US-amerikanisches HR Tech Tool SmartRecruiters kauft Berliner HR Startup Jobspotting

 

Schön, dass sich am deutschen und internationalen HR Tech Himmel wieder etwas tut.

Im August übernahm das französische Startup talent.io das Berliner webcrowd Portal für den Start der Deutschlandgeschäfte.

Anfang Dezember gab Kienbaum eine Finanzspritze in 4scotty bekannt.

Und heute meldet das Berliner Startup Jobspotting, dass es von SmartRecruiters aus den USA akquiriert wird.

Finanzielle Details zur Übernahme werden nicht genannt, aber man munkelt, es handele sich um einen „Multi-Millionen Deal“.

 

Wer und was ist Jobspotting?

 

Ganz grob ausgedrückt ist Jobspotting eine Jobsuchmaschine.

Nachdem Jobs in allen möglichen Quellen entdeckt worden sind, werden diese datenmäßig analysiert und passenden Bewerbern angezeigt.

Soweit nichts Neues, auch wenn die Betreiber von Jobspotting sagen, dass das Matching ihrer Plattform das Beste am Markt ist. Ein entsprechendes Patent wurde Anfang des Monats veröffentlicht und bewältigt laut Angaben der Betreiber das, was Googles neue Cloud Jobs API machen soll.

Das Spannende an Jobspotting sind auch die verschiedenen Job- und HR-Mektriken, die Unternehmen bei der Nutzung der Plattform einsehen können.

Die hatte ich bereits hier beschrieben.

Im PR-Abbinder beschreibt sich Jobspotting folgendermaßen:

Jobspotting ist eine datengetriebene Job-Plattform, die Nutzern relevante Karrierechancen aufzeigt. Mithilfe von Data Science und Machine Learning macht das Portal Stellenempfehlungen, die auf den persönlichen Angaben der Nutzer beruhen. Durch Nutzer-Feedback werden diese Empfehlungen kontinuierlich verbessert. Das Berliner Unternehmen wurde 2013 von Hessam Lavi, Jan Backes, Manuel Holtz und Robin Haak gegründet. Das Gründerteam bringt langjährige Erfahrungen von Google, Axel Springer sowie weiteren Startups mit.

 

Und SmartRecruiters?

 

Diese aus den USA stammende „Talent Acquisition Platform“ – auch ATS (Applicant Tracking System) genannt – dürfte hierzulande etwas weniger in der HR-Gemeinde bekannt sein. Außer bei denen, die ihre nationalen und vor allem internationalen potenziellen Mitbewerber im Blick haben oder die sich aufgrund ihres internationalen Arbeitgebers damit beschäftig haben.

Allerdings kann das Tool einiges mehr als reines Bewerbermanagement Tool sein. Man könnte es vorsichtig auch zu den „Recruitment Marketing“ Plattformen zählen.

Oder als Tool, welches sehr viele Etappen des Online Recruiting Prozesses abbildet:

Von der Erfassung der Anzeige im Tool, der Distribution an angeschlossene Partner Jobbörsen, Online Marketing Kampagnen für Stellenangebote, Verwaltung der Bewerbungen und Bewerber, eigene Karriereseiten, Mitarbeiterempfehlungsprogramm Tools, eine LinkedIn Sourcing Anbindung, dem eigenen Talent Pool, Metriken, …

Ihr merkt schon, das ist schon alles ziemlich viel an Möglichkeiten, die Recruiter hiermit haben, um Stellen zu besetzen und dabei ihre Arbeit und ihre Prozesse zu kontrollieren und zu analysieren.

SmartRecruiters wurde in den USA im Jahre 2010 durch den Franzosen Jérôme Ternynck gegründet und verfolgt eine einzige Absicht, wie auf der Homepage zu lesen ist:

Our simple goal is to make hiring easy. To help businesses get the talent they need to succeed. And to help people find a job they love.

Everyone is incredibly frustrated by how hard it is to find amazing talent. We share that frustration.

Recruiting is a fragmented, opaque process undermined by outdated technology that turns off candidates and hiring managers.

Now, imagine a world where it’s easy to find great candidates, it’s easy for people to show interest in jobs, it’s easy for hiring teams to collaborate, and your recruiting vendors are just a click away.

We imagined it. And then we delivered it.

Das Unternehmen hat über 700 Kunden und Büros in Europa und Nordamerika. Zu den Investoren zählen Mayfield, SalesForce Ventures und Insight Venture Partners. Ihr aktuellstes Investment im Juni 2016 von Insight Venture Partners belief sich auf 30 Millionen Dollar. Insgesamt kann SmartRecruiters auf eine stolze Summe von 60 Millionen Finanzierung zurückblicken.

 

Was bedeutet die Übernahme von Jobspotting?

 

Ich habe SmartRecruiters zum ersten Mal auf der HR Tech World 2014 in Amsterdam wahrgenommen.

Dabei hatte ich mich immer gefragt, wie dieses für den amerikanischen Markt konzipierte Tool auf dem deutschen Markt florieren könnte.

Nun, mit dem Kauf von Jobspotting stehen ja nicht nur weitere, für den deutschen Markt relevante Daten und Jobs bereits, sondern auch ein ganzes Team, das sich mit den Gegebenheiten und Angelegenheiten dieses einzigartigen, europäischen Recruitingmarktes auskennt sowie eine Matching Engine, welche die Betreiber mit der zukünftigen Google Cloud Jobs API vergleichen.

Dazu hat SmartRecruiters satte 60 Millionen Investmentdollar im Rücken, sodass sich die verschiedenen HR Software Anbieter in Deutschland warm anziehen sollten.

Demnach werden nicht nur der Sommer, sondern bereits der Frühling dieses Jahres heiß!

Ich bin gespannt!