Ist schon eine Weile her, dass ich über Monster geschrieben habe, und das, obwohl doch gerade Ende letzten Jahres CEO Sal Iannuzzi sein Amt an Tim Yates übergeben hatte. Als zeitlich ungünstigsten Moment hätte ich Sal Iannuzzis Rücktritt nicht eingestuft, sondern als wichtiges Zeichen für einen Richtungswechsel. Das Parkett hat das damals wohl auch so gesehen, denn der MWW-Kurs war kurz nach der Ankündigung um 10 Prozent angestiegen.

Aktuell scheinen Anleger mit Monster World Wide zufrieden zu sein, auch wenn die Ergebnisse des ersten Quartals noch nicht so berauschend waren (vor allem nicht die aus Europa). Immerhin waren EBITDA und EPS besser als erwartet, und einige Analysten haben hier beschrieben, dass sie von mittelfristigen Verbesserungen der Unternehmensergebnisse ausgehen. Die Verbesserungen sehen sie teilweise auch aufgrund der Reduzierung der Monster Worldwide Belegschaft um 300 Mitarbeiter und dem Verkauf von Unternehmensanteilen.

So geschehen zum Beispiel mit den ursprünglich 50 Prozent Anteilen an der australischen Jobbörse CareerOne, von denen nunmehr nur noch 10 Prozent gehalten werden.

monster-at-workAber Verbesserungen sind ebenfalls in der Buchung neuer Produkte und Services in Nordamerika zu sehen.

Dort ist beispielsweise die „All the Jobs“ Initiative bereits Anfang 2015 gestartet. Zur Erinnerung: Monster plant, alle Jobs weltweit zu aggregieren und ähnliche Geschäftsmodelle, die auf Pay-per-Click basieren, anzubieten – wie indeed oder auch LinkedIn und bald auch XING.

Mit dem Rollout der „All the Jobs“ Initiative in Europa dauert es noch ein wenig, wie Yates hier berichtet:

But the last big component is the pay-per-click advertising, which is in beta here in North America. We’re rolling this out by customer segment, starting with our self-service moving into the small business and then the mid-market and then finally the enterprise and staffing segments. We expect to have a full commercial launch of pay-per-click in the U.S. by Q3 and then the rollout in Europe beyond that.

A propos Monster und indeed: Hier ist der Vergleich der Geschäftszahlen auf dem Blog der AIM Group sehr lesenwert. Was man jedoch im Hinterkopf behalten muss ist, dass sich CPC im Recruitment (noch) nicht durchgesetzt hat, und dass indeed zunehmend an Boden gewinnt.

Im Q1 2015 Earnings Call sprach Tim Yates auch von den Social Job Ads, die bereits im Februar in den USA gestartet sind, seit Anfang Mai in Großbritannien verfügbar sind, und bestimmt bald auch hier in Deutschland.

Yates dazu:

We have several additional product expansions planned for the year, aligned to our strategic plan. Social Job Ads now in beta internationally will rollout in several new global markets in Q2 with most major markets launched in 2015.

Und an anderer Stelle:

Equally important to these customers is the continued halo effect they see from using Social Job Ads as their jobs advertised are now being retweeted and their follower counts are growing. And further, we’re seeing almost 90% of the candidates‘ Social Job Ad transactions take place on a mobile device, providing scale to our customers across both social and mobile.

Neben Twitter sollen übrigens noch weitere soziale Netzwerke angeschlossen werden: „Monster chose Twitter as the pioneer platform, but intends to roll out the Social Job Ad on other platforms over the next few months.“

Was meint Ihr, kann sich Monster – ob Worldwide oder auch in Europa – neu erfinden und den Jobbörsenmarkt aufmischen?