ist das mit dem Video gucken oder Podcast hören ja irgendwie hinfällig, oder?
  • Vielleicht werden weitere Verlinkungen neben der Homepage kostenpflichtig? Damit wären wir dann im Pricing à la française, wo für jeden kleinsten Zusatz 100 Euro extra fällig werden. Bitte nicht!
  • StepStone möchte die Verbreitung der Stellenangebote über ihre eigene Social Media Buttons, die neben den Anzeigen zu finden sind, vorantreiben, um damit die eigenen Web 2.0 Aktivitäten zu promoten. (Ich lasse das jetzt mal unkommentiert…)

Also wat nu?

Ich würde ja ganz einfach empfehlen: Optimieren Sie die Landing Page, die am meisten besucht und gefunden wird (i.e. die HOMEpage) so, dass alle Social Media Buttons, Karriereteaser, etc. darauf – gemäß Usability und so platziert werden.

Falls Sie einen bestehenden Rahmenvertrag bei StepStone haben, berufen Sie sich auf das Datum des Vertragsabschlusses und auf die damals geltenden AGB. Dann haben Sie noch ein wenig Schonfrist.