Als braves Töchterlein zweier Theologen wollte ich die Anspielung auf Lukas 17, 19 im Kontext mit dem neuen Unternehmensvorhaben von GoHiring in diesem Beitrag unterbringen (done!).

Das „Steh auf und geh“-Thema kommt anscheinend sogar einige Male in der Bibel vor, so dass das in verschiedenen Interpretationen und Auslegungen auch wieder zu GoHiring passt:

Alles begann bereits im Jahre 2007 mit einer spezialisierten Jobbörse für MBA-Studenten, dann folgte ein Nischenportal für Ruby on Rails Developer, ja, auch 1000jobboersen (die nun in der softgarden E-Recruiting GmbH aufgehen) gehört in den Pool der Gründungen und schließlich GoHiring.

Das ständige Vorantreiben der Ideen und Technologien steht bei den Gründern offensichtlich im Vordergrund. Konzepte werden verworfen oder weiterentwickelt, man steht erneut auf und geht den Weg weiter.

GoHiring war seit 2012/2013 mit diesem Unternehmensnamen am Markt und hatte damals ein cloudbasiertes, kostenfreies Bewerbermanagementsystem auf den Markt gebracht, welches den Media-Einkauf und das Veröffentlichen von Stellenangeboten auf Jobbörsen ermöglichte. Vor gut einem Jahr, so sagte mir kürzlich Florian Behn, einer der Mitgründer des Berliner Startups, warfen die Gründungsmitglieder die ATS (Applicant Tracking System) – Aktivitäten über Bord und arbeiteten an einem neuen Konzept, welches sich verstärkt um Job-Multiposting und Analytics drehte.

Herausgekommen ist die Talent Marketing API:

gohiring-talent-marketing-API

Was das im Einzelnen bedeutet, beschreibt das Gründungsteam rund um Mitgründerin und Geschäftsführerin Uta Sommer folgendermaßen:

Die GoHiring Talent Marketing API schließt die technologische Lücke, die sich im Zusammenspiel von Bewerbermanagement-Systemen, Jobbörsen und Media-Agenturen gebildet hat. Wir wollen dem Markt an dieser Stelle zu einer reibungslosen Zusammenarbeit verhelfen und damit das Recruiting-Erlebnis für Unternehmen verbessern.

Ganz wichtig ist dem Team, welches sich bereits seit 2008 auf verschiedene Online-Recruitment-Themen fokussiert hat:

Wir sehen uns als unabhängigen Technologie Dienstleister für Recruitment-Service-Anbieter. Gute Partnerschaften sind uns wichtig und uns macht es am meisten Spaß, unser Produkt mit dem Feedback unserer Partner weiterzuentwickeln. Unser System wollen wir so offen wie möglich gestalten und gemeinsam mit unseren Partnern neuen Ideen nachgehen.

Erklärtes Ziel ist, eine unabhängige, reine Backend-Software anzubieten, eine Daten-Schnittstelle, welche in jedes beliebige Bewerbermanagementsystem implementiert werden kann. Dazu können auch Media- und Job-Posting-Agenturen mit ihren Services und Angeboten integriert werden. Endkunden, also Unternehmen XYZ mit Personalbedarf, können direkt aus der API heraus Jobbörsen buchen oder Stellenpakete bei der Agentur ihres Vertrauens kaufen; sie können ihre Rahmenverträge (jobbörsen- oder agenturseitig -> wahrscheinlich sogar beides auf einmal) verwalten und sehen, wie viele Anzeigen ihnen bei welchem Anbieter verbleiben. Recruiter können nachverfolgen, wer sich über welchen Kanal beworben hat, ob es der Kandidat in die Endauswahl geschafft hat, wie lange er im Unternehmen geblieben ist und was ihn der ganze Spaß gekostet hat.

Sprich: Die Verbindung von Bewerbermanagementsystem, Posting-Tool, Anzeigenmanagement über API und nicht feed-basiert, Agenturleistungen und Analytics wird hier möglich gemacht.

Das lässt sich gut für den deutschen, Media-Agentur-lastigen Markt an und erscheint mit eine vielversprechende Bereicherung sowohl für die Online-Recruiting-Medien und Agenturen als auch für den Recruiter, der dem Geschäftsführer endlich einmal einige unabhängige Zahlen präsentieren kann.

Ich finde die Technologie-Idee sehr gut und hoffe, dass sie sich bewährt, dass alle Marktteilnehmer mitmachen, um insgesamt mehr Transparenz in den (Online-) Recruitingmarkt zu bringen.

Das Geschäftsmodell sieht momentan mehrere Varianten vor, die sich über Provisionen bei Media-Vermittlungen, Job-Posting Gebühren nach Anzahl der Vakanzen bis hin zu eventuellen Lizenzen zur Nutzung des Analytics Tools erstrecken. Der Zielmarkt liegt in der DACH-Region.

„Endkunden-Ambitionen“, so Florian Behn, „hat GoHiring nicht“. Man wolle ein offenes System abbilden, das alle technologischen Anbieter logisch verknüpft, allen Beteiligten Mehrwert bietet und vor allem unabhängig bleiben.

Gestern und heute präsentierte GoHiring seine Talent Marketing API auf der Personal Süd in Stuttgart mit seinem Innovations-Partner MHM HR.

Nun liegt der Ball bei den Marktteilnehmern – aber ganz ehrlich: Wer gut ist und Ergebnisse liefert, der kann doch nur gewinnen!

Na dann, steht mal auf!