HR Hackathon 2015 – 2. Siegerteam

 

Im zweiten Teil unserer Serie mit den HR Hackathon Project Pitches geht es um Team und Projekt TIRCLE.

Jonas Jatsch, aktiver Teilnehmer und Gastblogger bei mir auf Online-Recruiting.net, hat im und mit dem Team TIRCLE seine Idee eines „Skill Aggregators“ umgesetzt.

Im Anschluss daran das Pitch-Video.
Fotos von Oscar Mager.

Hier die Abfolge der Beitragsserie:

Vorhang auf für Jonas:

HR Hackawhat?! … Okay, bin dabei!

 
So in etwa fiel meine Reaktion aus, als ich das erste Mal von Evas Ideen zum ersten HR Hackathon hörte. Das war im Spätherbst 2014.

Jetzt, ein gutes halbes Jahr später, weiß ich mehr. Und bin von dem Format HR Hackathon immer noch schwer begeistert. Die Vorfreude auf den nächsten #HRHackathon ist schon entsprechend gross.

 

Der Anfang, das HR Hackathon Setting, Ideen Pitches & Team Building

 

Wieso? Da muss ich wahrscheinlich vorne anfangen. Das Konzept vom HR Hackathon findet man hier. Kurz zusammengefasst: Technikaffine Personaler treffen für ein Wochenende in einer netten Location auf Softwareentwickler und entwickeln Prototypen für HR Software. Zwischendurch gibt es sensationelles Essen, nette Gespräche, Startup Pitches und Sessions zu spannenden Themen. Am Schluss werden die besten Prototypen prämiert.

 

Da ich auch bei meiner Ankunft in Berlin am späten Freitag Abend nur verschwommene Vorstellungen davon hatte, was das Wochenende über passieren sollte, habe ich mich dann am Samstag morgen ohne eine Erwartungshaltung, aber mit dem Vorsatz Spaß zu haben, auf den Weg ins BASE_camp, einer Mischung aus Handyshop, Café und Wohnzimmer, gemacht.

Im BASE_camp erwarteten mich einige bekannte Gesichter aber auch eine Menge mehr oder weniger deutlich erkennbare Softwareentwickler, die teilweise schon eifrig mit ihren Laptops beschäftigt waren, während verschlafene Personaler noch verzweifelt versuchten ins W-Lan zu kommen.

 

Nachdem das geschafft war wurde es spannend. Ideenpitches. Und gleichzeitig die Frage: Funktioniert das Konzept? Nachdem eher zaghaft die erste Idee auf die Bühne gebracht wurde, ging es dann doch los, insgesamt wurden es elf Ideen mit denen um Projektteams geworben wurde. Eine super Gelegenheit, mal eine Idee in den Raum zu werfen, die mir schon länger im Kopf herumgespukt ist.

Also: Rauf auf die Bühne und darüber gejammert, wie schwer es doch für Unternehmen ist, zu wissen was die eigenen Mitarbeiter eigentlich können. Wäre es nicht cool, ein Tool zu haben, das die Skills automatisch von überall her aus externen und internen Quellen zusammenzieht? Das wäre doch eine tolle Erleichterung, um Stellen intern zu besetzen, Projekte zu staffen oder Experten im Unternehmen zu finden.

Okay, das war erledigt. Würde sich irgendjemand meinem Thema annehmen wollen?

Und tatsächlich, kurz danach stand unser Team. Mit den beiden Entwicklern Rudi und Darko und Christoph, der eigentlich als Startup-Mitarbeiter dort war, aber das Thema spannend fand (auch für ihn war es der erste Hackathon) ging es jetzt los. Dass Rudi und Darko für Textkernel arbeiten ist natürlich ideal, denn (Achtung Schleichwerbung!) eine bessere Grundlage, um Skills zu aggregieren, fällt mir gerade nicht ein.

 

Schritt 1: Idee -> Konzept

 

HRH15-team-tircle-fast-komplettDer Nachteil, wenn man mit den Textkernel Leuten zusammenarbeitet, es heißt ständig: „Können wir schon!“, „Ist schon da!“, „Nichts Neues…“ und so weiter.

 

Also neue Herausforderung, etwas Neues entwickeln. Während Textkernel nämlich kaum Limits kennt, was die Population angeht, möchte ich die Suche ja quasi auf die eigenen vier Wände beschränken. Also auf mir bekannte Personen. Mit Daten von außen (z.B. LinkedIn) und innen (z.B. dem Intranet oder Collaboration Tools).

 

Wo startet man so eine Suche? Mein erster Vorschlag, im Org Chart, wurde vom Team abgeschmettert. Das Argument war überzeugend: „Wir haben noch nie in einer Firma mit einem Org Chart gearbeitet!“. Wie ist also eine Firma ohne Org Chart strukturiert? Ganz einfach: Wie jede Firma. In Projekten und unterstützenden Funktionen.

