Boosts Your Marketing for and to HR

Das, was heute vielerorts (vor allem natürlich Online) als Digitalisierung, also die digitale Transformation der Unternehmen bezeichnet wird, hält Einzug in die bunte Welt der Personaldienstleister.

Mit Personaldienstleister meine ich alle Anbieter, die in irgendeiner Art dazu beitragen, dass Arbeitgeber an Personal kommen oder dieses verwalten können: Von Jobportalen über (Anzeigen-) Agenturen und Bewerbermanagementsystem Anbieter bis hin zu Personalvermittlern wie Headhunter, Personalberater oder Zeitarbeitsfirmen.

Bei den meisten gibt es noch eine Menge zu tun auf dem Weg der Digitalisierung.

Dabei drängt jedoch die Zeit, denn immer neue Teilnehmer kommen auf den Markt, vor allem in den lukrativen deutschsprachigen Gefilden.
Oftmals sind dies die neuen, jungen Unternehmen oder Startups, welche keine digitalen Hürden bezwingen müssen, da sie bereits von Anfang digital unterwegs sind.
Sie brechen mit Traditionen und Codes und stellen somit für verharrende Firmen eine Gefahr dar.

Bei meinem Besuch in München im Juli habe ich daher die Gelegenheit genutzt, mit dem Digitalteam von Trenkwalder zu sprechen, da sich dieses Unternehmen sehr stark mit dem Wandel gen Digital beschäftigt.

Trenkwalder Vorstand Martin Jäger beantwortete mir dort meine Fragen.

Hier die Aufzeichnungen aus unserem Gespräch:

Online-Recruiting.net: Bitte erzählen Sie kurz etwas zu sich, Herr Jäger, Ihrem Werdegang, Ihren jetzigen Aufgaben und zur Geschichte von Trenkwalder

Martin_Jaeger-350Martin Jäger: Sehr gerne. Ich bin Dipl.-Volkswirt und bin seit August 2011 als CSO (Chief Sales Officer) im Vorstand bei der Trenkwalder International AG. Mein Fokus liegt auf Kernthemen wie die technische Modernisierung der Systeme und Prozesse sowie die Entwicklung neuer digitaler Businessmodelle für Trenkwalder. Davor war ich als geschäftsführender Partner bei der internationalen Unternehmerberatung Droege & Comp. GmbH tätig.

Hier einige Fakten zu Trenkwalder international:

  • Wir sind seit mehr als 30 Jahren am Markt
  • Trenkwalder verfügt über ein sehr großes Recruiting-Netzwerk in Zentral- und Osteuropa
  • Wir machen 15.000 Kunden aus allen Branchen glücklich,
  • generieren jährlich mehr als 1.000.000 Bewerber
  • und haben einen Pool mit mehr als 200.000 verfügbaren Bewerbern

Online-Recruiting.net: In welchen Ländern ist Trenkwalder aktiv? Weshalb fokussieren Sie auf diese Länder?

Martin Jäger: Trenkwalder ist an über 300 Standorten in 17 Ländern Zentral- und Osteuropas vertreten. Gegründet wurde Trenkwalder in der Nähe von Wien. Die Expansion nach Ost-Europa war aufgrund des Standorts naheliegend, vor allem auch deshalb, weil dort das Geschäftsmodell nicht so bekannt ist wie in den Niederlanden, Frankreich oder UK.

Online-Recruiting.net: Was ist das Besondere an Trenkwalder?
Martin Jäger: Wir verfolgen Qualitätsstandards auf höchstem Niveau. Es gibt internationale Konzernstandards in allen Schlüsselbereichen unserer Dienstleistungen und ein systematisches Qualitätsmanagement für den Erfolg unserer Kunden. Unsere Beratung findet auf Top-Niveau statt. Die starke Kundennähe und kompetente sowie verlässliche Betreuung in allen Personalfragen ist uns wichtig. Darüber hinaus sind wir besonders auf Branchen wie zum Beispiel Medical, Engineering und Automotive spezialisiert.

Online-Recruiting.net: Welche Neuigkeiten gibt es aktuell aus Ihrem Hause zu berichten?
Martin Jäger: Wir haben unseren Markenauftritt überarbeitet und neu gestaltet, auch das Logo, welches nun in breiterer Schriftart als bisher vorliegt. Die CI-Farbe wurde beibehalten.

trenkwalder_logo_190x22_rgbWir haben die Webplattformen (Backend und Frontend) einem Relaunch unterzogen und haben neue Datenbanken eingeführt. Auch die internationalen Webauftritte sind neu, die Jobsuche ist komplett mobile-fähig, und die Bewerbungsmöglichkeiten folgen ebenfalls innovativen und mobile-optimierten Standards. Dazu planen wir weitere Schritte im Candidate Marketing noch in diesem Jahr.

Online-Recruiting.net: Wie sieht Trenkwalder den aktuellen Arbeitsmarkt/Personal- und Zeitarbeitsmarkt? Mit welchen Veränderungen werden wir hier mittelfristig rechnen müssen?

