Monster Worldwides Börsenergebnisse für das zweite Quartal fielen etwas schwächer aus als erwartet und gewünscht. Die Aktiengewinne nahmen dagegen leicht zu. Der drastische Sparkurs, der Verkauf von ChinaHR, die Büroschließungen und Entlassungen sowie das wohl absehbare Ende der Finanzkrise lassen Platz für Hoffnungen, dass es mit Monster weiter und möglichst bergauf geht.

Deshalb (womöglich aber auch einfach aufgrund dessen, dass sich niemand fand, der den Online-Recruiting-Koloss übernehmen wollte) wurden die Bemühungen, Monster Worldwide zu verkaufen, im zweiten Quartal auf Eis gelegt – mit der Option, mit sich sprechen zu lassen, sollte sich ein Interessent melden. In der Zwischenzeit wurden einige Aktien vom Markt zurückgekauft. Monster-CEO Sal Iannuzzi hat das so formuliert (das komplette Investor-Call-Transcript gibt es bei Seeking Alpha -> gute Seite!):

As we anticipated and discussed on our first quarter earnings conference call, active conversations with regard to the potential sale of the company came to a conclusion during the second quarter which allowed Monster to pursue its previously announced stock repurchase program. Of course, as a publicly traded company, conversations regarding potential transactions may arise at any time, which could prevent us from repurchasing stock.

Statt dessen schaue man jetzt zielgerichtet nach vorne und plane einige Neuerungen in den Bereichen Social Media und mobile. Aha. Das klingt ziemlich nichtssagend oder eben auch einfach redundant, denn mobile und Social sind für jede Jobbörse nach wie vor echte Herausforderungen.

Wollen wir hoffen, dass Monster damit nicht meint, die BeKnown-Smartphone-App zu überarbeiten. Obwohl das ja sowohl „Social“ als auch „mobile“ beinhalten würde…
Ein guter Anfang wäre schon mal eine mobil-taugliche Jobbörse, keine App!

Ich freue mich, dass Monster das „Zu Verkaufen“-Schild erst einmal wieder aus der Vitrine genommen hat. Es ist gut zu sehen, dass Großbritannien und Deutschland für das Monster-Europageschäft postitive Zahlen geliefert haben (Muss am Jobpilot-Relaunch liegen ;-)). Es geht aufwärts.

Man könnte natürlich wie schon vor einigen Monaten spekulieren, dass Axel Springer – nachdem jetzt wieder einiges an Geld in die Kassen geflossen ist – irgendwann doch noch zuschlagen wird und sich zumindest den lukrativen Teil des Monsters gönnt. Aber ich denke nicht, dass das wirklich geschehen wird. Manche Dinge kann man auch einfach aussitzen. Durch weitere Zukäufe am deutschen Markt kann sich Springer auf Dauer sehr gut Terrain verschaffen, getreu der Devise von Springer Manager Jens Müffelmann: „Da geht es jetzt nicht mehr um große technologische Innovationssprünge. Entschieden wird der Wettbewerb heute über Vertrieb und Marketing.“

Gerüchte um eine Springer-Übernahme von Unister kursieren seit dieser Woche und werden widerlegt. Auch die Munkelei, Axel Springer könnte die Scout24-Gruppe kaufen, ist wieder aktuell. Letztere ist gar nicht so abwegig. Schade, dass JobScout24 schon „vergeben“ ist. Oder vielleicht auch nicht!?

Alles in allem ist es gut, wenn Monster an den Märkten bestehen bleibt – Wettbewerb belebt das Geschäft. Wer weiß, vielleicht kommt tatsächlich eine technische Innovation bei den neuen Plänen rum. Dann könnten wir hier viel Spaß haben!