 

Neben einigen zerknüllten Blättern Papier lag schliesslich ein Blatt mit sich überschneidenden Kreisen auf dem Tisch. Das Konzept war geboren. Nebeneffekt: Wir schaffen gleichzeitig eine Landkarte der thematischen Überschneidungen und aktuellen Projekte der Mitarbeiter.

 

Schritt 2: Konzept -> Prototyp

 

HRH15-team-tircle-fast-komplett2Jetzt hätte es für mich langweilig werden können. Christoph, der wie sich herausstellte ein gutes Händchen für Graphikdesign hat, vertiefte sich in Photoshop und machte ein Mock Up für das Frontend, Darko und Rudi verschwanden ebenfalls hinter ihren Notebooks und setzten viele bunte Schriftzeichen auf schwarzen Grund. Ich konnte jetzt nur noch Getränke organisieren, für Strom sorgen und hoffen.

 

Aber Eva hatte vorgesorgt und für Leute wie mich verschiedene Sessions zu interessanten Themen und sehr guten Kaffee organisiert. Highlights waren für mich die Sessions von den Sourcing Profis Barbara Braehmer und Oscar Mager, die beide ein paar Recruiting Hacks und für mich neue Tools vorstellten.

 

Schritt 3: Prototyp -> Pitch

 
HRH15-pitch-jonas-350Samstag Abend, ich habe mich zum Fussball schauen verabschiedet. Rudi und Darko programmieren immer noch. Bis das BASE_camp zumachen will. Danach gehen die beiden noch in Berlin feiern.

 

Am nächsten Morgen sehen sie etwas übernächtigt aus, aber sind trotzdem wieder voll dabei. Zwischendurch darf ich ab und zu testen. Irgendwann, rechtzeitig vor dem offiziellen Programmierschluss ist unser Team zufrieden. TIRCLE (so heisst der Prototyp mittlerweile) ist ansehnlich geworden und ich kann ihn ohne Anleitung auf Anhieb bedienen. Beste Voraussetzungen.

 

Jetzt liegt es wieder an mir und Christoph. Schnell noch eine Präsentation erstellen und dann wird’s spannend. Pitchzeit. Hochkarätige Jury. Tolle Ideen. Wir sind als letzte dran. 5 Minuten zum Präsentieren, weitere 5 für Fragen der Jury. Nervosität kurz abgeschüttelt und rauf auf die Bühne. Applaus. Warten auf die Juryentscheidung.

 

Die Jury Entscheidung

Platz 2?! Unglaublich aber wahr! TIRCLE hat überzeugen können. Keiner von uns hätte damit gerechnet aber wir scheinen einen Nerv getroffen zu haben. Und das bei einer echt harten Konkurrenz. Ich habe mit einigen Tagen Abstand Christoph nochmal gefragt, auch er hätte keine Platzierung aus dem Stand erwartet.

Der Gewinner, da sind wir uns einig, war unschlagbar. Jobagent.io ist ein, im wahrsten Sinne des Wortes erschreckend genialer Bewerbungsassistent, der passende Jobs sucht, Bewerbungen verschickt und Termine vereinbart. Und fast alles sprachgesteuert.

 

Auch Platz 3 ist absolut verdient. Die Jungs von Goltfisch aus Paderborn haben mit viel HR Unterstützung ein megaeinfaches, mobilfähiges Tool für Videobewerbungen entwickelt. Zwischenzeitlich scheint das Tool marktreif zu sein.

 

Zusätzlich hat mich noch die Idee Cloudinterview begeistern können. Eine Plattform über die Experten für die Durchführung von fachlichen Jobinterviews (z.B. für IT, Legal oder sonstige Positionen, wo dem Recruiter das Fachwissen fehlt) gebucht werden können.

 

Schritt 4 Pitch -> Produkt

 

Wie geht es weiter mit TIRCLE? Das ist im Moment noch offen, aber die Chancen dass sich aus TIRCLE etwas entwickelt sind da. Natürlich habe ich mal das Interesse im eigenen Unternehmen abgeklopft und bin hier bestärkt worden. Es läuft im Moment in jedem Fall einiges, das noch nicht hierher gehört. Neuigkeiten, so es denn welche geben sollte gibt es aber ganz bestimmt hier zu lesen.

Fazit zum HRH15: Tolle Sache. Alles in allem recht recruiting-/sourcinglastig. Aber das war, glaube ich, auch der Plan. Vielleicht könnte man das für 2016 auf HR an sich ausweiten. Wie auch immer sich das Konzept entwickelt, ich werde es erfahren. Denn ich bin bestimmt wieder dabei!

Beim nächsten HR Hackathon mit dabei sein (zur Eventseite)

 

Und nun: Klappe, die zweite für den Video Pitch von Team TIRCLE –