Der schnelle Tipp zum Anfang für ideale Softwareentwickler Stellenanzeigen

 

HRH15-coding_350Führt das zukünftige Gehalt des Developers unbedingt im Stellenangebot auf, ungeachtet dessen, wie die aktuelle Debatte in Deutschland um obligatorische Gehaltsangaben bei Stellenausschreibungen weiter verläuft.

 

Macht es, denn Eure Kandidaten für eine IT-Stelle werden es zu danken wissen, und Ihr habt etwas für das postive Image Eures Unternehmens gemacht.

 

Intro – genau, die Stellenanzeige ist tot…

 

Eines der heiß diskutierten Themen in der Branche und unter HR Beratern ist, dass die „klassische“ Stellenanzeige für unsere heutigen, modernen und schnelllebigen Zeiten, in denen die Selfie-Kultur und Generation Y (oder Z?) das Sagen bestimmen werden, total „Old School“, also – um etwas altbacken daher zu schreiben – voll „out“ ist.

Video, mobile und ständige Erreichbarkeit sind „in“ und werden von Personalern gefordert. Social Media Kanäle werden mit vielen, bunten Bildern, u.a. von der letzten Office Party bestückt und sollen bezwecken, dass zukünftige Mitarbeiter einen positiven Eindruck gewinnen, sodass sich dann die passenden Leute hier bewerben… schon beim Schreiben wirkt das wie ein logischer Fehler, oder weshalb sollten sich nur passende Bewerber melden, wenn sie einen positiven Eindruck von dem Unternehmen haben? Oder läuft das dann schon wieder unter dem „Cultural Fit“, den man ja zwangsläufig aus den Office Party Bildern herausliest?

Wie dem auch sei, Firmen machen sich Gedanken über ihr Arbeitgeberimage und darum, ihre zu besetzenden Positionen vor die Augen, in die Köpfe und Herzen der immer knapper werdenden Bewerber (Stichwort: Bewerbermarkt) zu bugsieren. Sie stecken viel Budget in Werbe- und Kommunikationskampagnen, die oftmals auf Hochglanz poliert sind und damit letztlich wohl nur bewirken, dass man ein gutes Gefühl hat, endlich etwas Richtiges für „die Zielgruppe“ gemacht zu haben – aber es kommt eben immer darauf an, für welche Zielgruppe…

… nein, ist sie nicht

 

Aber: Egal, was Ihr in Richtung Personalgewinnung unternehmt – alles beginnt mit dem oder den Stellenprofilen, welche dann früher oder später in dem Verfassen einer Stellenanzeige münden.

Vorbereitungen und Job-Brainstorming

 

Auch wenn es traumhaft wäre, mal eben ein kleines Video aufzunehmen, um die Stelle und den zukünftigen Arbeitsplatz zu beschreiben und zu zeigen: Allem – ALLEM! – geht voraus, dass Ihr Euch über

  • Euer Unternehmen
  • den Job und die Aufgaben
  • den/die ideale(n) Bewerber/in
  • das Team, in welches der/die neue Mitarbeiter/in integriert wird
  • nötige Anforderungen und Kenntnisse
  • eine Gehaltsspanne
  • weitere Zusatzleistungen („Benefits“)
  • Dinge, die Ihr von und über Kandidaten wissen solltet

ordentlich Gedanken machen müsst, um all diese Informationen in eine Form zu bringen. Und das ist nun einmal die Stellenanzeige.

Zielgruppe: Developer! Houston, wir haben ein Problem.

 

Eine sehr begehrte Zielgruppe sind seit geraumer Zeit und laut verschiedener Arbeitsmarktanalysen IT Talente, darunter vor allem Softwareentwickler, ebenfalls als „Software Developer“ bezeichnet.

