Das britische StartUp Adzuna wurde 2010 gegründet und bezeichnet sich als „Jobsuchmaschine der nächsten Generation“. Dank guter Wagniskapital Spritzen, z.B. durch Passion Capital, The Accelerator Group und Index Ventures, hat sich Adzuna zum Social Job Anbieter gemausert. Mit Hilfe von „Adzuna Connect“ sollen die von überall her aggregierten Jobs über die sozialen Netzwerke an Freunde und Bekannte verbreitet werden.

Das klingt jetzt nicht so wahnsinnig neu, sondern eher wie eine Mischung aus BranchOut, Silp, Emplido, BeKnown und wie sie noch so alle heißen.

Neu ist jedoch, dass sie sich nach den oben genannten diversen Finanzierungsrunden als erstes internationales Expansionsziel Deutschland ausgesucht haben (und nicht, wie man alleine aus sprachlicher Einfachheit hätte vermuten können, die USA). Es gibt also seit Anfang März die deutsche Version von Adzuna (hier die deutsche URL). Bisher scheinen vor allem Jobs von regionalen Zeitarbeitsfirmen und einigen – wenigen – größeren Jobbörsen (Monster, StepStone, Jobware oder auch stellenanzeigen.de sind mir aber bis jetzt dort nicht über den Weg gelaufen, dafür aber meinestadt.de, die wie StepStone auch zu Axel Springer gehören) gelistet zu werden. Bei einer Google-Suche mit spezifischen Jobs und Orten fallt Adzuna momentan neben den deutschen Schwergewichten kimeta.de, icjobs.de, jobrobot oder jobrapido nicht ins Sichtfeld. Das könnte sich jedoch mit der Zeit ändern.

Was ich bei Adzuna gut finde, sind die ganzen Statistiken, die potenzielle Bewerber pro Bundesland oder sogar Landkreis bekommen. Dazu gibt es eine nette Einleitungsseite für die beliebtesten Städte (s. Screenshot links – zum Vergrößern auf das Bild klicken). Bewerber können auch bestimmte Daten wie Durchschnittsgehalt in einer Stadt oder einem Landkreis abrufen. Natürlich sind diese Daten (noch?) wenig aussagekräftig, da aktuell nicht annähernd so viele Jobs auf Adzuna zu finden sind wie auf anderen Jobsuchmaschinen – z.B. gibt es für München „nur“ an die 6.000 offene Stellen. Die relevanten Daten bezieht Adzuna nach eigenen Angaben übrigens aus Jobanzeigen auf verschiedenen Jobbörsen und aus anderen Kleinanzeigen-Seiten.

Man sollte auch einmal die Gehaltsangaben pro Stadt mit anderen Gehaltstabellen vergleichen – das überlasse ich aus Zeitgründen anderen Bloggern oder Kollegen.

In Großbritannien, so schreibt BBC, gehört Adzuna zu den Arbeitsmarktdaten-Lieferanten des Premierministers. Dieser ruft die Daten mittels einer Brwoser-App, die den Arbeitstitel „The Number 10 Dashboard“ trägt. Einen solchen Datenpool möchte man übrigens auch unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel anbieten.

Was bedeutet also der deutsche Markteintritt von Adzuna für die Jobsuchmaschinen in Deutschland?
Die Anbindung an Social Media ist für die Zukunft gut – übrigens ist Adzuna nicht die erste Jobsuchmaschine, die das anbietet. SimplyHired ist schon eine Weile dabei, das zu tun. Allerdings ging ich davon aus, dass andere Jobsuchmaschinen das inzwischen auch machten. Ein kurzer (wohlgemerkt: kurz – bitte berichtigen, falls ich mich irre) Blick auf kimeta und icjobs zeigen mir, dass dies hier nicht der Fall ist.
Hinter den Adzuna-Machern stehen Experten, die solche schönen Seiten wie Gumtree (inzwischen an Ebay verkauft), Quype oder Zoopla mit Leben gefüllt haben. Also: Watch out!