Pünktlich zum Wochenende geisterte ein interessantes Gerücht durch die Netzwelt: Da die XING-Aktie in den letzten Tagen – vor allem seit der guten Halbjahres- und Quartalszahlen – mächtig gen Himmel strebte, sorgten Spekulationen darüber, dass LinkedIn dem deutschen Business Netzwerk ein Angebot gemacht haben könnte, für weitere Kurssprünge.

Erst Ende 2012 hatte Burda die Mehrheit der XING-Anteile gekauft, und auch schon bald einen kleineren Teil wieder abgestoßen an einen deutschen Investmentfonds – ich nehme an, DWS Investment, wie aus der aktuellen Aktionärsstruktur hervorgeht.

XING-Aktie im 12-Monatsvergleich via www.finanzen.net

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Nun munkelt man also im Markt, LinkedIn hätte Interesse an XING. Das wurde schon des Öfteren spekuliert und wäre für den Marktausbau in Deutschland sicher sinnvoll. Ich kann es mir trotzdem nicht vorstellen, dass LinkedIn XING übernimmt.

LinkedIn hätte ja in den vergangenen Monaten so einige Marktplayer kaufen können. Man erinnere sich an das LinkedIn-Monster-Gerücht. Auch indeed.com hätte ein Kandidat sein können, aber Recruit.jp war schneller (falls dies der Grund sein sollte, weshalb LinkedIn dort nicht zugeschlagen hat – glaube ich aber nicht). LinkedIn hat in andere Dinge investiert und setzt normalerweise sehr selbstbewusst (zugegebenermaßen auch etwas arrogant) auf „organisches“ Wachstum seines Netzwerks, zumindest, was die Mitgliederzahlen angeht. Beim so genannten „Engagement“ scheint es jedoch zu hapern, so dass nach Ideen gesucht wird, die Nutzer länger auf den Netzwerkseiten zu halten.

In Deutschland kann LinkedIn zwar nach und nach stärkere Nutzerzahlen vorweisen, liegt jedoch immer noch hinter XING – auch wenn mir jetzt bestimmt einige Menschen das Gegenteil beweisen wollen. Ein Profil zu erstellen heißt noch lange nicht, das Netzwerk auch aktiv zu nutzen. Ich habe z.B. so manche Social Media Profile zum Testen angelegt und mich danach nie wieder damit beschäftigt.

Ich gehe davon aus, dass LinkedIn Interesse am deutschen Markt habt, aber nicht bereit ist, so viel zu investieren, als dass sie XING übernehmen würden. Jedenfalls noch nicht. Die Zahlen in den USA sind gut, Deutschland ist ein spannendes Thema, aber kein einfacher Markt – da beißt sich so manches US-amerikanische Unternehmen mit seiner „One-Size-fits-all“ Mentalität die Zähne aus.

Dass XING ein potenzieller Übernahme-Kandidat für ein Unternehmen ist, das kann ich mir schon vorstellen, aber eben nicht für LinkedIn.

Ich spekuliere jetzt einfach mal wild drauf los und werfe in die Runde: Careerbuilder! Das wäre doch eine gute Idee und würde für mächtig Wirbel am deutschen Markt sorgen.

P.S.: ich habe keinerlei Insider- oder sonstige Informationen sondern äußere wirklich eine reine Theorie.