Die Herausforderung, welche Unternehmen annehmen, wenn sie IT Mitarbeiter rekrutieren möchten, ist hoch. Dies liegt vor allem an drei nicht zu unterschätzenden Gegebenheiten:

  • verfügbare Softwareentwickler sind knapp
  • der Wettbewerb um wahre Talente ist sehr hoch
  • sie sind über die meisten traditionellen Kanäle (Zeitung, Fachpresse, Business Netzwerke, Online Jobbörsen) kaum zugänglich

Stellenanzeigen für Softwareentwickler texten: So geht’s

 

Der Stellentitel

 

Wenn Ihr die oben gelisteten Informationen (Profil, Firmenbeschreibung, Benefits,…) alle zusammen getragen habt, muss Euer erste Interesse dem Stellentitel gelten.

Das ist das höchste Gebot! Hierfür solltet Ihr Euch wirklich Zeit nehmen. 30 Minuten, 45 Minuten, wenn’s erforderlich und zeitlich möglich ist (eine gute und vorausschauende Planung ist alles), noch einmal eine Nacht drüber schlafen.

Das ist notwendig aus zwei Gründen:

  • Überall, vor allem aber im Internet, gilt die Devise: Entspricht der Titel dem, was ich suche, klicke ich darauf! Anders als in Printmedien müssen Jobsuchende über aussagekräftige Titel abgeholt werden. Eine schön gestaltete Anzeige hilft hier im ersten Schritt nicht weiter.
  • Ein gut getexteter, mit suchrelevanten Keywords versehener Titel wird bei Google besser gefunden.

Dennoch dürft Ihr bei der Stellentitelwahl nicht übertreiben, schon gar nicht in der anvisierten Zielgruppe der IT Talente. Wer hier irgendwelche „Ninjas“, „Gurus“ oder „Rockstars“ sucht, hat bei Entwicklern ausgekichert (bei anderen Zielgruppen übrigens auch, wobei es die Entwickler eben so richtig abtörnt, wenn’s dumm läuft, sogar für immer).

Außerdem ist damit auch dem Google-Ranking nicht geholfen. Wieso ich dauernd von Google spreche, wenn doch alle Welt Jobs in Online Jobbörsen sucht? Weil eben die meisten Anfragen über Google kommen, auch Job Anfragen.

Meistens landen die Jobsuchenden dann auch erst mal auf einer Jobsuchmaschine, da diese tendenziell besser bei Google ranken als die bekannten, großen Jobbörsen.

Somit ist es sinnvoll, den Stellentitel mit für die Suchenden relevanten Worten auszustatten. Bei Developer Stellen empfiehlt sich darüber hinaus auch, die wichtigste Technologie oder Programmiersprache in den Titel zu packen. Denn wie oben schon gesagt, sucht diese Zielgruppe ja nicht zwingend nach Jobs online.

 

Stellentitel Recherche

Um die Wichtigkeit von Suchworten zu eruieren – und auch die präferierte Schreibweise der Suchenden – bietet sich das praktische Tool Google Trends an. Hier eine Abfrage zum Thema Softwareentwickler und möglichen Synonymen – jetzt werdet Ihr auch verstehen, weshalb dieser Beitrag genau den Titel trägt, den Ihr oben seht:

Ein weiteres gutes Tool, um die Anzahl der Suchanfragen und weitere Synonyme des Begriffs oder auch um eventuell besser passende (weil häufiger gesucht) Worte zu finden, ist der Google Keyword Planner.
Eigentlich ist das Tool dafür gedacht, um Google AdWords Kampagnen zu planen, kann aber – sobald Ihr Google Konto habt – kostenfrei zur Recherche genutzt werden.

 

Was sonst noch in den Stellentitel muss – Arbeitsort und Arbeitsverhältnis

Habt Ihr das perfekte Suchwort entdeckt, denkt daran, auch den Arbeitsort im Stellentitel zu platzieren. Auch damit helft Ihr dem potenziellen Bewerber, eine Vorauswahl zu treffen und Interesse zu schaffen, vor allem, wenn die Anzeige zunächst in der Google Ergebnisliste gesehen wird und nicht etwas auf der Jobbörse, wo Bewerber diese Information idealerweise in der Anzeigenübersicht sehen können.

Handelt es sich bei der offenen Position um Projektarbeit oder um eine Festanstellung? Sucht Ihr Freelancer?

Auch diese Information hilft dabei, den Jobsuchenden kostbare Zeit zu sparen, denn sie werden ausschließlich auf die passenden Jobs klicken.

