Hier folgt der zweite Teil von Jonas Jatschs Eindrücken auf der diesjährigen HR Tech Europe 2014 in Amsterdam.

Damit ist dieser Post ebenfalls Teil 2 der HR Startups, die auf dem Kongress im „disruptHR“ Bereich waren.

Eines der Startups ist auch in meinem Post vertreten: gut, hier eine zweite Meinung zu haben.

Startup Stock Photos

Leicht versteckt, in einem Bereich im hinteren Teil der Hallen fanden sich die StartUps, die hier neben kleinen Messeständen auch die Möglichkeit zu kurzen 10-15 minütigen Pitches auf einer kleinen Bühne hatten. Eingerahmt wurde das Ganze von kurzen Sessions einiger HR-Koryphäen wie Bill Boorman, William Tincup und anderen, die dort auch die Moderation rund um die Pitches übernahmen.

Leider war der Bereich disruptHR nur wenig frequentiert. Hier gibt es einige Anbieter zu entdecken, von denen man hoffentlich noch hören wird.

Einige der StartUps habe ich mir genauer angeschaut:

Gooodjob

haben nicht nur überdurchschnittlich viele „o“s im Namen, sondern auch eine recht gut durchdachte App, die helfen kann, Mitarbeiter Empfehlungsprogramme an den Mitarbeiter zu bringen. Diese App kann intern gebrandet und zur Verfügung gestellt werden. Mit den aktuellen Stellen gefüttert, hat jeder Mitarbeiter die Möglichkeit, Jobs auf sozialen Netzwerken oder schlicht per Mail weiterzuempfehlen. Die Empfehlung wird getrackt und bei Erfolg winkt die Prämie, auch ohne internen Formularkrieg.

Wellevue

setzen auf Enterprise Gaming. Mitarbeiter können sich über ihr Smartphone mehr (Have lunch with someone from sales) oder weniger (Take a walk) sinnvolle Challenges zukommen lassen, die dann entsprechend Punkte geben. Kunden können auf ein vorgefertigtes Set von Challenges zurückgreifen und ihre eigenen Challenges erstellen. Was sich anhört wie Spielerei, kann tatsächlich eine einfache Art und Weise sein, Mitarbeiter aktiv in Changeprozesse zu involvieren, im Gesundheitsmanagement oder im Rahmen vom Onboarding genutzt werden. Toll gemacht, aber sicher nicht in jeder Unternehmenskultur einsetzbar.

Die beiden Gründer von SocialTalent

sind sicherlich die grössten Entertainer unter den vertretenen StartUps. Während Jonathan Campbell auf der grossen Bühne den MC gibt, darf Vincent O’Donoghue (the „quiet“ one) auf der kleinen disruptHR Bühne für SocialTalent pitchen. Die selbsternannten Sourcing Ninjas haben nicht nur eine coole Firmengeschichte zu erzählen, sondern sind mittlerweile auch recht erfolgreich im Online-Recruiting Training unterwegs.

Vorgestellt wurde vor allem ihr neues Tool SourceHub, ein simples Suchwerkzeug basierend auf drei Kriterien (+ erweiterte Suche), das interne und öffentliche Quellen sowie externe Datenbanken vereint. Einfach zu bedienen und (eine gute Datenbasis vorausgesetzt) sehr effektiv.

Jobandtalent

matchen Jobs auf mein hinterlegtes Karriereprofil, haben erste Erfolge, vor allem in Spanien und Lateinamerika vorzuweisen und wenn man ihre Zahlen anschaut, ambitionierte Pläne. Dabei wird auf eine „Career Path Proximity Analysis“ gesetzt und das Matching lernt vom Nutzerverhalten dazu. Interessant ist sicher das performanceabhängige Preismodell. Inserenten zahlen pro Bewerbung.

Das Prinzip ist vielleicht nicht ganz einzigartig und steht in Konkurrenz zu traditionellen Online-Jobboards, die auch immer stärker auf Matching und Push-Benachrichtigungen setzen. Aber mit einer guten Vermarktung kann das Ganze funktionieren.

Dass das auch bei Recrout

so sein wird, glaube ich nicht unbedingt. Hier wird ebenfalls gematcht, allerdings Jobs auf Soft Skill Profile. Klingt erstmal gut, setzt aber eine gute Typisierung der Jobs voraus. Keine so ganz triviale Sache, viel Arbeit und von der Aussagekraft im Zweifel dürftig. Zielgruppe sind momentan Young Professionals, für die das Ganze noch am ehesten funktionieren dürfte. Zumindest mir ist das Konzept aber nicht so ganz aufgegangen.

Leider konnte ich längst nicht alle vertretenen Start-Ups kennenlernen. Ich werde das aber sicher bei einigen noch nachholen.

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