Vergangenen Donnerstag fand in München der vierte Personalmarketing Kongress im Verlagshaus der Süddeutschen Zeitung statt. Peter Böttger, Geschäftsführer der Employer Branding Agentur augenmass, hatte zusammen mit dem Stellenmarkt der WUV eingeladen, um interessierten Personalern Neuigkeiten aus der hohen Kunst des (digitalen) Employer Brandings und Personalmarketings zu vermitteln.
Die Qualität der Vorträge und der Redner war wirklich hervorragend. Den Einstieg machte Herr Dr. Michael Ruf, Leiter des internationalen Personalmarketing bei ZF Friedrichshafen, der in seinem Beitrag verdeutlichte, wie Firmen ihre Arbeitgebermarke aufbauen und positionieren können. Einer der Kernaussagen trifft den Nagel auf den Kopf: Der Bewerber-Zielgruppe soll Orientierung über den Arbeitgeber verschafft werden – NICHT für das Unternehmen an sich werben.
Im Workshop zum Thema strategischer Einsatz von E-Mail Marketing und Social Media erstellte Dr. Torsten Schwarz, Geschäftsführer von absolit, den verblüfften Personalern eine To-Do-Liste, die systematisch abgearbeitet werden soll: Vom Besuch der eigenen Karriereseiten („dazu wird es bestimmt sowieso mal wieder Zeit“), Monitoring des Unternehmensnamens und Erstellung von Social Media Profilen auf Twitter und Facebook (zunächst rein private Profile, um das Phänomen Soziale Netzwerke besser zu verstehen) bis hin zur Gestaltung eines regelemäßen Karrierenewsletters. Wer dann noch mehr wollte, wurde von Martin Poreda über die Arbeitgeber Bewertungsplattform kununu aufgeklärt und ächzte vermutlich dann unter den SEO- und SEM Begriffen von Rudolf Kwiczalla, Produktmanager und Webmaster bei laufbahner.de (gibt’s die noch?). Dabei wurden die Begriffe wirklich gut erklärt und enthielten die absoluten Basics. Also eigentlich leichte Kost für all diejenigen, die mit Blogs & Co. ein wenig Erfahrung haben.

Ich verstehe ja immer noch nicht, weshalb viele Firmen Unmengen an Budget für Social Media Auftritte, also in fremde Plattformen, investieren. Sie sollten sich erst einmal ihrer eigenen HR-Site widmen und diese für die Suchmaschinen fit machen. Die Firmenhomepage ist übrigens laut der Studie der beiden Studenten der Projekte Market Team und MTP der erste Anlaufpunkt für Hochschulabsolventen, um sich über ein Unternehmen zu informieren. Und wenn das Budget oder die zeitlichen und Human Ressourcen es immer noch zulassen, dann verfahren Sie mit den Social Media zunächst einmal so, wie es der mittelständische Motorsägenhersteller STIHL angeht: Anstatt intern das allgegenwärtige Web 2.0-Evangelium zu verbreiten, werden die Mitarbeiter geschult, verantwortungsvoll mit Social Media umzugehen. Und dies vor allem im privaten Bereich! Damit wird dann sicher gestellt, dass die Angestellten nicht irgendwelche Interna oder Betriebsgeheimnisse auf Facebook herausposaunen und sich dessen bewusst sind, dass sie nicht ihren gesamten Arbeitsalltag in Netzwerken verbringen sollen.

Vor der anschließenden Podiumsdiskussion (auf die ich in einem gesonderten Post eingehen werde) zeigten Frank Pieper und Mirko Derpmann, wie das Personalmarketing kreativ angegangen werden kann und gaben einige ihrer HR-Kampagnen zum Besten.

Den gesamten Kongress hielt Hans Rubin von dallidali.de in einer Karikatur fest (s. Bild oben – zum Vergrößern bitte darauf klicken), die am Ende des Tages zu Gunsten der Erdbebenopfer in Japan versteigert wurde. Einen Bericht zum Kongress finden Sie ebenfalls bei der W&V.

Alles in allem war dies eine der besten Veranstaltungen, die ich im HR-Bereich besucht habe und freue mich daher auf die Neuauflage am 15.03.2012 zur selben Zeit am selben Ort!