Boosts Your Marketing for and to HR

Dass Jobbörsen es Unternehmen anbieten, ihre Online-Stellenanzeigen in ein innovatives Format zu packen und in welcher Weise sie dies tun, habe ich Ende Juli genauer erläutert. Heute lese ich in einem Interview von saatkorn mit Herrn Sebastian Dettmers von StepStone.de (Leseempfehlung), wie die ersten Erfolge aussehen und wohin die Reise für Jobbörsen zukünftig geht, denn nein, Online Stellenmärkte sind alles andere als tot und werden dies auch nicht so bald sein – das ist jedenfalls meine Meinung.

Der mittelständische Motorsägenhersteller STIHL hat es sich in den vergangenen Monaten zur Aufgabe gemacht, ein eigenes, multimediales und innovatives Anzeigendesign zu erarbeiten. Dafür nehme man:

  • ein mittelständisches Unternehmen, das in puncto Anzeigengestaltung neue Wege beschreiten möchte
  • den Mut, die eigenen Mitarbeiter nach Arbeitgeber-Stärken (und -Schwächen?) zu befragen
  • die auf authentischen Aussagen basierten Antworten
  • eigene Mitarbeiter für das Foto-Shooting
  • genügend Hirnschmalz und Ideen, um ein eigenes, innovatives Anzeigenformat zu erstellen, in welches Elemente der Usability mit eingebaut werden
  • füge verschiedene thematische Reiter hinzu
  • Informationen über den Arbeitgeber und den Einsatzort
  • ein aus den Erlebnissen des Shooting erstelltes knackiges Video
  • und binde dieses ebenfalls mit in die interaktive Anzeige ein

Heraus kommt eine neue Anzeige, die sich sehen lassen kann (zum Vergrößern der Grafik, bitte darauf klicken).
Für die Printanzeigen wird darüber hinaus mit QR-Codes gearbeitet, die per mobilem Code-Scan zum Making-Of-Video der neuen Anzeigenkampagne führen.

Alles in allem sehr gut durchdacht, wobei es nun darauf ankommt zu sehen, wie die jeweiligen Jobbörsen-Partner von STIHL mit der neuen Anzeige umgehen. Wie die Stellenmärkte theoretisch mit ihren eigenen innovativen Formaten umgehen, habe ich bereits hier erörtert. Nun bin ich gespannt auf die Praxis.

Ich gebe zu, dass ich – allen Rufen aus der Branche zum Trotz – nicht der Meinung bin, dass wir Online-Stellenanzeigen der neuen Generation benötigen, die multimediale Inhalte aufweisen, Videos oder Ähnliches einbinden. Jedenfalls nicht, um in Jobbörsen veröffentlicht zu werden (die dafür in der Regel Mehrkosten berechnen).

Das sind alles natürlich schöne Spielereien, die den Agenturen und Dienstleistern Umsätze bescheren. Jedoch sind Jobbörsen in ihrer Funktion als „Traffic-Lieferanten“ zu verstehen, die den interessierten Kandidaten direkt zur Firmen Karriereseite lotsen sollten, um ihn dort in einen Bewerber umzuwandeln. „Conversion“ und „Call-to-Action“ heißen die Zauberworte aus dem E-Commerce-Slang.

Sprich: die Karriereseite muss gut und logisch aufgebaut sein, und die Stellenanzeige muss in den Jobbörsen direkt auf den für den Kandidaten relevanten Inhalt verlinkt werden. Stichwort: Landing Page. Dort können Sie dann solche innovativen Anzeigenformate einsetzen, wenn diese aus dem CMS der Firmen-HR-Site individuell zusammengestellt werden können, z.B. über Textbausteine.

Andernfalls, wenn das Budget zur Umgestaltung des Anzeigendesigns fehlt, ist es zu empfehlen, an den Inhalten der Karriereseite zu arbeiten und gezielt Landing Pages zu erstellen, die über eine bestimmte Berufssparte im Unternehmen berichten, evtl. ein vorhandenes Recruiting-Video einbinden und Informationen zum Einsatzort liefern. Wenn dies nicht alles an einer Stelle eingebunden werden kann, logisch verlinken.

Was denken Sie? Wie notwendig sind innovative Anzeigendesigns?
Behalten Sie dabei vor allem im Hinterkopf, dass der deutsch-sprachige Jobbörsenmarkt so ziemlich der einzige ist, in dem gestaltete HTML-Anzeigen im Corporate Design des Unternehmens geschaltet werden können. In anderen Ländern funktionieren Textanzeigen mit Logos sehr gut im Online Recruiting. Und wissen Sie was: Der Employer Brand scheint in diesen Ländern darunter gar nicht zu leiden…

Hier das STIHL Making-Of-Video