In beinahe 30-minütigem Abstand erreichten mich letzten Freitag zwei Pressemitteilungen, deren Versandzeitpunkte mit Sicherheit im Vorfeld genau abgestimmt worden waren. Wie ich darauf komme? Hier die Reihenfolge und Themen der Meldungen:

Bernd_KraftMan kann jetzt natürlich eine Menge darüber spekulieren, weshalb Bernd Kraft von Monster weg gegangen ist, um für die mediaintown Gruppe, welcher ja auch seit etwas mehr als einem Jahr Personalwerk (was vor zig Jahren einmal TMP Deutschland hieß) angehört, zu arbeiten.

Das überlasse ich aber jedem selbst so zu machen, wie es ihm oder ihr beliebt.

Eines kann ich als ehemalige Job-Posting Agentur Mitarbeiterin auf jeden Fall nachvollziehen: Dass es mir spannender erscheint, für eine Personalmarketingagentur zu arbeiten, in der man mit vielen verschiedenen Playern zusammenarbeitet, als für eine einzige Jobbörse.

Auch erscheint mir die Herausforderung, die Agentur stärker am deutschsprachigen Markt zu positionieren und dort Gestaltungsfreiraum zu haben, interessanter zu sein als mich mit US-Amerikanischen Vorgaben, welche sich nur selten an den deutschen Markt anpassen lassen, herumzuschlagen.

Der berufliche Spaßfaktor ist hier bestimmt ein ganz anderer!

Aber wie gesagt: Das sind meine 2 Cent zu diesem Thema und keinesfalls offizielles Credo oder in irgendeiner Weise bestätigt oder fundiert!

Bleibt noch in Erfahrung zu bringen, was mit dem bisherigen Personalwerk Management geschieht. Hier habe ich direkt bei mediaintown Chef Stefan Kraft – schon gemerkt: jetzt gibt es zwei Mal Kraft bei mediaintown – nachgefragt.

Folgendes hat er mir geantwortet:

Mit dem Zukauf und den Neueinstellungen haben wir unsere Belegschaft auf fast 130 Mitarbeiter verdoppelt und sind weiterhin noch am Expandieren. Da sowohl Patric Cloos, Udo Völke und ich derart im operativen Geschäft eingebunden sind, habe ich noch jemanden gesucht, der sich um die Integration, Gesamtunternehmensvertrieb und -marketing kümmert. Das kann Bernd denke ich sehr gut und ich freue mich, dass er uns unterstützt, die PS, die wir haben, auch auf die Straße zu bringen.

Das andere Spannende an der mediaintown Pressemeldung ist, dass sich die HR-Agenturlandschaft weiter diversifiziert und auch konsolidiert: Die Königsteiner Agentur hatte ja ebenfalls letztes Jahr AWS-PWU übernommen, 1000jobboersen ist mit softgarden verschmolzen.

Schon seit einiger Zeit sage ich ja, dass sich die reinen Job-Posting Agenturen in ein paar Jahren anders aufstellen müssen. Brummendes Stellenanzeigen-Geschäft und gute deutsche Konjunktur hin oder her: Irgendwann wird auch das traditionelle Anzeigen Business Modell ein alter Hut sein, Jobportal Metriken transparent für alle sein und damit auch viel einfacher in der Performance mit anderen zu vergleichen zu sein. Und, schwupps, bleiben nur noch ein paar Hunderte (statt Tausende ;) übrig.

Stellt Euch doch mal vor, wenn Euch das Anzeigen-Shopsystem oder auch das Bewerbermanagementsystem genau anzeigt, über welches Portal Ihr in welcher Zeit voraussichtlich so und so viele Bewerbungen bekommt?

Alles Hokuspokus, Kristallkugel und Firlefanz? Weit gefehlt: das kommt!

Marc IrmischBleibt mir an dieser Stelle den beiden neuen Geschäftsführern, Marc Irmisch (hier links im Bild) und Bernd Kraft (Bild weiter oben), weiterhin viel Erfolg zu wünschen – und wann startet bei Monster DACH nun endlich die „All the Jobs“ Offensive? Soll ja jetzt in den USA losgehen und dann in Europa ausgerollt werden.

Da sind ja XING und LinkedIn noch schneller bei CPC angekommen, und das, obwohl deren Akquisitionen zu dem Thema erst nach der Monster Übernahme von Gozaik und Talentbin erfolgt sind.

Monster Europa Chef Andrea Bertone zur Ernennung von Marc Irmisch:

Es ist uns eine große Freude Marc Irmisch jetzt zum neuen Vice President & General Manager berufen zu können. Er ist seit zwei Jahren als Senior Director Sales für den Vertrieb in Deutschland verantwortlich. Sein großes Verständnis der Kundenanforderungen, seine Kenntnis des sich gerade rasant wandelnden Marktes und seine Erfolgsbilanz machten uns die Entscheidung für ihn als Nachfolger einfach.