Martin Jäger: Die Akzeptanz und Reputation von Zeitarbeit in DACH und Osteuropa sind nicht mit West-Europa zu vergleichen. Der Anteil der Arbeitnehmer ist in den Trenkwalder-Ländern deutlich geringer. Es wird für alle Arbeitgeber immer schwieriger, geeignete, qualifizierte und besonders spezialisierte Kandidaten zu gewinnen. Dies trifft in besonderem Maße auf Trenkwalder, aber auch auf Zeitarbeit-Firmen generell zu.

Aus diesem Grund ist es essenziell, innovative Methoden zu finden und zu implemtieren, um Kandidaten anzusprechen. Die Geschwindigkeit und Hürden müssen im Bewerbungsprozess zwingend und systemaitsch abgebaut werden.

Online-Recruiting.net: Was ist als nächstes bei Trenkewalder geplant? Wie sieht die zukünftige Weiterentwicklung aus?

Martin Jäger: Wir haben eine Social Media Strategie auf den Weg gebracht, wir stellen gerade um auf ein neues Bewerber-Managementsystem und testen dabei gleichzeitig verschiedene Tools und Methoden. Unser Ziel ist es, weiterhin State-of-the-Art bleiben und sich mit neuen Trends und Entwicklungen im Recruiting intensiv auseinanderzusetzen. Die Neugestaltung des Markenauftritts von Trenkwalder wird kontinuierlich fortgeführt.

Online-Recruiting.net: Wie geht Trenkwalder mit dem Fachkräftemangel um? Wie sind dessen Auswirkungen heute schon spürbar?

Martin Jäger: Wir stellen die positive „Candidate Experience“ in den Vordergrund, und wir bauen stets das Personalmarketing aus. Dafür haben wir unternehmensinterne Experten.
Bereits jetzt dürfen wir uns über ein positives Arbeitgeberimage freuen dank Auszeichnungen wie „Top-Personaldienstleister“ in Deutschland (FOCUS-Siegel), dem kununu-Gütesiegel „Top & Open Company“ oder auch dem „GOLDEN-BEST-RECRUITER“-Siegel in Österreich.

Des Weiteren werden wir neue Recruitingwege beschreiten, vor allem durch den gezielten Einsatz von Social Media, auch, um Active Sourcing zu machen. Wir haben die Bewerbungsprozesse (Stichwort One-Klick Bewerbung) vereinfacht, wie vorhin kurz erwähnt.

Alles in allem setzen wir alles daran, vorne dabei zu bleiben, aktuelle Trends und Entwicklungen im Auge zu behalten und auszuloten, was zielführend für uns ist, um für den „War-for-Talents“ bestens gerüstet zu sein.

Online-Recruiting.net: Wie wird Digitalisierung bei Trenkwalder gelebt?

Martin Jäger: Wir haben ein schlagkräftiges internationales Inhouse-Team, das sich um die Digitalisierung bei Trenkwalder kümmert. Uner digitales Know-How soll im Unternehmen bleiben und nicht bei einer externen Agentur oder Dienstleistern „verloren“ gehen. Damit stellen wir zudem sicher, dass wir flexibel bleiben und dass wir uns dank der hohen Inhouse-Kompetenz unsere schnelle Reaktionsfähigkeit erhalten.

Bei uns sind Schwerpunkte in den Bereichen Social Media Marketing, Recruiting und Personalmarketing auch personell neu abgedeckt. Diese verfolgen und testen aktuelle Trends und Entwicklungen im digitalen Bereich. Dies betrifft übrigens nicht nur den angestammten Geschäftsbereich: Zum Beispiel basiert die neue Jobsuche auf den Trenwkalder Websites auf einer Lösung, welche auch im eCommerce eingesetzt wird. Die vereinfachte Bewerbung wird mittels des Textkernel „Apply-with“ Widget sichergestellt.

Wir werden die Website Daten regelmäßig analysieren und dabei auf verstärkt auf Nutzungsgewohnheiten und Nutzerfeedback achten. Wir nähern uns zudem der Entwicklerszene an, um bei aktuellen Entwicklungen vorne mit dabei zu sein.

So haben wir beispielsweise am HR Hackathon in Berlin teilgenommen, und wir verleihen darüber hinaus jährlich den Trenkwalder Venture Award für die vielversprechende Lösungsansätze.

Online-Recruiting.net: Wie schätzt Trenkwalder „Gefahren“ wie Robot Recruiting und die Verdrängung der menschlichen Arbeitskraft durch Maschinen ein?

Martin Jäger: Die Gefahren des Robot Recruiting schätzen wir als gering ein, da die direkte zwischenmenschliche Dialogebene nie an Bedeutung verlieren wird. Gerade bei der Suche nach höher qualifizierten Bewerbern für einzelne Fachbereiche ist der Dialog vis-à-vis im Recruiting Prozess unerlässlich und wird durch keine Roboter oder Technik ersetzt werden können.
Computer-gestützte Technologien sind sicherlich in der Recherche, Ansprache und für Job-Postings und auch das Talent Management hilfreich.

Gewiss, der erfahrene HR-Manager braucht die technologische Unterstützung, da er im Spannungsfeld von hohem Veränderungstempo und dem Druck zur Spezialisierung agiert. Aber zur Überzeugung, Auswahl und Entscheidung sowie zur Führung und Weiterentwicklung werden Gespräche, menschlicher Kontakt und die soziale Kompetenz weiter erforderlich bleiben.

Online-Recruiting.net. Vielen Dank, Herr Jäger!