 

Auf die Länge kommt es an

Tja, auch bei Google gilt wie bei Anderem: Die Länge ist relevant, also die Länge der Überschrift / des Titels im Falle von Google, und das schon seit März 2014.

Seitdem wird in Pixel gemessen – vorher ging man von der Faustregel aus, dass ein Titel oder eine Überschrift nicht länger als 60 Zeichen sein sollte! Da aber Schriftzeichen unterschiedlich breit sind – man vergleich zum Beispiel die Breite eines „i“ mit der eines „w“ – stellen Pixel eine einheitliche Größe dar.

Ihr habt nun maximal 512 Pixel Platz, in denen Ihr die wichtigsten Stichworte Eures Stellentitels unterbringen müsst. Der Rest wird abgeschnitten, wie in diesem Beispiel hier:

 

google-resultat-abgeschnitten-nach-512-pixel

 

Mit Hilfe dieses praktischen Tools könnt Ihr übrigens Eure Titel testen, um sie auf deren Länge zu überprüfen.

Wenn Ihr all die oben genannten und notwendigen Informationen in den Stellentitel packt, werdet Ihr eventuell Abstriche machen müssen, weil der Titel länger als 512 Pixel ist. Kürzt ihn dennoch nur dort, wo es möglich ist. Stellt aber sicher, dass die wirklich relevanten Keywords in den 512 Pixel Radius fallen.

 

Anzeigen Tipp von Stack Overflow – be specific

Last but not least: Seid so spezifisch wie möglich bereits im Jobtitel. Hier der Rat aus Stack Overflows aktuellem Anzeigen Guide:

 

jobtitles-developers-specific-Stack

 

Die Unternehmensbeschreibung

 

Marketing-Sprech ist total langweilig. Alle Jobsuchenden finden das doof, die jüngere Generation fällt auf so etwas schon lange nicht herein, und Softwareentwickler werdet Ihr damit einfach nur nerven.

Lasst Euch etwas einfallen, das Euer Unternehmen in den Augen der gesuchten Entwickler interessant erscheinen lässt.

Nennt zum Beispiel die Größe Eures Unternehmens anhand der Mitarbeiteranzahl, gebt anschließend an, wie groß das Entwicklerteam ist, und welche Rolle es im Unternehmen spielt. Je höher die Anzahl der Entwickler im Vergleich zur Gesamtmitarbeiteranzahl ist, zeigt an, welchen Stellenwert IT und Entwicklung im Unternehmen haben.

Wie setzt sich das Team zusammen? Für einen meiner Kunden haben wir kürzlich eine Anzeige getextet, und in der Firmenbeschreibung vom „bunten“ Software-Team gesprochen. Damit haben wir auch gleich den Diversity Gedanken (weibliche Entwicklerinnen, ethnische Herkunft und sexuelle Orientierung) mit hinein gebracht.

 

Die Aufgabenbeschreibung

 

Geht hier so konkret wie möglich auf die verwendeten Technologien und Code-Sprachen ein. Berichtet von dem oder den Projekten – vorher natürlich mit der Geschäftsleitung abstimmen, ob es sich um ein vertrauliches Projekt handelt – in denen der Kandidat involviert sein wird. Was wird seine Rolle sein? Was kann er zum Erfolg des Projektes beitragen. Handelt es sich um agile Arbeitsmethoden?

Laut der Jobware Eye-Tracking Studie „scannen“ Entwickler Jobanzeigen eher, als dass sie sie lesen. Fließtext ist in Maßen also ok, und nach Stack Overflows Whitepaper sollten Recruiter auch auf reine Bullet Point Listen verzichten:

bulletpoints-stackoverflow-tip

 

Übrigens las ich vor kurzem von einer kanadischen Feldstudie, deren Ergebnisse besagten, „dass Top-Talente eher auf Stellenangebote reagieren, in denen ihre Gesamt-Fähigkeiten gefragt sind, als auf Anzeigen, in denen lediglich eine Reihe von Tätigkeiten gelistet wird, die zum Job-Profil gehören.“

Ergo: Macht Euch die Mühe, den Sinn und Zweck der Tätigkeit zu erfassen und gut herüber zu bringen. Das wird richtig viel Arbeit, aber viel Arbeit habt Ihr ja auch dann, wenn Ihr so schnell niemanden findet: Neue Stellenanzeigen inserieren, Headhunter suchen und beauftragen,….

