Mit Sergej Zimpel, Senior Recruiter beim VC Investor und Company Builder Project A, bin ich schon eine Weile in Kontakt. So hat Sergej unter anderem auch bei unserem ersten HR Hackathon in Berlin Ende Mai 2015 eine interessante Session zum Thema „Best Practice VC Hiring: Recruiting Prozesse bei Project A Ventures„, also, wie es recruitingmäßig bei einem Startup-Investor zugeht. Man kann sich vorstellen, dass es dort besonders schnell gehen muss, und dass die jungen Unternehmen HR-technisch einiges an Hilfe bedürfen und erhalten.

Letzte Woche habe ich mit Sergej gesprochen, und er erzählte mir von einem Projekt, welches er und sechs seiner HR-Kollegen aus anderen Unternehmen gestartet haben: Die Purple Squirrel Society – Verein für Personalarbeit.

purplesquirrel-logoBei so einem Namen – lila Eichhörnchen – liegt natürlich die Frage nahe, wie sie auf diesen Namen für den Verein gekommen sind.

Im deutschen Sprachraum, so sagte mir Sergej, ist der Begriff der „eierlegenden Wollmlichsau“ bereits durch Unternehmensnamen geprägt (klar, Ihr kennt ja alle die Wollmilchsau aus Hamburg, nicht wahr). Daher hat man sich auf den angelsächsischen Begriff der „Wollmilchsau“ geeinigt, und das ist eben das „purple squirrel“, das ungefähr genauso häufig in der Natur vorkommt wie eine Wollmilchsau.

Der Grundstein für die Vereinsidee ist übrigens schon vor ein paar Jahren gelegt worden. Denn einige Personaler haben sich in Berlin – aber auch anderswo – per Skype-Chat untereinander ausgetauscht und regelmäßig zu Stammtischen getroffen. Ganz ohne Dienstleister oder Berater, ausschließlich Personaler unter sich – von HR, für HR.

Heute läuft dieser Chat übrigens über die Team – Messaging Plattform Slack. Da soll mal einer behaupten, HR von heute wäre nicht modern oder tech-affin…

Ja, das habt Ihr wohl nicht gewusst, oder? Da netzwerken Personaler ganz gemütlich an Beratern vorbei, und gründen dann auch noch einen Verein!

Ich find’s eine tolle Sache, und unterstütze die Idee, auch wenn ich als Beraterin noch nie dabei war, geschweige denn mich in einen der Slack-Chats geschmuggelt hätte. Obwohl es bestimmt spannend wäre, dort mal Mäuschen zu spielen…

Nun aber Vorhang auf für die vier Thesen der Purple Squirrel Society.
Den Text haben die sieben Gründungsmitglieder, Sergej Zimpel, Tobias Weymans, Friderike Schröder, Adiba Salloum, Julia Loske, Danine Garbs und Natalie Bojanowski, verfasst.

Und wenn Ihr oder Eure HR-Kunden den Verein unterstützen möchtet: Der Jahresbeitrag liegt bei schlappen 25,00 Euro – und es wird sich lohnen, da bin ich mir sicher!

Hier geht’s zur Anmeldung.

purplesquirrelsociety-gruendungsmitglieder-featuredWir sind Personaler aus verschiedenen Unternehmen und haben den Verein „Purple Squirrel Society – Verein für Personalarbeit“ gegründet, um die Rolle der HR-Abteilungen zu revolutionieren.

Auf geht’s:

Unsere 4 Thesen für eine starke HR:

1. HR als Partner auf Augenhöhe

„Die Personalabteilung wird bei uns einfach nicht ernst genommen.“, „Ich warte immer so lange auf das Feedback der Hiring Manager“ und „Wir werden ständig von anderen Abteilungen umgangen.“ Schonmal gehört? Vielleicht auch schon einmal selbst gesagt?

Wir setzen uns innerhalb von Unternehmen für eine starke HR ein, die schnelle Prozesse vorantreibt, Innovationen des Business durch gute Personalarbeit unterstützt und intern sowie extern als Vermittler und Vernetzer fungiert. Wir sind nicht die Generation “Aktenschieber”, wir sind Teil der Generation Do-it-yourself. Und genauso arbeiten wir: mit und für andere!

2. HR fokussiert Lösungen

Natürlich hat HR die Aufgabe Prozesse einzuführen und zu überwachen, die schnelle und gründliche Recruitingprozesse sowie eine optimale Betreuung der Mitarbeiter ermöglichen. Bei aller Wichtigkeit dieser Prozesse, sind wir aber überzeugt, dass HR nicht die Das-geht-nicht-Abteilung sein darf, sondern proaktiv und out-of-the-box pragmatische Lösungen für alle Beteiligten finden sollte.

3. HR liebt Menschen UND Zahlen

HR sollte sich nicht in die „weiche“ Ecke drängen lassen sondern gewohnt sein, Innovationen und Lösungen mit Zahlen zu belegen. Gleichzeitig ist es unsere Aufgabe, nicht die Mitarbeiter auf Zahlen zu reduzieren.

Wenn wir überzeugt sind, dass eine Personalentscheidung der Geschäftsführung oder einer Führungskraft falsch oder ungerecht ist, müssen wir den Mut haben, für den Mitarbeiter einzustehen. Trotzdem müssen wir auch konsequent sein und harte Personalentscheidungen aktiv durchsetzen, wenn diese nötig sind. Klingt nach einer Herausforderung? Stimmt!

4. HR vernetzt sich

Programmierer tun es, Geschäftsführer tun es. Wenn HR ernst genommen werden will, müssen wir uns aktiv vernetzen und austauschen, gemeinsame Positionen ausarbeiten und die richtige Herangehensweise für eine starke Personalabteilung fördern.

Natürlich stehen wir bei dem Wettbewerb um die besten Bewerber in Konkurrenz und natürlich sollte uns das auch bewusst sein. Dennoch gibt es viele Themen, bei denen wir uns auch über Unternehmensgrenzen hinweg unterstützen und uns gegenseitig voranbringen können.

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