Kennt Ihr übrigens das Stellenanzeigen Bullshit Bingo?

Dann vermeidet auf jeden Fall auch diese Floskeln – kostet nur Lesezeit und verärgert:

 

Bullshit-Bingo-Stellenanzeigen

 

Das bieten wir – das Gehalt!

 

Ja, wie eingangs bereits erwähnt: Die Angabe der Gehaltsspanne – übrigens auch ein guter Tipp für den Stellentitel, je nach Dringlichkeit der zu besetzenden Stelle und Höhe des Gehalts – sollte hier untergebracht werden.

Seht von den üblichen Benefits ab wie „Kaffee-Flat“ (außer, Ihr habt so eine richtig megageile Kaffeemaschine – allerdings, so haben wir beim HR Hackathon feststellen können, stehen viele Entwickler eher auf Energy Drinks. Wäre eine Überlegung wert, oder?) oder Obstkorb oder ähnliches Geplänkel. Gebt hier Butter bei die Fische. Heutzutage reißen übrigens Tischkicker und eine Tischtennisplatte, die irgendwo im Keller versteckt ist, nicht wirklich vom Hocker.

Was Entwickler spannend finden, sind Weiterbildungen. Macht hier nach Möglichkeit sofort konkrete Angaben, welche Art von Fortbildungsangeboten Ihr bieten könnt. Vielleicht ist auch die Erlangung eines Zertifikats möglich? Das Erlernen einer brandneuen Technologie? Da sich im technischen Umfeld sowieso immer etwas Neues tut, sind Fortbildungen ohnehin unerlässlich.

Vielleicht bietet ihr ihnen auch mal eine Teilnahme an Hackathons (an unserem HR Hackathon, z.B.), an ähnlichen Events oder auch an Developer Konferenzen im Ausland. Somit lasst Ihr sie zwar in die Höhle des Löwen, aber sicher seid Ihr vor dem Weggang von guten Mitarbeitern sowieso nie.

Hier wäre je nachdem eine Analyse anderer Gegebenheiten (Employer Branding, Management, …) angebracht, falls die Mitarbeiterfluktuation sehr hoch ist oder plötzlich ansteigt.

Wie sieht es mit flexiblen Arbeitszeiten und Büro-Kernzeiten aus? Manche arbeiten abends oder nachts besser, oder sind generell im Home Office produktiver. Was lässt sich über Web-Konferenzen regeln, und wie wichtig ist die tatsächliche Präsenz im Büro?

 

Das Anforderungsprofil – „was wir erwarten“

 

Auf keinen Fall schreiben „das erwarten wir von Dir“ – das mag sowieso niemand lesen, oder?

Bei diesem Punkt wirklich auf das Wesentliche beschränken und von den „üblichen Verdächtigen“ und anderen Bullshit Bingo Floskeln (s. oben) dringend Abstand nehmen.

Aber eigentlich sollte ja, habt Ihr die anderen Punkte in der Stellenanzeige gut ausgeführt, ohnehin der Großteil dessen klar sein, was vom neuen Mitarbeiter gefordert ist, oder?

 

Und dann?

 

Dann geht es an das Anzeige Gestalten und Verbreiten auf Jobportalen, in sozialen Netzwerken und überall dort, wo Ihr Softwareentwickler ausfindig gemacht habt – vielleicht auch über die eigenen Angestellten per Mitarbeiterempfehlung.

 

Aber vielleicht möchtet Ihr ja auch Softwareentwickler persönlich in ungezwungenem Rahmen – ohne erste Recruiting-Hintergedanken – treffen? Und mit ihnen zusammen die HR Software von morgen gestalten? Dann kommt doch zu unserem HR Hackathon!

 

Mehr zum nächsten HR Hackathon erfahren

 

Viel Erfolg!

 

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